Rückrufservice

Code 23AJ - Rückruf für Seat Leon

02.10.2020

Rund 11 Millionen Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat und Skoda mit dem Dieselmotor des Typs EA 189 sind vom Abgasskandal betroffen. Seit 2015 wird der Nachfolgemotor des Typs EA 288 in den Dieselfahrzeugen bis 2 Liter Hubraum des VW-Konzerns verbaut. Die Abgasmanipulationen scheinen damit kein Ende gefunden zu haben.

Nun fordert Seat die Halter des Seat Leon Diesel Baujahr 2016 unter dem Code 23AJ auf, ihr Fahrzeug in die Werkstatt zu bringen, damit ein Software-Update aufgespielt werden kann. Grund ist offenbar, dass die Fahrzeuge zu viel Stickoxide ausstoßen. In dem Modell kommt der Dieselmotor EA 288 zum Einsatz.

In dem Schreiben an die Fahrzeughalter verkauft Seat den Rückruf als kundenfreundliche Servicemaßnahme. Als Grund wird nur genannt, dass Seat für das Modell eine Maßnahme zur Verringerung der Stickstoffemissionen entwickelt hat. Daher soll ein Software-Update für das Motorsteuergerät aufgespielt werden. Details zu der Maßnahme und ihrer Notwendigkeit nennt Seat nicht.

„Es ist aber offensichtlich, dass der Emissionsausstoß bei diesem Seat-Modell zu hoch ist. Es ist nicht der erste Diesel mit dem Motor EA 288, der im Zusammenhang mit der Abgasreinigung zurückgerufen wird. Auch für den VW Golf VII gab es unter dem Code 23X4 einen freiwilligen Rückruf. Hier hatte VW erklärt, dass sich die Leistung des NOx-Speicherkatalysators mit zunehmenden Alterungsprozess verschlechtern und es dadurch zu einem erhöhten Schadstoffausstoß in der Warmlaufphase kommen kann. Der erhöhte Emissionsausstoß solle durch ein Software-Update vermieden werden“, sagt Rechtsanwalt Marcel Seifert, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

Sowohl beim Golf als auch beim Seat Leon handelt es sich um freiwillige Maßnahmen. Ein Rückruf des Kraftfahrt-Bundesamts liegt für beide Modelle nicht vor. Das ist allerdings kein Beweis dafür, dass tatsächlich keine unzulässige Abschalteinrichtung vorliegt. Rechtsanwalt Seifert empfiehlt das Update vorerst nicht aufspielen zu lassen: „Niemand weiß, welche Auswirkungen das Update langfristig auf den Motor hat. Zudem wird auch möglicherweise Beweismaterial vernichtet. Da es sich um keinen angeordneten Rückruf des KBA handelt, besteht auch keine Verpflichtung das Update ausspielen zu lassen.“

Auch bei Fahrzeugen mit dem Motor EA 288 besteht die Möglichkeit, Schadenersatzansprüche geltend zu machen. Erste Gerichte haben bereits verbraucherfreundlich entschieden.

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte ist Kooperationspartner der IG Dieselskandal und bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an.

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Aktuelles
25.05.2022

Mercedes ist im Abgasskandal vom Landgericht Stuttgart ein weiteres Mal zu Schadenersatz verurteilt worden. Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass in einem Mercedes GLK 220 CDI eine unzulässige Abschalteinrichtung zum Einsatz kommt und der Kläger wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung Anspruch auf Schadenersatz hat.
24.05.2022

Im Abgasskandal hat das Landgericht Nürnberg-Fürth dem Käufer eines Audi A6 mit 3-Liter-Dieselmotor mit Urteil vom 2. Mai 2022 Schadenersatz zugesprochen. Audi habe in dem Fahrzeug eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet und den Kläger vorsätzlich sittenwidrig geschädigt, so das Gericht.
19.05.2022

Der Käufer eines VW Passat mit dem Dieselmotor des Typs EA 288 erhält Schadenersatz im Abgasskandal. Das hat das Landgericht Mönchengladbach mit Urteil vom 12. April 2022 entschieden (Az.: 3 O 266/21).
12.05.2022

Der Abgasskandal hat auch zahlreiche Audi-Modelle mit 3-Liter-Dieselmotor erfasst. Die betroffenen Halter haben gute Aussichten, Schadenersatzansprüche durchzusetzen. Das zeigt auch ein Urteil des OLG Karlsruhe vom 17. Februar 2022 (Az.: 8 U 451/21). Das OLG hat entschieden, dass der Käufer eines Audi A6 Anspruch auf Schadenersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Täuschung hat.
06.05.2022

Fiat Chrysler Automobiles ist im Wohnmobil Abgasskandal ein weiteres Mal zu Schadenersatz verurteilt worden. Das Landgericht Dessau sprach mit Urteil vom 14. April 2022 dem Käufer eines Wohnmobils des Herstellers Knaus, das auf einem Fiat Ducato aufbaut, Schadenersatz zu (Az. 4 O 315/21).
02.05.2022

Fiat Chrysler ist im Abgasskandal um Wohnmobile auf Basis eines Fiat Ducato erneut zu Schadenersatz verurteilt worden. Das Landgericht Stuttgart kam mit Urteil vom 14. April 2022 zu der Überzeugung, dass Fiat in dem Motor eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet hat und gemäß § 823 BGB zu Schadenersatz verpflichtet ist (Az.: 20 O 147/21).