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Audi AG im Abgasskandal - OLG Karlsruhe bestätigt Anspruch auf Schadenersatz

12.05.2022

Der Abgasskandal hat auch zahlreiche Audi-Modelle mit 3-Liter-Dieselmotor erfasst. Die betroffenen Halter haben gute Aussichten, Schadenersatzansprüche durchzusetzen. Das zeigt auch ein Urteil des OLG Karlsruhe vom 17. Februar 2022 (Az.: 8 U 451/21). Das OLG hat entschieden, dass der Käufer eines Audi A6 Anspruch auf Schadenersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Täuschung hat.

Geklagt hatte der Käufer eines Audi A6 Quattro mit 3-Liter-Dieselmotor. Die Klage hatte schon in erster Instanz am Landgericht Baden-Baden weitgehend Erfolg. In dem Audi A6 komme eine unzulässige Abschalteinrichtung in Gestalt der sog. schnellen Aufheizstrategie zum Einsatz. Der Kläger sei vorsätzlich sittenwidrig geschädigt wurde und habe gemäß § 826 Anspruch auf Schadenersatz, entschied das LG Baden-Baden.

Das OLG Karlsruhe bestätigte im Berufungsverfahren den Schadenersatzanspruch des Klägers. Gegen Rückgabe des Fahrzeugs könne er die Erstattung des Kaufpreises abzüglich einer Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer verlangen. Der Unterschied zum erstinstanzlichen Urteil liegt allerdings in der Berechnung der Nutzungsentschädigung. Hier hatte das LG Baden-Baden lediglich eine zu erwartende Laufleistung des Audi A6 von 250.000 Kilometern zu Grunde gelegt. Das sei zu wenig, stellte der 8. Zivilsenat des OLG Karlsruhe klar. Bei Fahrzeugen des VW-Konzerns mit den großvolumigeren 3-Liter-Dieselmotoren gehe er regelmäßig von einer Gesamtleistung von 300.000 Kilometern aus, so der Senat.

„Das wirkt sich positiv für den Kläger aus. Durch die Annahme einer höheren zu erwartenden Laufleistung reduziert sich die Nutzungsentschädigung, die sich der Kläger anrechnen lassen muss“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte. Im konkreten Fall fiel die Nutzungsentschädigung um 4.000 Euro geringer aus als noch vom LG Baden-Baden veranschlagt.

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat eine Reihe von Audi-Modellen mit 3-Liter-Dieselmotoren wegen der Verwendung unzulässiger Abschalteinrichtungen zurückgerufen. „Die betroffenen Fahrzeug-Halter haben gute Chancen, Schadenersatzansprüche durchzusetzen. Zahlreiche Gerichte haben bereits entschieden, dass Audi sich schadenersatzpflichtig gemacht hat“, so Rechtsanwalt Gisevius. Allerdings muss die Verjährung der Schadenersatzansprüche im Blick behalten werden. „Wer 2019 den Rückruf erhalten hat, sollte jetzt handeln, bevor er zu spät ist. In diesen Fällen droht bereits Ende 2022 die Verjährung“, erklärt Rechtsanwalt Gisevius.

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte ist Kooperationspartner der IG Dieselskandal und bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an.

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Aktuelles
06.07.2022

Im Abgasskandal hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) im Juli 2021 eine Musterfeststellungsklage gegen Mercedes eingereicht. Ein Jahr später wird das Musterverfahren am OLG Stuttgart am 12. Juli 2022 eröffnet. Verbraucher, die sich der „Sammelklage“ noch anschließen möchten, können sich bis zum 11. Juli 2022 in das Register eintragen.
29.06.2022

Im Zuge des Abgasskandals ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt nun auch gegen die Autobauer Hyundai und Kia. Nach Medienberichten wurden am 28. Juni 2022 Räumlichkeiten an den deutschen Firmensitzen von Hyundai und Kia in Offenbach bzw. Frankfurt durchsucht. Anlass für die Razzia ist der Verdacht illegaler Abschalteinrichtungen bei Dieselfahrzeugen der koreanischen Autohersteller.
27.06.2022

Im Abgasskandal geht ein Mercedes V 250 Diesel zurück und der Käufer kann im Gegenzug die Erstattung des Kaufpreises abzüglich einer Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer verlangen. Das hat das Landgericht Stuttgart mit Urteil vom 6. Mai 2022 entschieden (Az.: 17 O 827/21).
22.06.2022

Die Audi AG musste im Abgasskandal eine weitere Niederlage bei einem Fahrzeug mit 3-Liter-Dieselmotor hinnehmen. Das Landgericht Düsseldorf verurteilte die VW-Tochter zu Schadenersatz bei einem Audi A6 3.0 TDI. In dem Fahrzeug komme eine unzulässige Abschalteinrichtung zum Einsatz. Dadurch sei die Käuferin vorsätzlich sittenwidrig geschädigt worden, entschied das LG Düsseldorf mit Urteil vom 25. Mai 2022 (Az.: 16 O 345/20).
21.06.2022

Fiat Chrysler ist im Wohnmobil-Abgasskandal erneut verurteilt worden. Das Landgericht Coburg hat mit Versäumnisurteil vom 4. Mai 2022 entschieden, dass Fiat Chrysler Schadenersatz bei einem Wohnmobil des Typs Adria Matrix leisten muss (Az.: 13 O 824/21). Das Wohnmobil basiert auf einem Fiat Ducato mit 2,3 Liter-Dieselmotor.
20.06.2022

Im Abgasskandal hat das Landgericht Dortmund Fiat Chrysler mit Urteil vom 3. Mai 2022 zu Schadenersatz bei einem Wohnmobil Carado T 447 verurteilt (Az.: 3 O 542/20). Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass in dem Wohnmobil eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut ist und Fiat Chrysler als Hersteller des Motors wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung gemäß § 826 BGB Schadenersatz leisten muss.