OPALENBURG SAFEINVEST FONDS: ANLEGER FÜRCHTEN UM IHR GELD

OPALENBURG SAFEINVEST FONDS: ANLEGER FÜRCHTEN UM IHR GELD
03.07.2017

Anleger haben grundsätzlich einen Anspruch auf eine anleger- und objektgerechte Beratung. Bei der Vermittlung der Opalenburg SafeInvest Fonds scheint man es mit diesem Anspruch nicht immer so genau genommen zu haben, wie das ZDF-Magazin „Frontal 21“ oder die Süddeutsche Zeitung bereits Anfang April berichteten.

Ein Höhepunkt ist dabei, dass einer Frau, die sich um eine Stelle bewarb im Bewerbungsgespräch die Beteiligung an einem Opalenburg SafeInvest Fonds schmackhaft gemacht wurde. „Das hat mit einer ordnungsgemäßen Anlageberatung rein gar nichts zu tun. In einem Anlageberatungsgespräch müssen dem Anleger unter anderem die Risiken der Kapitalanlage und insbesondere die Möglichkeit des Totalverlusts unmissverständlich erläutert werden“, sagt Rechtsanwalt Hansjörg Looser, BRÜLLMANN Rechtsanwälte. In dem Fall, den das ZDF schilderte, sei hingegen eine Stresssituation ausgenutzt worden. Die Frau trat schließlich einem Fond bei und muss nun monatlich ihre Raten leisten.

Auch andere Opalenburg-Anleger haben sich für eine monatliche Ratenzahlung entschieden, wieder andere für eine Einmalzahlung. Doch ihre Geldanlagen halten nicht, was sie versprochen haben. Die Sorge der Anleger um ihr Geld wächst, zumal es noch weitere Ungereimtheiten bei den Opalenburg SafeInvest Fonds gibt. Die Investitionen in Immobilienobjekte werfen weniger ab als erwartet. Beim Opalenburg Safeinvest wurde zudem die Hälfte der Anlegergelder in stille Beteiligungen an Immobilienunternehmen investiert. „Solche Private Equity Beteiligungen sind für den unerfahrenen Anleger in der Regel viel zu intransparent und mit hohen Risiken verbunden. Insofern sind solche Geldanlagen nichts für risikoscheue Anleger“, erklärt Rechtsanwalt Looser. Angeboten wurden sie ihnen offenbar aber trotzdem. Ein weiterer Kritikpunkt an den Opalenburg-Fonds sind die hohen Weichkosten für Provisionen und Verkaufsaufschlag.

„Über die Risiken und über die Weichkosten hätten die Anleger aufgeklärt werden müssen. Selbst wenn im Emissionsprospekt die Risiken aufgeführt sind, muss dem Anleger auch die Gelegenheit gegeben werden, den Prospekt zu studieren, bevor er sich für eine Beteiligung entscheidet. Das scheint bei der Vermittlung der Opalenburg Fonds nicht unbedingt so gewesen zu sein. Vieles deutet auf eine klassische Fehlberatung hin, die den Anlegern verschiedene rechtliche Möglichkeiten eröffnet“, so Rechtsanwalt Looser.

Diese Möglichkeiten reichen von der Kündigung aus wichtigem Grund bis hin zur Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen. Verschiedene Gerichte haben inzwischen die Klagen der Opalenburg Vermögensverwaltung auf Zahlung der ausstehenden Raten abgewiesen.

OPALENBURG VERMÖGENSVERWALTUNG SAFEINVEST FONDS: AUSSTIEGSMÖGLICHKEITEN DER ANLEGER

OPALENBURG VERMÖGENSVERWALTUNG SAFEINVEST FONDS: AUSSTIEGSMÖGLICHKEITEN DER ANLEGER
06.04.2017

Die Beteiligung an den Opalenburg Vermögensverwaltung SafeInvest Fonds haben den Anlegern bisher keinen Erfolg beschert. Im Gegenteil. Anleger, die sich nicht für eine Einmalzahlung, sondern für ein Ratenmodell entschieden haben, werden derzeit aufgefordert, ausstehende Zahlungen zu leisten. Ob sie ihr Geld in Form von Ausschüttungen wiedersehen werden, ist ungewiss. Es drohen hohe Verluste, die bis zum Totalverlust reichen können, wenn sich die Anleger nicht zur Wehr setzen.

Die Fonds Opalenburg Vermögensverwaltung GmbH & Co. SafeInvest KG und Opalenburg Vermögensverwaltung GmbH & Co. SafeInvest 2 KG schreiben Verluste. Für die Anleger ist aus den erhofften Renditen nichts geworden. Spätestens nach einem Bericht des ZDF-Magazins „Frontal 21“ vom 4. April 2017 dürften die Anleger mehr denn je um ihr Geld fürchten. Demnach wurden Planungen nicht wie vorgesehen umgesetzt und Anleger wurden auf nahezu unglaubliche Weise angeworben.

Der Reihe nach: Die Opalenburg SafeInvest Fonds bieten den Anlegern die Möglichkeit, schwerpunktmäßig an einem Immobilienportfolio und in typische stille Beteiligungen zu investieren. Wahlweise konnten sich die Anleger als Kommanditisten oder über die CT-Treuhand-Steuerberatungsgesellschaft beteiligen. Investiert werden sollte überwiegend in Immobilien in Süddeutschland. Doch statt in eine Wohnung in München wurden die Anlegergelder beispielsweise in eine Wohnung in Essen investiert, wie „Frontal 21“ berichtet. Das bringt naturgemäß geringere Mieteinnahmen ein. Nicht die einzige Ungereimtheit. So soll es auch personelle Verflechtungen zwischen der Treuhand-Gesellschaft und dem Emittenten geben. Da sind Interessenskonflikte im Grunde genommen schon vorprogrammiert. „Die Krönung ist allerdings, dass bei Opalenburg Bewerbungsgespräche offenbar zu Verkaufsgesprächen genutzt wurden. Statt um einen Job ging es plötzlich um eine Geldanlage. Auch wenn Opalenburg diese Vorgehensweise dementiert, ist dies in höchstem Maße unseriös“, sagt Rechtsanwalt Hansjörg Looser, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

Immer mehr Anleger werden sich zurecht fragen, wie sie sich von ihrer Beteiligung wieder trennen können, bevor sie noch lange Jahre weitere Ratenzahlungen leisten müssen oder wie sie ihr bereits investierten Kapital wieder zurückerhalten. Rechtsanwalt Looser sieht mehrere Lösungsansätze. Zunächst könne geprüft werden, ob die Verträge außerordentlich gekündigt werden können. Alternativ kann auch der Widerruf des Vertrags bei einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung möglich sein. Zudem sind ggf. auch Schadensersatzansprüche aus einer fehlerhaften Anlageberatung entstanden.

„Anleger haben grundsätzlich einen Anspruch auf eine anleger- und objektgerechte Beratung. Das bedeutet u.a., dass sicherheitsorientierten Anlegern keine riskanten Geldanlagen vermittelt werden dürfen. Zudem müssen sie über die bestehenden Risiken der Kapitalanlage, wie die Möglichkeit des Totalverlusts, lange Laufzeiten oder die erschwerte Handelbarkeit der Anteile umfassend aufgeklärt werden. Wurde diesen Aufklärungspflichten nicht entsprochen, können Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden. Das gilt natürlich auch, wenn die Anleger überrumpelt wurden und ihnen in einem Bewerbungsgespräch plötzlich die Beteiligung an einer Geldanlage aufgeschwatzt wurde“, erklärt Rechtsanwalt Looser.

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Aktuelle Beiträge

04.11.2020

Die Opalenburg Vermögensverwaltung AG muss einer Anlegerin ihre Beteiligung an Opalenburg-Fonds zurückzahlen und von allen weiteren Zahlungsverpflichtungen befreien. Das hat das Landgericht Stuttgart mit Urteil vom 29. Oktober 2020 entschieden (Az.: 12 O 49/19).
28.10.2020

Die Opalenburg Vermögensverwaltung AG muss einem Anleger jeden Euro aus der Fondsbeteiligung zurückzahlen. Insgesamt knapp 26.000 Euro. Das hat das Landgericht München I mit Urteil vom 19. Oktober 2020 entschieden (Az.: 35 O 7335/19).
30.07.2020

Knapp 20.000 Euro hatte ein Anleger in seine Beteiligung an der Opalenburg Vermögensverwaltung GmbH & Co. SafeInvest KG gesteckt. „Die Hoffnung auf eine sichere Geldanlage für die Altersvorsorge haben sich zwar nicht erfüllt. Aber immerhin kommt mein Mandant auch ohne finanziellen Schaden wieder aus der Beteiligung heraus“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte. Die Opalenburg Vermögensverwaltung AG muss jeden Cent aus der Beteiligung an ihn zurückzahlen, entschied das Landgericht München I.
14.07.2020

Anleger, die in Opalenburg-Fonds investiert haben, haben gute Chancen auf Schadensersatz. „Die Anleger sind nicht ordnungsgemäß über die Risiken der Beteiligung aufgeklärt worden und haben daher Anspruch auf Schadensersatz“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.
14.04.2020

BRÜLLMANN Rechtsanwälte hat für einen Anleger in Opalenburg-Fonds erneut Schadensersatz durchgesetzt. Das Landgericht München I entschied mit Urteil vom 1. April 2020, dass die Opalenburg Vermögensverwaltung AG dem Kläger seine Beteiligungen zurückzahlen und ihn von allen weiteren Ratenverpflichtungen freistellen muss.
31.03.2020

Die Beteiligung am Opalenburg-Fonds SafeInvest 2 brachte einer Anlegerin kein Glück. Sie kommt allerdings ohne finanziellen Schaden aus der Beteiligung heraus. Das Landgericht München I hat ihr mit Urteil vom 16. Januar 2020 Schadensersatz zugesprochen. Sie erhält ihre bisher geleisteten Beiträge in Höhe von rund 6.800 Euro plus Zinsen zurück. Zudem muss sie keine weiteren Raten für ihre Beteiligung an der Opalenburg Vermögensverwaltung AG & Co. SafeInvest 2 KG mehr zahlen.
Aktuelles
14.04.2020

BRÜLLMANN Rechtsanwälte hat für einen Anleger in Opalenburg-Fonds erneut Schadensersatz durchgesetzt. Das Landgericht München I entschied mit Urteil vom 1. April 2020, dass die Opalenburg Vermögensverwaltung AG dem Kläger seine Beteiligungen zurückzahlen und ihn von allen weiteren Ratenverpflichtungen freistellen muss.
31.03.2020

Die Beteiligung am Opalenburg-Fonds SafeInvest 2 brachte einer Anlegerin kein Glück. Sie kommt allerdings ohne finanziellen Schaden aus der Beteiligung heraus. Das Landgericht München I hat ihr mit Urteil vom 16. Januar 2020 Schadensersatz zugesprochen. Sie erhält ihre bisher geleisteten Beiträge in Höhe von rund 6.800 Euro plus Zinsen zurück. Zudem muss sie keine weiteren Raten für ihre Beteiligung an der Opalenburg Vermögensverwaltung AG & Co. SafeInvest 2 KG mehr zahlen.
12.02.2020

Die Hoffnungen auf eine sichere Geldanlage haben sich für den Anleger durch seine Investitionen in zwei Opalenburg-Fonds zwar nicht erfüllt, doch immerhin kommt er ohne Schaden aus den Beteiligungen heraus. Mit Urteil vom 31. Januar 2020 hat ihm das Landgericht München I Schadensersatz zugesprochen. Zudem muss er keine weiteren Raten mehr leisten und muss auch keine Rückforderungen von Ausschüttungen fürchten.
Aktuelles
03.05.2021

Das Landgericht München I hat einem Anleger in Opalenburg-Fonds mit Urteil vom 27. April 2021 Schadenersatz zugesprochen. Er bekommt sein investiertes Geld zurück und wird von sämtlichen Rückforderungen freigestellt.
03.05.2021

Das Amtsgericht Leipzig hat das vorläufige Insolvenzverfahren über das Vermögen der UDI Energie Festzins VI GmbH & Co. KG am 29. April 2021 eröffnet und einen vorläufigen Sachwalter bestellt (Az.: 401 IN 775/21).
21.04.2021

Der Bundesgerichtshof hat dem Widerrufsjoker bei Autofinanzierungen Rückenwind gegeben: Mit Urteil vom 30. März 2021 hat der BGH bestätigt, dass ein Kredit zur Autofinanzierung auch noch lange nach Abschluss des Darlehensvertrags widerrufen werden kann, wenn die Bank eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung verwendet hat (Az.: XI ZR 142/20).
20.04.2021

Das Amtsgericht Bayreuth hat das Insolvenzverfahren über die Senivita Social Estate AG wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung am 1. April 2021 regulär eröffnet (IN 19/21). Anleger und Gläubiger können ihre Forderungen bis zum 7. Mai 2021 form- und fristgerecht anmelden.
17.03.2021

Überraschend kommt es nach der jüngsten Entwicklung nicht mehr – die Greensill Bank ist pleite. Das Amtsgericht Bremen hat das Insolvenzverfahren am 16. März 2021 eröffnet (508 IN 6/21). Wichtig für die Privatkunden der Greensill Bank ist, dass die Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin den Entschädigungsfall festgestellt hat.
16.03.2021

Das OLG Celle hat mit Urteil vom 13. Januar 2021 entschieden, dass der Widerruf eines Darlehens zur Finanzierung eines Autokaufs wirksam erfolgt ist, weil der Bank ein Fehler in der Widerrufsbelehrung unterlaufen ist (Az.: 3 U 47/20).