Feldmaßnahme 23CY - VW bittet Fahrzeuge mit EA 288-Motor in die Werkstatt

14.04.2021

Unter dem Code 23CY hat VW in den vergangenen Wochen eine Servicemaßnahme für Dieselfahrzeuge mit dem Motor EA 288 gestartet. Die Halter werden angeschrieben und über die Aktion informiert. In der Werkstatt sollen Probleme bei der Fehlererkennung des SCR-Systems überprüft werden. Das System dient der Abgasreinigung und der Reduktion des Stickoxid-Ausstoßes.

Bei der Aktion handelt es sich nicht um einen vom Kraftfahrt-Bundesamt angeordneten Rückruf. Für die betroffenen Fahrzeughalter besteht damit auch keine Pflicht, an der Maßnahme teilzunehmen.

Der Motor EA 288 ist der Nachfolgemotor des durch den Dieselskandal bekannt gewordenen Motors des Typs EA 189. Wie das Vorgängermodell wird er in Dieselfahrzeugen bis 2 Liter Hubraum der Marken VW, Audi, Seat und Skoda eingesetzt.

Auch bei diesem Motor besteht der Verdacht, dass unzulässige Abschalteinrichtungen verwendet werden. Möglicherweise dient die freiwillige VW-Feldaktion nun genau dazu, verdächtige Funktionen zu entfernen und ggf. auch einem verpflichtenden Rückruf des KBA zuvorzukommen. „Auffällig ist im jedem Fall, dass die Maßnahme erfolgt, nachdem der EuGH mit Urteil vom 17. Dezember 2020 deutlich gemacht hat, dass Abschalteinrichtungen grundsätzlich unzulässig sind, wenn sie zu einem erhöhten Emissionsausstoß im Straßenverkehr führen“, sagt Rechtanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

Im Rahmen der Werkstattaktion wird bei den betroffenen Fahrzeugen mit EA 288-Motor ein Software-Update aufgespielt, um den Emissionsausstoß zu reduzieren. Welche Auswirkungen das Update auf Leistung, Verbrauch oder Verschleiß des Motors hat, ist offen.

Immer mehr Gerichte sind inzwischen zu der Überzeugung gelangt, dass auch beim Motor EA 288 eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet wird, und haben VW zu Schadenersatz verurteilt. Mit Urteil vom 19. Februar 2021 hat mit dem OLG Köln auch erstmals ein Oberlandesgericht VW wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung bei einem Fahrzeug mit dem Motor EA 288 verurteilt (Az.: 19 U 151/20).

„Die Rechtsprechung entwickelt sind zunehmend verbraucherfreundlich und zeigt, dass auch bei Fahrzeugen mit dem Motor EA 288 gute Chancen bestehen, Schadenersatz durchzusetzen“, so Rechtsanwalt Gisevius.

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte ist Kooperationspartner der IG Dieselskandal und bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an.

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