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WGF AG - INSOLVENZVERFAHREN IN EIGENREGIE

WARUM BETROFFENE ANLEGER BESONDERS ACHTSAM SEIN SOLLTEN

Die Serie schlechter Nachrichten für die Anleger der WGF AG reißt nicht ab. Die WGF AG, die seit dem Jahr 2004 insgesamt 8 Hypothekanleihen und verschiedene Genussrechte angeboten hat, gab am 11.12.2012 in einer Pressemitteilung bekannt, dass beim Amtsgericht Düsseldorf ein Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gemäß §§ 270 f. InsO gestellt worden ist.  

Bereits zuvor fiel die WGF AG negativ auf, da sich die Veröffentlichung des Jahresabschluss 2011 immer wieder verzögerte. Nachdem die Fristen zur Veröffentlichung des Jahresabschluss 2011 bereits 2-mal von der WGF AG nicht eingehalten werden konnten, setzten die Börse Düsseldorf und Berlin den Handel mit den Hypothekanleihen Anfang Dezember zwischenzeitlich aus.

In der am 11.12.2012 veröffentlichten Jahresbilanz 2011 wies die WGF AG zunächst einen Bilanzverlust von ca. € 71 Mio. aus. Auch wenn diese Summe mittlerweile auf einen Betrag von rund € 68,1 Mio. reduziert wurde, ist der Bilanzverlust der WGF AG noch immer beachtlich.

Der Insolvenzantrag der WGF AG kam dementsprechend nach den vorangegangenen Turbulenzen nicht mehr gänzlich überraschend. Aufhorchen sollten betroffene Anleger vor allem bei der Ankündigung der WGF AG, man wolle das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durchführen.

Bei einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung entfällt die Kontrolle und Aufsicht durch einen externen Insolvenzverwalter. Um die Gefahr von Interessenkonflikten zu vermeiden, sollten die Anleger versuchen, über einen Gläubigerausschuss einen Insolvenzverwalter einzusetzen. Da einzelne Anleger ein solches Vorhaben nur schwer alleine organisieren können, sollten sich Betroffene zu Interessensgemeinschaften zusammen tun.

Insbesondere Inhaber von Genussscheinen müssen mit empfindlichen Kapitalverlusten durch die Insolvenz der WGF AG rechnen. Diese sollten besonders darauf bedacht sein, Schadensersatzansprüche gegenüber ihren Anlageberatern prüfen zu lassen. Denn anders als die Anleger, die Hypothekanleihen erworben haben, sind die Genussrechte nicht mit Immobilien besichert.  

Aber auch die Anleger von Hypothekanleihen der WGF AG sollten ihre Ansprüche durch eine auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierte Kanzlei prüfen lassen. Es kann derzeit nicht abgeschätzt werden, wie hoch die Grundpfandrechte an den jeweiligen Immobilien tatsächlich sind. Ersten Einschätzungen zufolge belaufen sich die Grundpfandrechte auf 85 % des Verkehrswertes.

Unklarheit herrscht auch, ob die von der WGF AG angenommenen Immobilienverkehrswerte zutreffend beurteilt wurden oder ob diese unrealistisch hoch eingeschätzt worden sind.

Die auf bank- und kapitalmarktrecht spezialisierte Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte organisieren und bündelt die Interessen betroffener Anleger, um so eine Eigenverwaltung der WGF AG im Insolvenzverfahren zu verhindern und einen objektiven und transparenten Verfahrensablauf zu gewährleisten.

Zusätzlich bieten die auf bank- und kapitalmarktrecht spezialisierten Anwälte eine umfassende Prüfung möglicher Ansprüche gegenüber Anlageberatern und Banken an, die von der Insolvenz der WGF AG nicht betroffen sind.  

Ansprechpartner

Sekretariat: Frau Polski
Tel: 0711 / 520 888 - 28
Fax: 0711 / 520 888 - 23
E-Mail: m.seifert@bruellmann.de

Aktuelles
20.02.2024

Anleger, die der ProReal Deutschland 7 GmbH Namensschuldverschreibungen gewährt haben, müssen um ihr investiertes Geld fürchten. Wie die Gesellschaft am 19. Februar 2024 in einer Pflichtmitteilung bekannt gab, kann sie weder die am 30. Juni 2024 fällig werdenden Zinsen zahlen noch die Rückzahlung der Schuldverschreibungen zum Jahresende leisten.
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Zahlt ein Bankkunde sein Immobiliendarlehen vorzeitig zurück, verlangt die Bank in der Regel eine Vorfälligkeitsentschädigung. Allerdings hat die Bank unter bestimmten Umständen keinen Anspruch auf die Entschädigungszahlung. Das ist etwa dann der Fall, wenn sie ihren Kunden nicht ausreichend über die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung informiert hat. Das zeigt auch ein Urteil des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts vom 21. Dezember 2023 (Az.: 5 U 107/23).
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Für die Bereitstellung eines Darlehens kann die Bank ein Bearbeitungsentgelt verlangen. Allerdings ist eine solche Gebühr nicht immer wirksam vereinbart worden und der Darlehensnehmer kann sie ggf. zurückverlangen, wie ein Urteil des Kammergerichts Berlin vom 30.10.2023 zeigt (Az.: 8 U 212/21). In diesem Fall erhielt der Bankkunde rund 39.000 Euro zurück.
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Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat mit Ermittlern des Bundeskriminalamts am 1. Februar 2024 ein weiteres Mal die Geschäftsräume der DWS in Frankfurt durchsucht. Der Fondstochter der Deutschen Bank wird Greenwashing vorgeworfen. Heißt: Die DWS steht im Verdacht, Kapitalanlagen nachhaltiger dargestellt zu haben, als sie tatsächlich sind.
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Kunden der Sparkasse und der ING müssen aktuell besonders aufpassen: Nach Angaben der Verbraucherzentrale versuchen Cyber-Kriminelle derzeit verstärkt durch sog. Phishing-Mails an die Bankdaten ihrer Opfer zu kommen, um deren Konten zu plündern.
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Wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung wurde das Insolvenzverfahren über die Credicore Pfandhaus GmbH am 24. Januar 2024 am Amtsgericht Hamburg regulär eröffnet (Az.: 67a IN 366/23). Gläubiger und Anleger können ihre Forderungen bis zum 24. April 2024 beim Insolvenzverwalter anmelden.