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Abgasskandal - Razzia bei Suzuki

28.04.2022

Neues Kapitel im Abgasskandal: Suzuki steht unter Verdacht, unzulässige Abschalteinrichtungen bei Dieselfahrzeugen verwendet zu haben. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ließ deshalb am 27. April 2022 Geschäftsräume von Suzuki im südhessischen Bensheim untersuchen.

Der Verdacht richtet sich nicht nur gegen Suzuki, sondern auch gegen Fiat Chrysler (inzwischen Stellantis) als Motorenhersteller und dem japanisch-italienischen Software-Zulieferer Marelli. Auch hier wurden Geschäftsräume in Heidelberg, Italien und Ungarn durchsucht. Die Behörden ermitteln wegen des Verdachts der Betrugs, der Luftverunreinigung und der Beihilfe.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt steht Suzuki unter Verdacht bei rund 22.000 Dieselfahrzeugen der Modelle SX4 S-Cross, Swift und Vitara unzulässige Abschalteinrichtungen verwendet und die Kunden so über Zulassungsfähigkeit der Fahrzeuge getäuscht zu haben. Konkret geht es um Fahrzeuge der Baujahre bis 2018 mit der Abgasnorm Euro 6 und Dieselmotoren mit 1.3, 1.6 und 2 Liter Hubraum. Die Motoren stammen von Fiat Chrysler. Auch gegen Fiat wird bereits wegen des Verdachts der Verwendung illegaler Abschalteinrichtungen ermittelt.

Die unzulässigen Abschalteinrichtungen sollen zur Folge haben, dass die Abgasreinigung im realen Straßenbetrieb erheblich reduziert bzw. ganz abgeschaltet wird. Folge ist, dass die betroffenen Fahrzeuge im Realbetrieb mehr Stickoxide ausstoßen als zulässig sind. Damit seien die Voraussetzung für eine Zulassung nach der Abgasnorm Euro 6 nicht erfüllt, so die Staatsanwaltschaft.

„Das kann auch Konsequenzen für die betroffenen Suzuki-Fahrer haben. Erfüllen ihre Fahrzeuge die Zulassungsvoraussetzungen nicht, kann im schlimmsten Fall sogar die Stilllegung drohen“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte. Allerdings können sich die Suzuki-Kunden auch wehren und Schadenersatzansprüche geltend machen.

Zunächst sind Fahrzeuge mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung mangelhaft und die Käufer haben einen Anspruch auf Beseitigung des Mangels. Ein Schaden ist ihnen regelmäßig schon mit Abschluss des Kaufvertrags entstanden und lässt sich durch ein Software-Update nicht beseitigen. „Wie die Rechtsprechung im Abgasskandal zeigt, haben durch Abgasmanipulationen geschädigte Autokäufer daher gute Chancen, Schadenersatzansprüche wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung durchzusetzen“, so Rechtsanwalt Gisevius.

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte ist Kooperationspartner der IG Dieselskandal und bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an.

Abgas-Skandal

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Aktuelles
06.07.2022

Im Abgasskandal hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) im Juli 2021 eine Musterfeststellungsklage gegen Mercedes eingereicht. Ein Jahr später wird das Musterverfahren am OLG Stuttgart am 12. Juli 2022 eröffnet. Verbraucher, die sich der „Sammelklage“ noch anschließen möchten, können sich bis zum 11. Juli 2022 in das Register eintragen.
29.06.2022

Im Zuge des Abgasskandals ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt nun auch gegen die Autobauer Hyundai und Kia. Nach Medienberichten wurden am 28. Juni 2022 Räumlichkeiten an den deutschen Firmensitzen von Hyundai und Kia in Offenbach bzw. Frankfurt durchsucht. Anlass für die Razzia ist der Verdacht illegaler Abschalteinrichtungen bei Dieselfahrzeugen der koreanischen Autohersteller.
27.06.2022

Im Abgasskandal geht ein Mercedes V 250 Diesel zurück und der Käufer kann im Gegenzug die Erstattung des Kaufpreises abzüglich einer Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer verlangen. Das hat das Landgericht Stuttgart mit Urteil vom 6. Mai 2022 entschieden (Az.: 17 O 827/21).
22.06.2022

Die Audi AG musste im Abgasskandal eine weitere Niederlage bei einem Fahrzeug mit 3-Liter-Dieselmotor hinnehmen. Das Landgericht Düsseldorf verurteilte die VW-Tochter zu Schadenersatz bei einem Audi A6 3.0 TDI. In dem Fahrzeug komme eine unzulässige Abschalteinrichtung zum Einsatz. Dadurch sei die Käuferin vorsätzlich sittenwidrig geschädigt worden, entschied das LG Düsseldorf mit Urteil vom 25. Mai 2022 (Az.: 16 O 345/20).
21.06.2022

Fiat Chrysler ist im Wohnmobil-Abgasskandal erneut verurteilt worden. Das Landgericht Coburg hat mit Versäumnisurteil vom 4. Mai 2022 entschieden, dass Fiat Chrysler Schadenersatz bei einem Wohnmobil des Typs Adria Matrix leisten muss (Az.: 13 O 824/21). Das Wohnmobil basiert auf einem Fiat Ducato mit 2,3 Liter-Dieselmotor.
20.06.2022

Im Abgasskandal hat das Landgericht Dortmund Fiat Chrysler mit Urteil vom 3. Mai 2022 zu Schadenersatz bei einem Wohnmobil Carado T 447 verurteilt (Az.: 3 O 542/20). Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass in dem Wohnmobil eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut ist und Fiat Chrysler als Hersteller des Motors wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung gemäß § 826 BGB Schadenersatz leisten muss.