Adcada GmbH - Insolvenzverfahren eröffnet - Forderungen anmelden

16.11.2020

Das Insolvenzverfahren über die Adcada GmbH ist wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung am 11. November 2020 regulär am Amtsgericht Rostock eröffnet worden (60 IN 352/20).  Gläubiger können nun ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter schriftlich anmelden. Das Gericht hat dafür eine Frist bis zum 23. Dezember 2020 gesetzt.

Neben der Adcada GmbH sind auch zahlreiche Tochtergesellschaften insolvent. Neu hinzugekommen ist hier die Adcada.healthcare GmbH. Über sie und weitere Tochtergesellschaften wurde bislang nur das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet. Betroffen sind:

  • Adcada.Capital GmbH
  • Adcada.Fashion GmbH
  • Adcada.Finance GmbH
  • Adcada.Immo GmbH
  • Adcada.Marketing GmbH & Co. KG
  • Adcada.Shop GmbH & Co. KG
  • Outlet.fashion GmbH & Co. KG
  • Fashion.Zone GmbH & Co. KG
  • Adcada.healthcare GmbH

Hier können Forderungen erst angemeldet werden, wenn die Insolvenzverfahren regulär eröffnet sind.

Für die Anleger, die in die verschiedenen Adcada-Geldanlagen investiert haben, ist es daher zunächst wichtig zu prüfen, mit welcher Gesellschaft sie konkret einen Vertrag abgeschlossen haben.  Bei der Adcada Healthcare Anleihe ist dies wahrscheinlich die Adcada Investment AG PCC mit Sitz in Liechtenstein. Hier ist kein Insolvenzantrag bekannt. Ärger mit der Finanzaufsicht BaFin gibt es aber auch bei dieser Gesellschaft. Laut BaFin hat sie unter der Bezeichnung „Adcada.healthcare Anleihe 2020“ unbedingt rückzahlbare Anlegergelder angenommen und das Einlagengeschäft ohne die erforderliche Erlaubnis betrieben. Die angenommenen Gelder müssen sofort und vollständig an die Anleger zurückgezahlt werden. Einen Abwickler hat die Finanzaufsicht bereits bestellt.

Um die drohenden finanziellen Verluste zumindest zum Teil abzuwenden, ist es für die Anleger wichtig, ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anzumelden. Die Insolvenzmasse wird allerdings kaum ausreichen, um die Forderungen vollauf zu bedienen.

Daher können auch Schadenersatzansprüche geprüft werden. „Ansprüche können beispielsweise gegen die Unternehmensverantwortlichen entstanden sein, weil sie das Einlagengeschäft ohne die notwendige Erlaubnis der BaFin betrieben haben“, sagt Rechtsanwältin Eva Birkmann, Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht bei BRÜLLMANN Rechtsanwälte. In der Haftung können auch die Anlagevermittler stehen, wenn sie nicht über die Risiken wie das Totalverlustrisiko der Anleger aufgeklärt haben. Auch aus den staatsanwaltlichen Ermittlungen können sich weitere Ansatzpunkte für Schadenersatzforderungen ergeben.

Die Kanzlei BRÜLLMANN bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten. Sprechen Sie uns an.

Mehr Informationen: https://bruellmann.de/bank-und-kapitalmarktrecht

 

 

Ansprechpartner

Sekretariat: Frau Polski
Tel:  0711 / 520 888 - 18
Fax: 0711 / 520 888 - 23
E-Mail: e.birkmann@bruellmann.de

Kontaktieren Sie uns

Ich stimme zu, dass meine Angaben aus dem Kontaktformular zur Beantwortung meiner Anfrage erhoben und verarbeitet werden. Die Daten werden nach abgeschlossener Bearbeitung Ihrer Anfrage gelöscht. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an datenschutz@bruellmann.de widerrufen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. *
Aktuelles
03.02.2021

Die Senivita Social Estate AG ist zahlungsunfähig und hat Insolvenzantrag beim Amtsgericht Bayreuth gestellt. Das AG Bayreuth hat die vorläufige Insolvenzverwaltung am 29. Januar 2021 angeordnet (Az.: IN 19/21). Von der Insolvenz betroffen sind auch die Anleger des Wandelanleihe 2015/2025 (WKN A13SHL).
22.12.2020

Nachrangdarlehen sind riskante Kapitalanlagen. Das bewahrheitet sich aktuell für Anleger, die in verschiedene UDI-Gesellschaften investiert und Nachrangdarlehen gewährt haben. Bei gleich drei Kapitalanlagen droht der Ausfall von Forderungen. Betroffen sind die Geldanlagen UDI Immo Sprint Festzins I, UDI Energie Festzins 13 und UDI Energie Festzins 14.
27.11.2020

Die Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin hat weiteren Adcada-Gesellschaften mit Bescheid vom 16. November 2020 die Einstellung und Abwicklung ihres unerlaubt betrieben Einlagengeschäft aufgegeben.Betroffen sind die Adcada International AG, Adcada Immobilien AG PCC sowie die Adcada.healthcare GmbH.
16.11.2020

Das Insolvenzverfahren über die Adcada GmbH ist wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung am 11. November 2020 regulär am Amtsgericht Rostock eröffnet worden (60 IN 352/20). Gläubiger können nun ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter schriftlich anmelden. Das Gericht hat dafür eine Frist bis zum 23. Dezember 2020 gesetzt.
12.11.2020

Es muss nicht immer gleich ein großer Anlageskandal à la Wirecard hinter einer gefloppten Kapitalanlage stecken. Auch mit anderen Geldanlagen erleben Anleger eine Bauchlandung und statt Rendite drohen ihnen Verluste. In vielen Fällen können Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden. Dabei sind aber Verjährungsfristen zu beachten.
09.11.2020

Halten sich die Banken bei den Widerrufsinformationen nicht an die Mustervorlage des Gesetzgebers, ist der Widerruf von Darlehen möglich. Das hat nun der BGH mit Urteil vom 27. September 2020 bestätigt (Az.: XI ZR 525/19).