Rückrufservice

Drohender Zahlungsausfall bei Green City Energy Kraftwerkspark II

18.01.2022

Für Anleger der Green City Energy Kraftwerkspark II gab es zum Jahresende eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute Nachricht war, dass die Gesellschaft, die zum 30.12.2021 fälligen Zinszahlungen aus den Anleihen fristgerecht anweisen konnte. Die schlechte Nachricht ist, dass die Gesellschaft sich weiterhin in einer finanziellen Krise befindet und künftige Zinszahlungen sowie Rückzahlungen der Schuldverschreibungen nicht gesichert sind.

Die Green City Energy Kraftwerkspark II hatte in mehreren Tranchen nachrangige festverzinsliche Namens- bzw. Inhaberschuldverschreibungen emittiert. Kurz vor Weihnachten hatte der Green City Konzern mitgeteilt, dass die Zahlungen an die Anleger nicht gesichert seien. Nun können die Anleger zumindest vorerst aufatmen – die fälligen Zinsen zum Jahresende können fließen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die finanzielle Krise abgewendet ist und die Anleger sich darauf verlassen können, dass sie auch künftig Zinszahlungen und Rückzahlungen erhalten werden. Wie der Konzern am 27.12.2021 weiter mitteilte, bleibt die finanzielle Lage bei den Konzerngesellschaften Green City Energy Kraftwerkspark II GmbH & Co. KG, Green City Energy Kraftwerkspark III GmbH & Co. KG sowie der Green City Solarimpuls I GmbH & Co. KG weiter angespannt. Die Rückzahlung der Schuldverschreibungen und künftige Zinszahlungen seien nicht gesichert.

In der Pflichtmitteilung der Green City Energy Kraftwerkspark II GmbH & Co. KG vom 27.12.2021 heißt es zudem, dass die Gesellschaft „möglicherweise drohend zahlungsunfähig“ sowie „möglicherweise überschuldet“ werden könnte. Dadurch könne der Bestand der Gesellschaft in Frage gestellt sein.

„Für die Anleger sind das zutiefst beunruhigende Nachrichten. Sie müssen mit erheblichen finanziellen Verlusten bis hin zum Totalverlust rechnen“, sagt Rechtsanwalt Hansjörg Looser, BRÜLMANN Rechtsanwälte. Um das zu vermeiden, können verschiedene rechtliche Möglichkeiten von der außerordentlichen Kündigung bis zur Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen geprüft werden.

Problematisch für die Anleger ist zudem, dass ihre Forderungen gegenüber den Ansprüchen anderer Gläubiger nachrangig sind. Auch in einem Insolvenzverfahren müssten sie sich mit ihren Forderungen hinter allen anderen Gläubigern anstellen. „Daher gilt es zu prüfen, ob der Nachrang wirksam vereinbart wurde. Ist das nicht der Fall, haben die Anleger den Vorteil, dass ihre Forderungen gleichrangig behandelt“, so Rechtsanwalt Looser.

Zudem hätten die Anlageberater und -vermittler die Anleger über die Risiken der Geldanlage und insbesondere über das Totalverlustrisiko aufklären müssen. Sind sie ihrer Informationspflicht nicht nachgekommen, können sie sich schadenersatzpflichtig gemacht haben.

Bank- und Kapitalanlagerecht

Hier mehr zu diesem Rechtsgebiet erfahren oder anrufen +49 711 - 520 888 0.
Gerne können Sie uns eine Mail senden an info@bruellmann.de

Die Kanzlei BRÜLLMANN bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten. Sprechen Sie uns an.

Mehr Informationen: https://bruellmann.de/bank-und-kapitalmarktrecht

Ansprechpartner

Sekretariat: Frau Damjanovic
Tel:  0711 / 520 888 - 19
Fax: 0711 / 520 888 - 22
E-Mail: h.looser@bruellmann.de

Kontaktieren Sie uns

Ich stimme zu, dass meine Angaben aus dem Kontaktformular zur Beantwortung meiner Anfrage erhoben und verarbeitet werden. Die Daten werden nach abgeschlossener Bearbeitung Ihrer Anfrage gelöscht. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an datenschutz@bruellmann.de widerrufen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. *
Aktuelles
20.05.2022

Die angeschlagene Adler-Group liefert weiter Schlagzeilen, die die Anleihe-Anleger und Aktionäre beunruhigen dürfte. So haben die Wirtschaftsprüfer von KPMG die Zusammenarbeit aufgekündigt. udem ist auch die Tochtergesellschaft Consus Real Estate in wirtschaftliche Schieflage geraten.
16.05.2022

Schlechte Nachrichten für Anleger der te Solar Sprint IV GmbH & Co. KG: Die Gesellschaft hat Antrag auf Insolvenz gestellt. Für die Anleger bedeutet dies, dass sie mit dem Ausfall ihrer Forderungen rechnen müssen.
09.05.2022

Die Gesellschaften te Solar Sprint II und te Solar Sprint III sind insolvent. Das Amtsgericht Leipzig hat die Insolvenzverfahren am 26. April 2022 eröffnet (Az.: 401 IN 2361/21 bzw. 401 IN 2365/21). Anleger der te Solar Sprint II können ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter bis zum 14. Juni 2022 anmelden, Anleger der te Solar Sprint III haben Zeit bis zum 24. Juni 2022.
05.05.2022

Als ob die Aktionäre der insolventen Wirecard AG nicht schon genug gestraft wären, könnte jetzt noch weiterer Ärger auf sie zukommen. Nachdem das Landgericht München am 5. Mai 2022 die Jahresabschlüsse des Konzerns 2017 und 2018 für ungültig erklärt hat, könnte der Insolvenzverwalter ausgeschüttete Dividenden von den Aktionären zurückfordern.
05.05.2022

Das Amtsgericht Oldenburg hat das Insolvenzverfahren über die Deutsche Lichtmiete AG am 1. Mai 2022 offiziell eröffnet (Az.: 69 IN 7/72). Am gleichen Tag wurden auch die Insolvenzverfahren über die Deutsche Lichtmiete Produktionsgesellschaft (Az.: 16 IN 14/22) und die Deutsche Lichtmiete Vermietgesellschaft (Az.: 33 IN 15/22) eröffnet. Anleger können ihre Forderungen ab sofort beim Insolvenzverwalter anmelden.
04.05.2022

Die Amsterdam Trade Bank (ATB), die auch unter dem Handelsnamen FIBR aufgetreten ist, ist insolvent. Einlagen bis 100.000 Euro sind gesichert.