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Juicy Fields - Anleger weiter in Sorge

10.08.2022

Schon mit kleinen Beträgen ab 50 Euro konnten Anleger bei Juicy Field in Cannabis-Pflanzen investieren und auf hohe Renditen hoffen. Anfangs schien das Konzept sogar aufzugehen und nachdem zunächst die Auszahlungen, investierten viele Anleger auch ein zweites Mal und diesmal höhere Beträge. Nun verdichten sich die Hinweise, dass ihre Investitionen nicht in den Anbau von medizinischem Cannabis geflossen sind, sondern sich die Juicy Fields-Verantwortlichen mit den Anleger-Geldern aus dem Staub gemacht haben.

Bis Mitte Juli schien die Welt für Anleger in Ordnung zu sein. Sie konnten hoffen, dass die medizinischen Cannabis-Pflanzen gedeihen und ordentliche Gewinne abwerfen. Doch seit einigen Wochen scheint dieser Traum ausgeträumt zu sein. Die Anleger können nicht mehr auf ihre Konten bei Juicy Fields zugreifen. Das Unternehmen, das über verschiedene Kanäle online sehr präsent war, ist aus dem Internet inzwischen weitgehend verschwunden. Gleichzeitig steigt die Ungewissheit darüber, ob es die Cannabis-Pflanzen, in die die Anleger vermeintlich investiert haben, überhaupt gegeben hat.

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hatte schon im März öffentlich vor den Nachrangdarlehen der Juicy Fields gewarnt. Diese strukturierte daraufhin ihr Angebot um, hat aber bis heute nicht den erforderlichen Emissionsprospekt vorgelegt. Wie Finanztest berichtet, hat die BaFin inzwischen Zwangsgelder gegen das Unternehmen, das inzwischen unter Juicy Holdings B.V. firmiert, verhängt. Das Unternehmen soll insgesamt eine Million Euro zahlen, weil es nicht zugelassene Vermögensanlagen anbot. Die Frist für die Zahlung der Zwangsgelder ist inzwischen verstrichen. Ärger hat Juicy Fields auch in Spanien. Die spanische Finanzaufsichtsbehörde hat Juicy Fields auf eine Liste von Unternehmen gesetzt, die nicht für Anlagegeschäfte zugelassen sind. In Deutschland ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft gegen die Juicy Grow GmbH.

Die Entwicklungen nähren den Verdacht, dass die Anleger auf einen Betrug hereingefallen sind und ihr investiertes Geld verloren ist. „Damit es nicht so weit kommt, sollten Anleger jetzt alle rechtlichen Möglichkeiten nutzen, um die finanziellen Verluste zu verhindern und Schadenersatzansprüche durchzusetzen“, sagt Rechtsanwältin Eva Birkmann, Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht bei BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

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Aktuelles
20.09.2022

Die Terragon AG hatte bereits Ende Juni Insolvenzantrag gestellt. Das Insolvenzverfahren wurde nun am 1. September 2022 vom Amtsgericht Charlottenburg eröffnet (Az. 36t IN 3526/22). Gläubiger und Anleger der Terragon-Anleihe können ihre Forderungen bis zum 30. September beim Insolvenzverwalter anmelden.
15.09.2022

Das Amtsgericht Leipzig hat die Insolvenzverfahren über UDI Sprint Festzins IV GmbH & Co. KG, UDI Immo Sprint Festzins I GmbH & Co. KG und UDI Immo Sprint Festzins II GmbH & Co. KG eröffnet.
12.09.2022

Über vier weitere UDI-Gesellschaften hat das Amtsgericht Leipzig am 5. und 6. September 2022 die Insolvenzverfahren regulär eröffnet. Gläubiger und Anleger können ihre Forderungen bis zum 28. Oktober 2022 beim Insolvenzverwalter anmelden.
18.08.2022

Seit Wochen haben Anleger von Juicy Fields keinen Zugriff mehr auf ihre Konten. Jetzt rückte das Landeskriminalamt Berlin zu einer groß angelegten Razzia aus. Am 16. August 2022 durchsuchten die Ermittler des LKA Wohnungen von zwölf mutmaßlich Verantwortlichen der Internet-Plattform juicyfields.io sowie Geschäftsräume von fünf Firmen an zwei Standorten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Berlin wurden dabei zahlreichte Unterlagen sichergestellt.
16.08.2022

Ein Kunde der BMW Bank hat seinen Kreditvertrag zur Finanzierung eines Autokaufs erfolgreich widerrufen. Das hat das Landgericht München mit Urteil vom 29. Juni 2022 entschieden. Der Widerruf sei auch noch rund drei Jahre nach Abschluss des Darlehensvertrags möglich gewesen, weil die Angaben der BMW Bank zu den Verzugszinsen nicht ausreichend seien und die 14-tägige Widerrufsfrist deshalb nicht in Lauf gesetzt wurde, so das Gericht.
11.08.2022

Die Nuri Bank hat am 9. August 2022 Insolvenz angemeldet. Rund 500.000 Kunden sind von der Insolvenz betroffen. Ihre Einlagen seien aber sicher, teilt die Nuri Bank auf ihrer Webseite mit. Das Bitcoin Ertragskonto ist allerdings weiter eingefroren.