Wohnmobile Abgasskandal



Mit einer Razzia bei Fiat und Iveco kam im Juli 2020 ein mächtiger Stein ins Rollen: Der Wohnmobil-Abgasskandal. Ein großer Teil der in Europa produzierten Wohnmobile wird von Motoren von Fiat-Chrysler und IVECO angetrieben. Bei rund 200.000 Motoren besteht der Verdacht auf Manipulationen am Abgassystem - ähnlich den Manipulationen, die man deutschen Motorenherstellern nachweisen kann. Die Motoren wurden vielfach in Wohnmobilen aller Klassen verbaut und zwar in Form des für diese Nutzung prädestinierten Ducato-Motors von Fiat. Bislang hatten sich nur Eigentümer von Volkswagen-Wohnmobilen oder Mercedes-Reisemobilen Gedanken zum Thema Abgasskandal machen müssen. Jetzt trifft es eine weitaus größere Zahl von Fahrzeugen.

Es bahnt sich ein neuer Dieselskandal an, denn mit Fiat ist nicht nur ein ausländischer Hersteller massiv ins Visier der Ermittler geraten, sondern auch ein Motorenlieferant für die Freizeitindustrie: Fiat und Iveco rüsten seit Jahrzehnten die Wohnmobile namhafter Hersteller aller Preisklassen mit kompletten Autos, Chassis und vor allem Motoren aus. Die Branche kommt ohne denn "Ducato" nicht aus.

Nun sieht es so aus, als stünden 200.000 Fahrzeuge im Verdacht, mit unzulässigen Abschaltvorrichtungen zu arbeiten. Neben PKW wie dem Fiat 500 oder dem Jeep der Konzern-Schwester Chrysler geht es vornehmlich um Wohnmobile.

Wohnmobil mit Ducato-Motor

Ist Ihr Wohnmobil betroffen?

Wir sagen es Ihnen! grundsätzlich ja, denn ein Anfangsverdacht reicht bei aktueller Rechtslage, um erfolgreich Klage einreichen zu können. Sicherlich wird es einfacher - auch im Umgang mit der rechtsschutzversicherung - wenn eine mögliche Betroffenheit dokumentiert werden kann.

Der Motor „Family B“ wird als

 

  • 1,3l Liter Multijet
  • 1,3 Liter, 16 V Multijet
  • 1,6 Liter

in PKW der Schadstoffklassen Euro 5 und Euro 6 verbaut, Dabei geht es um Fiat und Alfa Romeo - im Jeep sind hubraumstärkere Motoren verbaut.


Fiat-Motoren für Wohnmobile


Der  Motorentyp  „Light Duty / Heavy Duty“  (Fiat und Iveco) kommt mit der Bezeichnung

  • 110 Multijet (Motorkennung F1AE3481G)
  • 115 Multijet (Motorkennung 250A1000)
  • 150 Multijet (Motorkennung F1AE3481D)
  • 180 Multijet (Motorkennung F1CE3481E)

in Kastenwagen, sowie teil- und vollintegrierten Wohnmobilen zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um Motoren mit 2, 2,3 und 3 Litern Hubraum. Betroffen sind Fahrzeuge mit Sonderaufbauten, unter Umständen neben Wohnmobilen auch gewwerblich genutzte Fahrzeuge wie z.B. Kühlfahrzeuge .

Womo Wueste

IVECO.Motoren für Morelo und Co.

Iveco liefert für den europäischen markt die Produktlinien

  • Daily Hi-Matic
  • Daily 4x4
  • Eurocargo

die sich je nach Standard/Niveau bestens eignen, um hochwertige Wohnmobilie darauf aufzubauen. Hier trifft es die Nobel-Marken

  • Carthago
  • Concorde
  • Dethleffs
  • Form IT
  • Laika
  • Morelo
  • Niesmann Bischoff
  • Notin
  • Pilote Le Voyageur
  • Phoenix
  • Protec
  • Swift

Iveco-Motoren sind auch Standard in kleineren und mittleren Expeditionsmobilen verbaut.

  • Bimobil
  • Woelke
  • Exploryx
  • Dopfer
  • Bocklet
  • Kerkamm

Insbesondere große und sehr hochwertige Expeditionsmobile und so genannte Weltreise-Mobile setzen auf den Eurocargo-Motor

Offroad

Lange waren Offroad-Touren eine Domäne von Landrover, Tyota und Co - Iveco sorgte mit seinem 4x4-Konzept für einen Wandel in der Szene.

Sind alle Wohnmobile betroffen?

Die Anzahl der betroffenen Fahrzeuge ist mit 200.000 eher niedrig angesetzt und sagt eigentlich nur aus, dass die betroffenen Modelle mit Rückrufaktionen rechnen können und gegebenenfalls stillgelegt werden, falls keine Korrekturen im Rahmen von Rückrufaktionen durchgeführt werden. Die Erfahrungen im „deutrschen Abgasskandal“ haben gezeigt, dass vor deutschen Gerichten eine offizielle Rückrufaktion des Kraftfahrtbundesamtes für das Ergebnis einer Klage zwar förderlich, aber nicht unbedingt zwingend ausschlaggebend ist.

Die Kanzlei Brüllmann aus Stutttgart ist deutschlandweit führend bei der Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen im VW-Wohnmobil-Bereich. Wir vertreten zahlreiche Besitzer von California-Modellen oder Bullis, die von speziellen Aufrüstern umgebaut wurden. Wir sind Kooperationsanwalt der IG Dieselskandal für den süddeutschen Raum.

 

 

 

 

 

Ansprechpartner

Sekretariat: Frau Kalaitsidou
Tel:  0711 / 520 888 - 29
Fax: 0711 / 520 888 - 23  
E-Mail: f.gisevius@bruellmann.de

Aktuelle Beiträge

28.01.2021

Abschalteinrichtungen sind grundsätzlich unzulässig. Ausnahmen sind nur möglich, wenn sie den Motor vor unmittelbaren Schäden, die zu einer Gefahr während der Fahrt führen, schützen. Das hat der EuGH mit Urteil vom 17.12.2020 entschieden (Az. C-693/18). Das Urteil verbessert die Chancen auf Schadenersatz im Abgasskandal - auch bei Fiat und Wohnmobilen.
14.12.2020

Der Abgasskandal hat Fiat und besonders auch Wohnmobile auf Basis des Fiat Ducato erreicht. Abgasmessungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) belegen, dass die zulässigen Grenzwerte beim Stickoxid-Ausstoß nicht eingehalten werden.
30.11.2020

Der Abgasskandal hat inzwischen auch Fiat und das Schwesterunternehmen Iveco erreicht. Betroffen sind neben Pkw auch Wohnmobile unterschiedlicher Hersteller, die den Fiat Ducato als Basis haben.
Aktuelles
02.11.2020

Der Automobilkonzern Fiat-Chrysler sieht sich Dieselskandal-Vorwürfen ausgesetzt. Das Unternehmen soll Dieselfahrzeuge mit manipulierten Abgasmessungen zulassungsfähig gemacht zu haben, obwohl Grenzwerte im Normalbetrieb von den Vierzylindermotoren nicht eingehalten werden können. Besonders betroffen sollen Wohnmobile diverser Hersteller sein, die den als "Ducato" bekannten Motor seit Jahren gern verwenden. Der Motor ist zuverlässig, sparsam und in allen Formen von Wohnmobilen gut verbaubar, also auch in teil- und vollintegrierten Freizeitfahrzeugen. Iveco gilt als Lieferant Nr.

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Aktuelles
26.02.2021

VW gerät im Abgasskandal bei Dieselfahrzeugen mit dem Motor des Typs EA 288 weiter unter Druck. Mit dem OLG Köln hat am 19. Februar 2021 auch erstmals ein Oberlandesgericht die Volkswagen AG wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung bei einem Fahrzeug mit dem Motor EA 288 zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 19 U 151/20).
25.02.2021

Das OLG Köln hat schon im November 2020 entschieden, dass die Daimler AG im Abgasskandal Schadenersatz bei einem Mercedes Marco Polo leisten muss (Az.: 7 U 35/20). Daimler habe in dem Camper eine unzulässige Abschalteinrichtungen verwendet, stellte das OLG Köln fest und ließ die Revision zum BGH nicht zu. Nun zog das Landgericht Stuttgart mit Urteil vom 9. Februar 2021 nach.
24.02.2021

Mit dem LG Karlsruhe hat ein weiteres Landgericht entschieden, dass VW sich im Abgasskandal auch bei Dieselfahrzeugen mit dem Motor EA 288 schadenersatzpflichtig gemacht hat. Konkret hat das LG Karlsruhe mit Urteil vom 7. Februar 2021 entschieden, dass VW dem Käufer eines Skoda Yeti 2,0 TDI Schadenersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung leisten muss (Az.: 9 O 93/20).
22.02.2021

Das Oberlandesgericht Nürnberg hat Daimler mit Hinweis vom 12. Februar 2021 aufgefordert, Farbe zu bekennen und zu den vom KBA bemängelten Abschalteirichtungen Stellung zu beziehen (Az.: 5 U 3555/20). Konkret geht es in dem Verfahren um einen Mercedes E 350, für den das KBA einen verpflichtenden Rückruf angeordnet hat.
19.02.2021

Der Dieselskandal lässt VW auch bei Fahrzeugen mit dem Motor EA 288 nicht los. Immer häufiger sprechen Gerichte betroffenen Autokäufern Schadenersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zu.
18.02.2021

Die Audi AG steht im Abgasskandal auch bei Porsche-Fahrzeugen mit Dieselmotoren in der Haftung. Das hat nun das Landgericht Köln mit Urteil vom 19. Januar 2021 bestätigt und die Audi AG bei einem von Abgasmanipulationen betroffenen Porsche Cayenne 4,2 Liter TDI zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 5 O 189/20).