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EVENTUS EG STELLT INSOLVENZANTRAG

19.09.2017

Jetzt geht es Schlag auf Schlag bei der Eventus eG. Noch einen Tag vor der geplanten außerordentlichen Generalversammlung wurde am 15. September 2017 Insolvenzantrag gestellt und das vorläufige Insolvenzverfahren über die Wohnungsgenossenschaft am Amtsgericht Stuttgart eröffnet (Az.: 5 IN 780/17).

„Für die Anleger ist das der nächste Tiefschlag. Sie müssen immer mehr befürchten, dass ihr investiertes Geld oder Teile davon verloren sind“, sagt Rechtsanwältin Eva Birkmann von der Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte in Stuttgart.

Befürchtungen, dass die Gelder der Anleger bzw. Genossen nicht wie geplant in Immobilien investiert wurden, sind nicht neu. Ende August wies die Eventus eG noch selbst darauf hin, dass es Anhaltspunkte dafür gebe, dass sich der Vorstandsvorsitzende und die Aufsichtsratsvorsitzende pflichtwidrig verhalten haben könnten und dass sowohl die Finanzaufsicht BaFin als auch die Staatsanwaltschaft Stuttgart eingeschaltet worden sei. Durch den Insolvenzantrag scheint sich nun immer mehr zu bewahrheiten, dass Anlegergelder verschwunden sind.

Sollte das Insolvenzverfahren regulär eröffnet werden, können die Anleger immerhin ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anmelden. Allerdings kann sich ein Insolvenzverfahren in die Länge ziehen und erfahrungsgemäß reicht die Insolvenzmasse nicht aus, um die Forderungen der Gläubiger auch nur annähernd zu befriedigen. „Dennoch muss das Geld der Anleger noch nicht verloren sein. Sie müssen nicht das Insolvenzverfahren abwarten, sondern können schon jetzt Schadensersatzansprüche geltend machen“, so Rechtsanwältin Birkmann.

Ansprüche können nicht nur gegen die Unternehmensverantwortlichen, sondern auch gegen die Anlageberater und Vermittler entstanden sein. Diese hätten die Anleger über die bestehenden Risiken bei einer Beteiligung aufklären und insbesondere über das Totalverlustrisiko informieren müssen. Sind sie dieser Pflicht nicht nachgekommen, können Schadensersatzansprüche entstanden sein.

Aktuelles
25.05.2022

Neues Kapitel in der Insolvenz um die Deutsche Lichtmiete Gruppe. Nachdem das Insolvenzverfahren über die Deutsche Lichtmiete AG bereits eröffnet wurde, hat das Amtsgericht Oldenburg am 5. Mai 2022 auch die Insolvenzverfahren über die Deutsche Lichtmiete Direkt-Investitionsgesellschaften regulär eröffnet.
23.05.2022

Der Europäische Gerichtshof hat mit Urteilen vom 9. September 2021 die Tür für den Widerruf von Autokrediten weit aufgestoßen (Az.: C-33/20, C-155/20, C-187/20). Der Bundesgerichtshof folgte nun mit Urteil vom 12. April 2022 der Rechtsprechung des EuGH (Az.: XI ZR 179/21).
20.05.2022

Die angeschlagene Adler-Group liefert weiter Schlagzeilen, die die Anleihe-Anleger und Aktionäre beunruhigen dürfte. So haben die Wirtschaftsprüfer von KPMG die Zusammenarbeit aufgekündigt. udem ist auch die Tochtergesellschaft Consus Real Estate in wirtschaftliche Schieflage geraten.
16.05.2022

Schlechte Nachrichten für Anleger der te Solar Sprint IV GmbH & Co. KG: Die Gesellschaft hat Antrag auf Insolvenz gestellt. Für die Anleger bedeutet dies, dass sie mit dem Ausfall ihrer Forderungen rechnen müssen.
09.05.2022

Die Gesellschaften te Solar Sprint II und te Solar Sprint III sind insolvent. Das Amtsgericht Leipzig hat die Insolvenzverfahren am 26. April 2022 eröffnet (Az.: 401 IN 2361/21 bzw. 401 IN 2365/21). Anleger der te Solar Sprint II können ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter bis zum 14. Juni 2022 anmelden, Anleger der te Solar Sprint III haben Zeit bis zum 24. Juni 2022.
05.05.2022

Als ob die Aktionäre der insolventen Wirecard AG nicht schon genug gestraft wären, könnte jetzt noch weiterer Ärger auf sie zukommen. Nachdem das Landgericht München am 5. Mai 2022 die Jahresabschlüsse des Konzerns 2017 und 2018 für ungültig erklärt hat, könnte der Insolvenzverwalter ausgeschüttete Dividenden von den Aktionären zurückfordern.