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Abgasskandal: Rückruf für Porsche Cayenne 3,0 - Verjährung der Schadenersatzansprüche droht

15.10.2021

Im Januar 2018 erreichte der Abgasskandal auch den Porsche Cayenne. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ordnete den Rückruf für den Porsche Cayenne 3,0 mit V6 TDI-Motor und der Abgasnorm Euro 6 an. Betroffen von dem Rückruf waren Modelle der Baujahre 2014 bis 2017, die unter dem Code AH09 in die Werkstätten gerufen wurden, damit eine unzulässige Abschalteinrichtung entfernt wird.

Da das KBA den Rückruf verpflichtend angeordnet hatte, mussten die betroffenen Porsche-Kunden das Software-Update aufspielen lassen, da ansonsten der Verlust der Zulassung für das Fahrzeug gedroht hätte. Welche langfristigen Auswirkungen das Software-Update auf Kraftstoffverbrauch, Leistung oder Verschleiß des Motors hat ist ungewiss. Hinzu kommt, dass ein Fahrzeug durch einen Rückruf wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung regelmäßig auch einen Wertverlust erleidet.

Die betroffenen Porsche-Käufer müssen diese Entwicklung nicht hinnehmen, sondern haben gute Chancen, Schadenersatzansprüche durchzusetzen. Da die Dieselmotoren von Porsche nicht selbst gebaut, sondern von der Konzernschwester Audi entwickelt und hergestellt wurden, steht auch Audi für die Verwendung der unzulässigen Abschalteinrichtungen in der Haftung. Eine Reihe von Gerichten hat Audi daher schon wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zu Schadenersatz verurteilt.

Die Rechtsprechung zeigt, dass auch im Porsche-Abgasskandal gute Möglichkeiten bestehen, Schadenersatz durchzusetzen. „Allerdings muss die Verjährung der Ansprüche im Blick behalten werden“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte. Es gilt die kenntnisabhängige dreijährige Verjährungsfrist. Im Abgasskandal bedeutet dies, dass die Schadenersatzansprüche drei Jahre nachdem der Fahrzeugkäufer Kenntnis von seinen Anspruch erlangt hat, verjähren. Diese Kenntnis wird von den Gerichten häufig mit dem Erhalt des Rückrufschreibens vorausgesetzt.

Da der Rückruf für den Porsche Cayenne 3,0 Liter mit der Abgasnorm Euro 6 Anfang 2018 erfolgte, drohen die Ansprüche zum Jahresende 2021 zu verjähren. „Betroffene Porsche-Kunden sollten daher umgehend handeln und ihre Ansprüche geltend machen“, so Rechtsanwalt Gisevius.

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte ist Kooperationspartner der IG Dieselskandal und bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an.

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Aktuelles
25.05.2022

Mercedes ist im Abgasskandal vom Landgericht Stuttgart ein weiteres Mal zu Schadenersatz verurteilt worden. Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass in einem Mercedes GLK 220 CDI eine unzulässige Abschalteinrichtung zum Einsatz kommt und der Kläger wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung Anspruch auf Schadenersatz hat.
24.05.2022

Im Abgasskandal hat das Landgericht Nürnberg-Fürth dem Käufer eines Audi A6 mit 3-Liter-Dieselmotor mit Urteil vom 2. Mai 2022 Schadenersatz zugesprochen. Audi habe in dem Fahrzeug eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet und den Kläger vorsätzlich sittenwidrig geschädigt, so das Gericht.
19.05.2022

Der Käufer eines VW Passat mit dem Dieselmotor des Typs EA 288 erhält Schadenersatz im Abgasskandal. Das hat das Landgericht Mönchengladbach mit Urteil vom 12. April 2022 entschieden (Az.: 3 O 266/21).
12.05.2022

Der Abgasskandal hat auch zahlreiche Audi-Modelle mit 3-Liter-Dieselmotor erfasst. Die betroffenen Halter haben gute Aussichten, Schadenersatzansprüche durchzusetzen. Das zeigt auch ein Urteil des OLG Karlsruhe vom 17. Februar 2022 (Az.: 8 U 451/21). Das OLG hat entschieden, dass der Käufer eines Audi A6 Anspruch auf Schadenersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Täuschung hat.
06.05.2022

Fiat Chrysler Automobiles ist im Wohnmobil Abgasskandal ein weiteres Mal zu Schadenersatz verurteilt worden. Das Landgericht Dessau sprach mit Urteil vom 14. April 2022 dem Käufer eines Wohnmobils des Herstellers Knaus, das auf einem Fiat Ducato aufbaut, Schadenersatz zu (Az. 4 O 315/21).
02.05.2022

Fiat Chrysler ist im Abgasskandal um Wohnmobile auf Basis eines Fiat Ducato erneut zu Schadenersatz verurteilt worden. Das Landgericht Stuttgart kam mit Urteil vom 14. April 2022 zu der Überzeugung, dass Fiat in dem Motor eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet hat und gemäß § 823 BGB zu Schadenersatz verpflichtet ist (Az.: 20 O 147/21).