EN Storage GmbH – Insolvenzverwalter bittet Anleger zur Kasse

09.07.2018

TechnologyAnleger der insolventen EN Storage GmbH könnten demnächst unangenehme Post vom Insolvenzverwalter in ihren Briefkästen finden. In dem Schreiben werden sie aufgefordert, erhaltene Auszahlungen zurückzuzahlen. Für die gebeutelten Anleger der nächste Schock.

Mit einem Schneeballsystem wurden die Anleger der EN Storage GmbH um mehr als 80 Millionen Euro betrogen. Im Insolvenzverfahren konnten sie ihre Forderungen zur Insolvenztabelle zwar anmelden, doch eine allzu hohe Insolvenzquote ist nicht zu erwarten, da der größte Teil der Speichersysteme überhaupt nicht existiert. Für die Anleger sind dementsprechend hohe Verluste zu befürchten. Jetzt könnte es für die Anleger noch dicker kommen. Sie werden vom Insolvenzverwalter ggf. zur Rückzahlung erhaltener Ausschüttungen aufgefordert.

Diese Aufforderung zur Rückzahlung wird damit begründet, dass die EN Storage GmbH überhaupt keine Erträge erwirtschaftet habe und die Auszahlungen nur aus neu eingeworbenen Anlegergeldern finanziert worden seien. Den Zahlungen aus diesem Schneeballsystem stünden also tatsächlich keine Gegenleistungen gegenüber und könnten dementsprechend zurückgefordert werden. „Für die Anleger ist das natürlich die nächste Hiobsbotschaft. Bevor der Rückzahlungsaufforderung nachgekommen wird, sollte aber geprüft werden, ob der Anspruch des Insolvenzverwalters tatsächlich gerechtfertigt ist. In jedem Fall sollte auf ein Schreiben des Insolvenzverwalters reagiert werden, auch um eine mögliche Klage zur Zahlung abzuwenden“, sagt Rechtsanwalt Marcel Seifert, BRÜLLMANN Rechtsanwälte aus Stuttgart.

Auch wenn die Strafverfahren gegen die Geschäftsführer der EN Storage GmbH inzwischen laufen und schon bald mit einem Urteil zu rechnen ist, ist die Lage für die betrogenen Anleger nicht einfacher geworden. Im Insolvenzverfahren drohen ihnen hohe Verluste und nun auch noch Zahlungsaufforderungen durch den Insolvenzverwalter. „Umso wichtiger ist es, Schadensersatzansprüche geltend zu machen“, so Rechtsanwalt Seifert. Die Ansprüche können sich sowohl gegen die Anlagevermittler als auch gegen die Wirtschaftsprüfer der EN Storage GmbH richten. Rechtsanwalt Seifert: „Die Vermittler hätten die Anleger über die bestehenden Risiken aufklären müssen. Unserer Überzeugung nach sind sie dieser Informationspflicht vielfach nicht nachgekommen. Ebenso stehen aber auch die Wirtschaftsprüfer in der Verantwortung, die der EN Storage glänzende Geschäfte bescheinigt haben, die es tatsächlich nie gegeben hat. Wir haben für unsere Mandanten daher schon Schadensersatzklagen gegen Vermittler und Wirtschaftsprüfer eingereicht.“

BRÜLLMANN Rechtsanwälte hat eine kostenlose Interessengemeinschaft für die geschädigten Anleger der EN Storage GmbH gegründet, um deren Interessen effizient durchsetzen zu können. Die Kanzlei bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten natürlich auch in Bezug auf die Eintrittspflicht der Rechtsschutzversicherung an. Sprechen Sie uns an.

Mehr Informationen Interessengemeinschaft EN Storage.

Kontaktieren Sie uns

Ich stimme zu, dass meine Angaben aus dem Kontaktformular zur Beantwortung meiner Anfrage erhoben und verarbeitet werden. Die Daten werden nach abgeschlossener Bearbeitung Ihrer Anfrage gelöscht. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an datenschutz@bruellmann.de widerrufen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. *
Aktuelles
11.08.2020

Verdacht des gewerbsmäßigen Bandenbetrugs, der Untreue, der unrichtigen Darstellung, der Marktmanipulation und zuletzt auch noch der Geldwäsche – die Liste der Vorwürfe gegen die insolvente Wirecard AG ist lang. Da drängt sich die Frage auf, wie das Unternehmen offenbar über Jahre seine Bilanzen fälschen und niemand etwas gemerkt haben will.
05.08.2020

Ein Leasingnehmer hat erfolgreich den Leasingvertrag mit der Sixt Leasing widerrufen. Das OLG München hat mit Urteil vom 18. Juni 2020 entschieden, dass der Widerruf auch über ein Jahr nach Abschluss des Leasingvertrags wirksam erfolgt ist. Eine Nutzungsentschädigung wird nicht fällig. (Az.: 32 U 7119/19).
30.07.2020

Knapp 20.000 Euro hatte ein Anleger in seine Beteiligung an der Opalenburg Vermögensverwaltung GmbH & Co. SafeInvest KG gesteckt. „Die Hoffnung auf eine sichere Geldanlage für die Altersvorsorge haben sich zwar nicht erfüllt. Aber immerhin kommt mein Mandant auch ohne finanziellen Schaden wieder aus der Beteiligung heraus“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte. Die Opalenburg Vermögensverwaltung AG muss jeden Cent aus der Beteiligung an ihn zurückzahlen, entschied das Landgericht München I.
27.07.2020

Eine Dividende wird es für Aktionäre der Biovolt AG erneut nicht geben. Auch 2019 machte das Unternehmen mit Sitz in der Schweiz wieder einen Verlust in Millionenhöhe wie das Unternehmen nun bekannt gab. Nach der Prüfung des Jahresabschlusses für 2019 weist die Revisionsstelle darauf hin, dass die Hälfte des Aktienkapitals und der gesetzlichen Reserven nicht mehr gedeckt ist.
23.07.2020

Der Skandal um die insolvente Wirecard AG wird immer größer. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt inzwischen auch wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug. In diesem Zusammenhang wurden am 22. Juli 2020 drei ehemalige Vorstände festgenommen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.
17.07.2020

Eine Anlegerin des Fonds IGB Nawaro Bioenergie kommt ohne finanziellen Schaden wieder aus der Beteiligung heraus. Mit Urteil vom 10. Juli 2020 hat ihr das Landgericht Rostock Schadensersatz zugesprochen (Az.: 3 O 906/17 (1)). Sie erhält ihr investiertes Geld gegen Übertragung der Rechte an ihrer treuhänderisch gehaltenen Beteiligung zurück. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Gegenseite kann noch Berufung einlegen.