Rückrufservice

Abgasskandal: DUH fordert Rückruf für Wohnmobile

31.08.2021

Wohnmobile auf Basis eines Fiat Ducato reißen vielfach die Grenzwerte für den Stickoxid-Ausstoß deutlich. Das haben wiederholte Abgasmessungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) ergeben. Die DUH hat das Bundesverkehrsministerium auf die hohen Emissionswerte bei Wohnmobilen, die auf einem Fiat Ducato aufbauen, hingewiesen und macht weiter Druck. Wie die DUH mit Pressemitteilung vom 20. August 2021 bekannt gab, fordert sie das Bundesverkehrsministerium zum Rückruf der betroffenen Fahrzeuge auf.

Im Dezember 2020 hatte die DUH Abgasmessungen bei Wohnmobilen auf Basis eines Fiat Ducato mit der Abgasnorm Euro 5 vorgestellt. Die Modelle überschritten die zulässigen Grenzwerte für den Stickoxid-Ausstoß zum Teil deutlich. Besser wurde es auch bei einem Fiat Ducato 130 Multijet mit der Abgasnorm Euro 6b nicht, den die DUH im April dieses Jahres unter die Lupe genommen hatte.

Nicht nur die DUH, auch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat Abgasmessungen bei Fiat Ducato Modellen vorgenommen und ebenfalls erhöhte Stickoxid-Emissionen festgestellt. Passiert ist allerdings nichts.

Dass auch ein Fiat Ducato bessere Emissionswerte erzielen kann, belegen wiederum aktuelle Messungen der DUH an einem Fiat Ducato 140 Multijet der Abgasnorm Euro 6d-Temp, der die Grenzwerte für den Stickoxid-Ausstoß auch unter normalen Betriebsbedingungen einhält. Dieses Modell verfügt im Gegensatz zu den älteren Fahrzeugen über einen wirksamen SCR-Katalysator mit Harnstoff-Einspritzung. Auch vor diesem Hintergrund fordert die DUH den Bundesverkehrsminister auf, bei älteren Modellen mit der Abgasnorm Euro 4, Euro 5 oder Euro 6a, 6b und 6c tätig zu werden und sie zurückzurufen, damit sie nachgerüstet werden können. Entsprechende Hardware-Nachrüstungen, mit denen der Stickoxid-Ausstoß erheblich reduziert werden könnte, seien verfügbar, so die DUH.

Die hohen Emissionswerte sind ein Hinweis darauf, dass auch Fiat Abgaswerte manipuliert haben könnte. Als die Staatsanwaltschaft Frankfurt im Sommer 2020 Büroräume von FCA in Deutschland, der Schweiz und Italien durchsuchen ließ, haben sich die Hinweise auf die Verwendung einer unzulässigen Abschalteinrichtungen bei Dieselfahrzeugen der Marken Fiat, Alfa Romeo, Jeep und Iveco verdichtet. „Damit ist der Abgasskandal auch bei zahlreichen Wohnmobilen angekommen. Aufgrund der hohen Emissionswerte müssen die Besitzer mit Rückrufen oder auch Fahrverboten rechnen“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

Betroffenen Wohnmobil-Besitzer haben aber auch gute Chancen sich dagegen zu wehren und können Schadenersatzansprüche geltend machen. Erste verbraucherfreundliche Urteile liegen bereits vor.

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte ist Kooperationspartner der IG Dieselskandal und bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an.

Abgas-Skandal

Hier mehr zu diesem Rechtsgebiet erfahren oder anrufen +49 711 - 520 888 0.
Gerne können Sie uns eine Mail senden an info@bruellmann.de

Mehr Informationen: https://bruellmann.de/wohnmobile-abgasskandal

Ansprechpartner

Sekretariat: Frau Kalaitsidou
Tel:  0711 / 520 888 - 29
Fax: 0711 / 520 888 - 23  
E-Mail: f.gisevius@bruellmann.de

Kontaktieren Sie uns

Ich stimme zu, dass meine Angaben aus dem Kontaktformular zur Beantwortung meiner Anfrage erhoben und verarbeitet werden. Die Daten werden nach abgeschlossener Bearbeitung Ihrer Anfrage gelöscht. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an datenschutz@bruellmann.de widerrufen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. *
Aktuelles
19.05.2022

Der Käufer eines VW Passat mit dem Dieselmotor des Typs EA 288 erhält Schadenersatz im Abgasskandal. Das hat das Landgericht Mönchengladbach mit Urteil vom 12. April 2022 entschieden (Az.: 3 O 266/21).
12.05.2022

Der Abgasskandal hat auch zahlreiche Audi-Modelle mit 3-Liter-Dieselmotor erfasst. Die betroffenen Halter haben gute Aussichten, Schadenersatzansprüche durchzusetzen. Das zeigt auch ein Urteil des OLG Karlsruhe vom 17. Februar 2022 (Az.: 8 U 451/21). Das OLG hat entschieden, dass der Käufer eines Audi A6 Anspruch auf Schadenersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Täuschung hat.
06.05.2022

Fiat Chrysler Automobiles ist im Wohnmobil Abgasskandal ein weiteres Mal zu Schadenersatz verurteilt worden. Das Landgericht Dessau sprach mit Urteil vom 14. April 2022 dem Käufer eines Wohnmobils des Herstellers Knaus, das auf einem Fiat Ducato aufbaut, Schadenersatz zu (Az. 4 O 315/21).
02.05.2022

Fiat Chrysler ist im Abgasskandal um Wohnmobile auf Basis eines Fiat Ducato erneut zu Schadenersatz verurteilt worden. Das Landgericht Stuttgart kam mit Urteil vom 14. April 2022 zu der Überzeugung, dass Fiat in dem Motor eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet hat und gemäß § 823 BGB zu Schadenersatz verpflichtet ist (Az.: 20 O 147/21).
29.04.2022

Das Landgericht Hamburg hat Mercedes im Abgasskandal mit Urteil vom 19. April 2022 zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 317 O 154/20). Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass im Mercedes C 220 Diesel des Klägers eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut ist und Mercedes sich schadenersatzpflichtig gemacht hat.
28.04.2022

Suzuki steht unter Verdacht, unzulässige Abschalteinrichtungen bei Dieselfahrzeugen verwendet zu haben. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ließ deshalb am 27. April 2022 Geschäftsräume von Suzuki im südhessischen Bensheim untersuchen.