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Jobsuche nach Kündigung und Abfindung
Jobsuche nach Kündigung und Abfindung

Abfindung und Kündigung

14.01.2022

Wird dem Arbeitnehmer durch den Arbeitgeber gekündigt, stellt sich regelmäßig die Frage der Abfindung. Einen gesetzlichen Anspruch auf die Zahlung einer Abfindung hat der Arbeitnehmer zwar nicht, dennoch kann sie in vielen Fällen durchgesetzt werden. „Zahlung und Höhe einer Abfindung ist immer auch eine Frage der geschickten Verhandlung mit dem Arbeitgeber“, sagt Rechtsanwalt Marcel Seifert, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

Der Arbeitgeber ist zwar nicht verpflichtet, eine Abfindung zu zahlen. Allerdings ist er in der Regel daran interessiert, das Arbeitsverhältnis möglichst zügig und ohne Kündigungsschutzklage zu beenden. Gegenleistung für die schnelle Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist die Abfindung. „Zudem werden Kündigungen häufig auch fehlerhaft ausgesprochen, so dass sie nicht wirksam sind. Auch das verbessert die Position des Arbeitnehmers bei Verhandlungen über eine Abfindung“, so Rechtsanwalt Seifert.

Die Höhe einer Abfindung ist nicht festgeschrieben. Orientierung gibt jedoch § 1a Kündigungsschutzgesetz (KSchG). Demnach beträgt die Höhe der Abfindung einen halben Monatsverdienst für jedes Jahr des Bestehens des Arbeitsverhältnisses. Beispiel: Bei Kündigung nach einer fünfjährigen Betriebszugehörigkeit und einem monatlichen Bruttogehalt von 3.000 Euro beträgt die Abfindung nach dieser Formel 7.500 Euro.

Rechtsanwalt Seifert: „Hierbei handelt es sich aber nur um eine Faustformel, die keineswegs in Stein gemeißelt ist. Bei geschickter Verhandlung kann auch eine höhere Abfindung erzielt werden.“

Erhalten Arbeitnehmer die Kündigung sollte zunächst immer geprüft werden, ob die Kündigung wirksam ausgesprochen wurde und ob ggf. Kündigungsschutzklage eingereicht werden sollte. Zudem sollte auch ein Abfindungsangebot des Arbeitgebers überprüft werden, da eine Abfindung weitere Auswirkungen hat. So sind auf eine Abfindung zwar keine Sozialabgaben zu leisten, allerdings unterliegt sie der Besteuerung.

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Arbeitsrecht, Kündigung

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Aktuelles
01.07.2022

Wer während der Urlaubs in Quarantäne muss, hat laut einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein vom 15. Februar 2022 keinen Anspruch darauf, dass ihm die Tage in Quarantäne bei seinem Urlaubsanspruch wieder gutgeschrieben werden (Az.: 1 Sa 208/21).
24.06.2022

Seit Mitte März 2022 gilt die einrichtungsbezogene Impfpflicht gegen das Corona-Virus. Das führe jedoch nicht automatisch zu einem Beschäftigungsverbot für Mitarbeiter, die zwar keinen Impf- oder Genesenennachweis vorgelegt haben, aber bereits vor dem 15. März 2022 eingestellt wurden, stellte das Arbeitsgericht Bonn mit Urteil vom 18. Mai 2022 klar (Az.: 2 Ca 2082/21). Auch der Anspruch auf Lohnfortzahlung bestehe nach einer unwirksamen Kündigung weiter.
02.06.2022

Nach einem Urteil des BAG vom 1. Juni 2022 kann der Arbeitgeber im Rahmen seiner arbeitsschutzrechtlichen Verpflichtungen berechtigt sein, Corona-Tests für seine Mitarbeiter anzuordnen (Az.: 5 AZR 28/22). Die Testpflicht müsse allerdings verhältnismäßig sein und die Interessen beider Parteien berücksichtigen.
13.05.2022

Im Pflege- und Gesundheitssektor können Arbeitgeber ihre Beschäftigen freistellen, wenn diese nicht gegen Corona geimpft sind. Das hat das Arbeitsgericht Gießen mit Urteil vom 12. April 2022 vor dem Hintergrund der einrichtungsbezogenen Impfpflicht entschieden (Az.: 5 Ga 1/22 und 5 Ga 2/22).
11.05.2022

Die Beweislast für Überstunden liegt nach wie vor beim Arbeitnehmer, machte das BAG mit Urteil vom 4. Mai 2022 deutlich (Az.: 5 AZR 359/21). Daran ändere auch das sog. Stechuhr-Urteil des EuGH nichts.
29.03.2022

Konnte der Arbeitnehmer seine ihm zustehenden Urlaubstage aus dringenden Gründen im Kalenderjahr nicht vollständig nehmen, kann der restliche Urlaubsanspruch in vielen Fällen mit ins neue Jahr genommen werden. Dann muss der Urlaub in der Regel bis zum 31. März genommen werden, damit der Anspruch nicht verfällt. Auch hier gibt es Ausnahmen.