Rückrufservice

Abgasskandal beim Motor EA 288 - Report Mainz berichtet über Abschalteinrichtung beim VW Golf 7

03.12.2020

Ein VW Golf VII mit dem Dieselmotor EA 288 stößt bei Testfahrten im Straßenverkehr deutlich mehr Stickoxide aus als im Prüfzyklus und reißt auch die Grenzwerte. Das zeigen Messungen des Katalysator-Entwicklers und Ingenieurs Marzin Pley, berichtet das ARD-Magazin „Report Mainz“ in der Sendung vom 1. Dezember 2020.

Ein Team des Magazins hat den Ingenieur bei den Messungen begleitet. Die Untersuchungen bringen weitere Ergebnisse. Es zeige sich, dass die Abgasreinigung in Abhängigkeit von der Außentemperatur erfolgt. Das bedeutet, dass die Abgasrückführung nun innerhalb eines festgelegten Temperaturkorridors zu 100 Prozent erfolgt. Ist es kälter oder wärmer wird die Abgasrückführung reduziert.

Solche Abschalteinrichtungen werden als Thermofenster bezeichnet und VW streitet den Einsatz eines Thermofensters auch nicht ab. Dies sei aus Motorschutzgründen allerdings zulässig. VW verweist auch auf das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Die Behörde habe keine unzulässige Abschalteinrichtung festgestellt. Das stimmt zwar, allerdings hat auch das KBA deutlich erhöhte Abgaswerte bei Fahrzeugen mit dem Motor EA 288 im realen Straßenverkehr festgestellt. Einen verpflichtenden Rückruf hat die Behörde dennoch nicht ausgesprochen.

Die überraschende Einschätzung von VW und offenbar auch des KBA, dass es sich trotz der deutlich überhöhten Abgaswerte nicht um eine unzulässige Abschalteinrichtung handelt, wird längst nicht überall geteilt. „Gerichte sehen auch Fahrzeuge mit dem Motor EA 288 zunehmend kritisch. Die Liste verbraucherfreundlicher Urteile wächst weiter“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte. Er selbst hat beispielsweise Schadenersatzansprüche für Käufer eines VW T6 an den Landgerichten München und Heilbronn durchgesetzt. Mehr dazu unter www.oeltod-anwalt.de   

Auch die EuGH-Generalanwältin Eleanor Sharpston ist bei Abschalteinrichtungen zu einer gänzlich anderen Auffassung gekommen als VW. Sie stellte in ihren Ausführungen vom 30. April 2020 heraus, dass sie Abschalteinrichtungen grundsätzlich für unzulässig hält, wenn sie zu einem erhöhten Emissionsausstoß im realen Straßenverkehr führen. Ausnahmen seien nur sehr begrenzt und nur zum unmittelbaren Schutz des Motors vor Beschädigung zulässig.

„Funktionen wie ein Thermofenster sollen den Motor langfristig vor Versottung schützen. Dementsprechend zählen sie nicht zu den zulässigen Ausnahmen, es handelt sich um unzulässige Abschalteinrichtungen. Geschädigte Autokäufer können Schadenersatzansprüche bei Fahrzeugen der Marken VW, Audi, Seat und Skoda mit dem Motor EA 288 geltend machen“, macht Rechtsanwalt Gisevius deutlich.

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte ist Kooperationspartner der IG Dieselskandal und bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an.

Abgas-Skandal

Hier mehr zu diesem Rechtsgebiet erfahren oder anrufen +49 711 - 520 888 0.
Gerne können Sie uns eine Mail senden an info@bruellmann.de

 

 

 

Ansprechpartner

Sekretariat: Frau Kalaitsidou
Tel:  0711 / 520 888 - 29
Fax: 0711 / 520 888 - 23  
E-Mail: f.gisevius@bruellmann.de

Kontaktieren Sie uns

Ich stimme zu, dass meine Angaben aus dem Kontaktformular zur Beantwortung meiner Anfrage erhoben und verarbeitet werden. Die Daten werden nach abgeschlossener Bearbeitung Ihrer Anfrage gelöscht. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an datenschutz@bruellmann.de widerrufen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. *
Aktuelles
25.05.2022

Mercedes ist im Abgasskandal vom Landgericht Stuttgart ein weiteres Mal zu Schadenersatz verurteilt worden. Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass in einem Mercedes GLK 220 CDI eine unzulässige Abschalteinrichtung zum Einsatz kommt und der Kläger wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung Anspruch auf Schadenersatz hat.
24.05.2022

Im Abgasskandal hat das Landgericht Nürnberg-Fürth dem Käufer eines Audi A6 mit 3-Liter-Dieselmotor mit Urteil vom 2. Mai 2022 Schadenersatz zugesprochen. Audi habe in dem Fahrzeug eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet und den Kläger vorsätzlich sittenwidrig geschädigt, so das Gericht.
19.05.2022

Der Käufer eines VW Passat mit dem Dieselmotor des Typs EA 288 erhält Schadenersatz im Abgasskandal. Das hat das Landgericht Mönchengladbach mit Urteil vom 12. April 2022 entschieden (Az.: 3 O 266/21).
12.05.2022

Der Abgasskandal hat auch zahlreiche Audi-Modelle mit 3-Liter-Dieselmotor erfasst. Die betroffenen Halter haben gute Aussichten, Schadenersatzansprüche durchzusetzen. Das zeigt auch ein Urteil des OLG Karlsruhe vom 17. Februar 2022 (Az.: 8 U 451/21). Das OLG hat entschieden, dass der Käufer eines Audi A6 Anspruch auf Schadenersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Täuschung hat.
06.05.2022

Fiat Chrysler Automobiles ist im Wohnmobil Abgasskandal ein weiteres Mal zu Schadenersatz verurteilt worden. Das Landgericht Dessau sprach mit Urteil vom 14. April 2022 dem Käufer eines Wohnmobils des Herstellers Knaus, das auf einem Fiat Ducato aufbaut, Schadenersatz zu (Az. 4 O 315/21).
02.05.2022

Fiat Chrysler ist im Abgasskandal um Wohnmobile auf Basis eines Fiat Ducato erneut zu Schadenersatz verurteilt worden. Das Landgericht Stuttgart kam mit Urteil vom 14. April 2022 zu der Überzeugung, dass Fiat in dem Motor eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet hat und gemäß § 823 BGB zu Schadenersatz verpflichtet ist (Az.: 20 O 147/21).