Rückrufservice

Benziner Abgasskandal - Audi und Porsche unter Verdacht

26.08.2020

Der Abgasskandal weitet sich bei den VW-Töchtern Audi und Porsche auch auf Benziner aus. Während ein Gerichtsgutachten und Recherchen des SWR eine illegale Abschalteinrichtung bei einem Audi Q5 mit Benzinmotor vermuten lassen, meldete Porsche einen solchen Manipulationsverdacht bei Benzinern selbst dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), der Staatsanwaltschaft Stuttgart und US-Behörden.

Ein kurzer Rückblick: Erst am 25. Mai 2020  hatte der Bundesgerichtshof für Klarheit im Dieselskandal um Fahrzeuge mit dem Motor EA 189 gesorgt. Der Skandalmotor verfügte über eine Zykluserkennung und schaltete auf dem Prüfstand in einen anderen Modus, so dass weniger Abgase ausgestoßen und Grenzwerte eingehalten wurden. Im Straßenverkehr wechselte der Motor in einen anderen Modus, was zu einem deutlichen erhöhten Emissionsausstoß führte. Der BGH stellte klar, dass VW die Kunden durch die Verwendung einer illegalen Abschalteinrichtung vorsätzlich sittenwidrig geschädigt hat und zum Abgasskandal verpflichtet ist.

Nun liegt der Verdacht nah, dass die VW-Tochter Audi auch bei Benzinern eine solche Prüfstandserkennung verwendet hat. Ein unabhängiges Gutachten, dass das Landgericht Offenburg in Auftrag gegeben hat, belegt den Verdacht einer Zykluserkennung bei einem Audi Q5. Die Steuerungssoftware erkennt dabei, dass das Auto sich auf dem Rollenprüfstand befindet, wenn sich die Räder drehen, aber das Lenkrad nicht bewegt wird. Dann wird in einen sauberen Prüfmodus geschaltet und die Abgaswerte reduziert.

Wird das Lenkrad dann um 15 Grad oder mehr eingeschlagen, ist der Testmodus für die Steuerungssoftware beendet und die Funktion wird deaktiviert. Mit dem Ergebnis, dass deutlich mehr Abgase ausgestoßen werden, wie das Gutachten belegt. „Im Ergebnis ist das eine klassische Prüfstandserkennung, wie sie aus dem Dieselskandal bekannt ist. Derartige Abschalteinrichtungen sind illegal“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

Dazu passen interne VW-Dokumente, die dem SWR vorliegen. Dort ist bei Benzinern mit dem Automatikgetriebe AL 551 von einer „zyklusnahen Bedatung“ die Rede. Dabei sei dem KBA die konkrete Lenkwinkelerkennung nicht bekannt. „Es deutet alles darauf hin, dass eine illegale Abschalteinrichtung vor den Behörden verschleiert werden sollte“, so Rechtsanwalt Gisevius.

Porsche verhält sich etwas anders als die Konzernschwester und hat den Manipulationsverdacht bei Benzinmotoren der Baujahre 2008 bis 2013 selbst den Behörden gemeldet. So wurden wahrscheinlich Änderungen an der Software und Hardware vorgenommen, nachdem das KBA die Typengenehmigung bereits erteilt hatte. „Das bedeutet, dass den betroffenen Fahrzeugen die Zulassung nachträglich wieder entzogen werden könnte und sie illegal auf der Straße unterwegs sind“, sagt Rechtsanwalt Gisevius.

Bestätigt sich der Verdacht illegaler Abschalteinrichtungen bei Porsche und Audi dürfte der Rückruf des KBA für die betroffenen Fahrzeuge folgen. „Einen Rückruf müssen betroffene Audi- und Porsche-Kunden nicht abwarten. Sie können schon jetzt ihre rechtlichen Möglichkeiten prüfen lassen“, erklärt Rechtsanwalt Gisevius.

Abgas-Skandal, Datenschutz

Hier mehr zu diesem Rechtsgebiet erfahren oder anrufen +49 711 - 520 888 0.
Gerne können Sie uns eine Mail senden an info@bruellmann.de

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte ist Kooperationspartner der IG Dieselskandal und bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an.

Mehr Informationen: https://bruellmann.de/abgasskandal

 

Ansprechpartner

Sekretariat: Frau Kalaitsidou
Tel:  0711 / 520 888 - 29
Fax: 0711 / 520 888 - 23  
E-Mail: f.gisevius@bruellmann.de

Kontaktieren Sie uns

Ich stimme zu, dass meine Angaben aus dem Kontaktformular zur Beantwortung meiner Anfrage erhoben und verarbeitet werden. Die Daten werden nach abgeschlossener Bearbeitung Ihrer Anfrage gelöscht. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an datenschutz@bruellmann.de widerrufen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. *
Aktuelles
12.05.2022

Der Abgasskandal hat auch zahlreiche Audi-Modelle mit 3-Liter-Dieselmotor erfasst. Die betroffenen Halter haben gute Aussichten, Schadenersatzansprüche durchzusetzen. Das zeigt auch ein Urteil des OLG Karlsruhe vom 17. Februar 2022 (Az.: 8 U 451/21). Das OLG hat entschieden, dass der Käufer eines Audi A6 Anspruch auf Schadenersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Täuschung hat.
06.05.2022

Fiat Chrysler Automobiles ist im Wohnmobil Abgasskandal ein weiteres Mal zu Schadenersatz verurteilt worden. Das Landgericht Dessau sprach mit Urteil vom 14. April 2022 dem Käufer eines Wohnmobils des Herstellers Knaus, das auf einem Fiat Ducato aufbaut, Schadenersatz zu (Az. 4 O 315/21).
02.05.2022

Fiat Chrysler ist im Abgasskandal um Wohnmobile auf Basis eines Fiat Ducato erneut zu Schadenersatz verurteilt worden. Das Landgericht Stuttgart kam mit Urteil vom 14. April 2022 zu der Überzeugung, dass Fiat in dem Motor eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet hat und gemäß § 823 BGB zu Schadenersatz verpflichtet ist (Az.: 20 O 147/21).
29.04.2022

Das Landgericht Hamburg hat Mercedes im Abgasskandal mit Urteil vom 19. April 2022 zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 317 O 154/20). Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass im Mercedes C 220 Diesel des Klägers eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut ist und Mercedes sich schadenersatzpflichtig gemacht hat.
28.04.2022

Suzuki steht unter Verdacht, unzulässige Abschalteinrichtungen bei Dieselfahrzeugen verwendet zu haben. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ließ deshalb am 27. April 2022 Geschäftsräume von Suzuki im südhessischen Bensheim untersuchen.
26.04.2022

Eine Entscheidung des OLG Köln dürfte ein Meilenstein für die Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen im Wohnmobil-Abgasskandal sein: Das OLG Köln kündigte mit Beschluss vom 24. Februar 2022 an (Az.: 28 U 55/21), die Berufung von Fiat Chrysler Automobiles (FCA) gegen ein Urteil des Landgerichts Aachen zurückzuweisen.