Rückrufservice

GEBR. SANDERS INSOLVENZ: ENTSCHEIDUNG AUF 12. DEZEMBER VERTAGT

25.11.2016

Die Entscheidung über die Zukunft der Gebr. Sanders GmbH & Co. KG ist vertagt. Schon einen Tag vor der Anleihegläubigerversammlung am 21. November, teilte das Unternehmen mit, dass diese nicht beschlussfähig sein wird, da das erforderliche Quorum nicht erreicht wird. Die zweite Gläubigerversammlung soll am 12. Dezember stattfinden.

Zur Erinnerung: Die Gebr. Sanders GmbH & Co. KG hatte im Oktober 2013 eine Anleihe mit einem Volumen von bis zu 22 Millionen Euro begeben (ISIN: DE000A1X3MD9 / WKN: A1X3MD). Bei einer fünfjährigen Laufzeit ist die Anleihe mit 8,75 Prozent p.a. verzinst. Die Zinszahlungen sind halbjährlich jeweils zum 22. April und 22. Oktober fällig. Die letzte Zinszahlung ist bereits ausgefallen, denn der Bettwarenhersteller hat Ende September Insolvenzantrag gestellt und möchte das Unternehmen im Schutzschirmverfahren sanieren. Einige Tage später musste Zahlungsunfähigkeit angezeigt werden, da eine Kreditlinie nicht verlängert wurde.

Im Schutzschirmverfahren hat die Gebr. Sanders GmbH & Co. KG drei Monate Zeit, um das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen. Gelingt dies nicht, mündet das Schutzschirmverfahren im regulären Insolvenzverfahren. „Für die Anleger stellt sich nun die Frage, welchen Teil zur Sanierung sie beitragen sollen. In vergleichbaren Fällen sollen häufig die Anleihebedingungen geändert werden. Dies kann z.B. die Senkung des Zinssatzes oder eine Verlängerung der Laufzeit bedeuten“, sagt Rechtsanwältin Eva Birkmann, Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht bei BRÜLLMANN Rechtsanwälte. Erst Anfang des Jahres hatten die Anleger einer Änderung der Anleihebedingungen zugestimmt.

Unterdessen zeichnet sich hinter den Kulissen noch ein anderes Szenario ab. Denn eine Gläubigergruppe hat inzwischen einen neuen Tagesordnungspunkt für die Gläubigerversammlung beantragt. Dabei geht es um die Übertragung eines Teils der Schuldverschreibungen im Rahmen einer übertragenden Sanierung.

Die zweite Gläubigerversammlung ist schon bei einem Quorum von 25 Prozent beschlussfähig. „Das zeigt, wie wichtig dieser Termin für die Anleihe-Gläubiger ist. Denn letztlich geht es um ihr Geld. Daher sollten die Vorschläge genau geprüft und die beste Lösung für die Anleger gefunden werden“, so Rechtsanwältin Birkmann. Anleger, die an der Versammlung nicht persönlich teilnehmen können, können sich auch vertreten lassen.

Auf finanzielle Verluste müssen sich die Anleger aber wahrscheinlich in jedem Fall einstellen. „Es kann aber nicht sein, dass sie den größten Teil der Sanierung schultern sollen. Daher kommt auch noch eine weitere Möglichkeit in Betracht: die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen“, erklärt Rechtsanwältin Birkmann. Diese können z.B. durch eine fehlerhafte Anlageberatung entstanden sein.

Die Kanzlei BRÜLLMANN bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten. Sprechen Sie uns an.

Aktuelles
20.05.2022

Die angeschlagene Adler-Group liefert weiter Schlagzeilen, die die Anleihe-Anleger und Aktionäre beunruhigen dürfte. So haben die Wirtschaftsprüfer von KPMG die Zusammenarbeit aufgekündigt. udem ist auch die Tochtergesellschaft Consus Real Estate in wirtschaftliche Schieflage geraten.
16.05.2022

Schlechte Nachrichten für Anleger der te Solar Sprint IV GmbH & Co. KG: Die Gesellschaft hat Antrag auf Insolvenz gestellt. Für die Anleger bedeutet dies, dass sie mit dem Ausfall ihrer Forderungen rechnen müssen.
09.05.2022

Die Gesellschaften te Solar Sprint II und te Solar Sprint III sind insolvent. Das Amtsgericht Leipzig hat die Insolvenzverfahren am 26. April 2022 eröffnet (Az.: 401 IN 2361/21 bzw. 401 IN 2365/21). Anleger der te Solar Sprint II können ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter bis zum 14. Juni 2022 anmelden, Anleger der te Solar Sprint III haben Zeit bis zum 24. Juni 2022.
05.05.2022

Als ob die Aktionäre der insolventen Wirecard AG nicht schon genug gestraft wären, könnte jetzt noch weiterer Ärger auf sie zukommen. Nachdem das Landgericht München am 5. Mai 2022 die Jahresabschlüsse des Konzerns 2017 und 2018 für ungültig erklärt hat, könnte der Insolvenzverwalter ausgeschüttete Dividenden von den Aktionären zurückfordern.
05.05.2022

Das Amtsgericht Oldenburg hat das Insolvenzverfahren über die Deutsche Lichtmiete AG am 1. Mai 2022 offiziell eröffnet (Az.: 69 IN 7/72). Am gleichen Tag wurden auch die Insolvenzverfahren über die Deutsche Lichtmiete Produktionsgesellschaft (Az.: 16 IN 14/22) und die Deutsche Lichtmiete Vermietgesellschaft (Az.: 33 IN 15/22) eröffnet. Anleger können ihre Forderungen ab sofort beim Insolvenzverwalter anmelden.
04.05.2022

Die Amsterdam Trade Bank (ATB), die auch unter dem Handelsnamen FIBR aufgetreten ist, ist insolvent. Einlagen bis 100.000 Euro sind gesichert.