Rückrufservice

Audi Abgasskandal - Unzulässige Abschalteinrichtung beim Benziner ?

19.08.2020

Dehnt sich der Abgasskandal bei Audi auch auf Benziner aus? Nach aktuellen Recherchen des SWR gibt es bei einem Audi Q5 mit Benzinmotor zumindest Indizien für eine illegale Abschalteinrichtung. Demnach soll das Fahrzeug anhand des Lenkwinkels erkennen, ob es sich im Prüfzyklus befindet. Ist das der Fall, wird der Emissionsausstoß gesenkt.

Das geht aus einem unabhängigen Gerichtsgutachten hervor, das dem SWR vorliegt. Das Gutachten wurde im Rahmen einer Klage gegen Audi vor dem Landgericht Offenburg in Auftrag gegeben.

Der unabhängige Gutachter führte mehrere Abgastests bei einem Audi Q5 TFSI mit der Abgasnorm Euro 6 durch. Dabei zeigte sich, dass der Abgasausstoß bei eingeschlagenem Lenkrad deutlich ansteigt. Laut Gutachter soll der Ausstoß an Stickoxiden dann um 24 Prozent zugenommen haben und lag bei mehr als 80 mg/km. Der Grenzwert für Benziner mit der Schadstoffklasse Euro beträgt 60 mg/km. Zudem lag der Ausstoß auch deutlich über den von Audi gemachten Angaben, berichtet die Tagesschau online. Auch der Ausstoß von Kohlenmonoxid soll laut Gutachten um 60 Prozent bei eingeschlagenem Lenkrad angestiegen sein.

Nun besteht der Verdacht, dass das Fahrzeug eine Lenkwinkelerkennung hat, die erkennt, ob sich das Fahrzeug im Prüfmodus befindet, so dass dann der Abgasausstoß reduziert wird, während er im realen Straßenverkehr wieder ansteigt. „Eine solche Zykluserkennung wäre vergleichbar mit der Abschalteinrichtung wie sie aus dem Dieselskandal im Dieselmotoren des Typs EA 189 bekannt ist“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

Zudem liegen dem SWR nach eigenen Angaben auch interne Unterlagen des VW-Konzerns zu möglichen Abschalteinrichtungen bei Audi vor. Demnach erhärte die „rechtliche Bewertung Warmlaufprogramme“ den Verdacht, dass bei Benzin-Fahrzeugen mit dem Automatikgetriebe AL 551 eine Zykluserkennung vorliegt. In dem Papier heißt es demnach, dass die Schaltung des Automatikgetriebes verändert wird, wenn das Lenkrad nicht eingeschlagen ist. Folge ist, dass der Schadstoffausstoß im Prüfmodus sinkt. Im Straßenbetrieb sei die Funktion weitgehend nicht aktiv. Nach den SWR-Recherchen heißt es weiter in dem internen Dokument, dass die „konkrete Lenkwinkelerkennung“ den „Behörden nicht bekannt“ sei.

Die Audi AG wollte sich auf Anfrage des SWR nicht konkret zu den Recherchen äußern. Vom Bundesverkehrsministerium hieß es nur, dass das Kraftfahrt-Bundesamt bei seinen Untersuchungen bislang keine unzulässigen Abschalteinrichtungen bei Benzinern festgestellt habe.

„Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass Audi auch bei Benzinern eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet hat, können die betroffenen Fahrzeug-Besitzer Schadensersatzansprüche geltend machen. Der BGH hat vor wenigen Wochen erst entschieden, dass sich VW durch die Abgasmanipulationen bei Fahrzeugen mit dem Dieselmotor EA 189 schadensersatzpflichtig gemacht hat“, so Rechtsanwalt Gisevius.

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte ist Kooperationspartner der IG Dieselskandal und bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an.

Mehr Informationen: https://bruellmann.de/abgasskandal

 

Abgas-Skandal

Hier mehr zu diesem Rechtsgebiet erfahren oder anrufen +49 711 - 520 888 0.
Gerne können Sie uns eine Mail senden an info@bruellmann.de

Ansprechpartner

Sekretariat: Frau Kalaitsidou
Tel:  0711 / 520 888 - 29
Fax: 0711 / 520 888 - 23  
E-Mail: f.gisevius@bruellmann.de

Kontaktieren Sie uns

Ich stimme zu, dass meine Angaben aus dem Kontaktformular zur Beantwortung meiner Anfrage erhoben und verarbeitet werden. Die Daten werden nach abgeschlossener Bearbeitung Ihrer Anfrage gelöscht. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an datenschutz@bruellmann.de widerrufen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. *
Aktuelles
12.05.2022

Der Abgasskandal hat auch zahlreiche Audi-Modelle mit 3-Liter-Dieselmotor erfasst. Die betroffenen Halter haben gute Aussichten, Schadenersatzansprüche durchzusetzen. Das zeigt auch ein Urteil des OLG Karlsruhe vom 17. Februar 2022 (Az.: 8 U 451/21). Das OLG hat entschieden, dass der Käufer eines Audi A6 Anspruch auf Schadenersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Täuschung hat.
06.05.2022

Fiat Chrysler Automobiles ist im Wohnmobil Abgasskandal ein weiteres Mal zu Schadenersatz verurteilt worden. Das Landgericht Dessau sprach mit Urteil vom 14. April 2022 dem Käufer eines Wohnmobils des Herstellers Knaus, das auf einem Fiat Ducato aufbaut, Schadenersatz zu (Az. 4 O 315/21).
02.05.2022

Fiat Chrysler ist im Abgasskandal um Wohnmobile auf Basis eines Fiat Ducato erneut zu Schadenersatz verurteilt worden. Das Landgericht Stuttgart kam mit Urteil vom 14. April 2022 zu der Überzeugung, dass Fiat in dem Motor eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet hat und gemäß § 823 BGB zu Schadenersatz verpflichtet ist (Az.: 20 O 147/21).
29.04.2022

Das Landgericht Hamburg hat Mercedes im Abgasskandal mit Urteil vom 19. April 2022 zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 317 O 154/20). Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass im Mercedes C 220 Diesel des Klägers eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut ist und Mercedes sich schadenersatzpflichtig gemacht hat.
28.04.2022

Suzuki steht unter Verdacht, unzulässige Abschalteinrichtungen bei Dieselfahrzeugen verwendet zu haben. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ließ deshalb am 27. April 2022 Geschäftsräume von Suzuki im südhessischen Bensheim untersuchen.
26.04.2022

Eine Entscheidung des OLG Köln dürfte ein Meilenstein für die Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen im Wohnmobil-Abgasskandal sein: Das OLG Köln kündigte mit Beschluss vom 24. Februar 2022 an (Az.: 28 U 55/21), die Berufung von Fiat Chrysler Automobiles (FCA) gegen ein Urteil des Landgerichts Aachen zurückzuweisen.