Der Anteilspreis beim offenen Immobilienfonds Leading Cities Invest von KanAm musste zum 26. November 2025 erneut um 3,63 Euro je Anteil reduziert werden. Es ist nicht die erste Abwertung. Inzwischen ist der Anteilspreis auf rund 66 Euro gefallen. Anleger haben durch die Abwertungen viel Geld verloren.
KanAm hatte den offenen Immobilienfonds Leading Cities Invest im Juli 2015 aufgelegt. Der Fonds investiert überwiegend in gewerbliche Immobilien in Europa. Die Probleme auf dem Immobilienmarkt schlagen sich auch in der Entwicklung des Fonds nieder. Seit Dezember 2023 wurden nach Angaben der Fondsgesellschaft 24 Immobilien zur Liquiditätsbeschaffung verkauft. Mit Stand vom 31. Oktober 2025 war der Fonds noch in 17 Immobilien an 12 Standorten in Europa investiert. Die Fondsimmobilien sind derzeit zu 95,4 Prozent vermietet.
Anteilsrückgaben und Immobilienverkäufe
Um eine erneute Abwertung der Anteilspreise zum 26. November 2025 kam die Fondsgesellschaft nach einer Bewertung der Fondsimmobilien durch externe Bewerter nicht herum. Dabei sind die zu erwartenden Verkaufspreise für die Bestandsimmobilien bereits in die Bewertung eingeflossen.
Zudem hat der Leading Cities Invest nach eigenen Angaben weiterhin mit hohen Anteilsrückgaben der Anleger zu kämpfen. Um über ausreichende Liquidität zu verfügen, seien daher Immobilienverkäufe notwendig. Dabei sei der internationale Immobilienmarkt weiter angespannt. „Das macht es schwierig, hohe Verkaufspreise zu erzielen. Einerseits steigt der Druck, Immobilien zu verkaufen und andererseits fällt ihr Wert. Das sind auch für die Anleger keine rosigen Aussichten“, sagt Rechtsanwalt Marcel Seifert, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.
Offene Immobilienfonds – Investition mit Risiko
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Dabei gelten Investitionen in Immobilien häufig als Investitionen in das sprichwörtliche Betongold. Die offenen Immobilienfonds Leading Cities Invest von KanAm oder auch der UniImmo Wohnen ZBI, der im Sommer 2024 um 17 Prozent abgewertet wurde, zeigen jedoch, dass Investitionen in Immobilienfonds riskant sind und Anleger hohe Summen verlieren können.
„Entsprechend müssen die Anleger über die bestehenden Risiken auch ordnungsgemäß aufgeklärt werden. Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat beim UniImmo Wohnen ZBI bereits entschieden, dass die Risikoklasse im Informationsblatt mit dem Wert 2 zu niedrig angegeben wurde“, so Rechtsanwalt Seifert, der bereits Anleger des UniImmo Wohnen ZBI auch vor Gericht vertritt. Zudem hat das Landgericht Stuttgart einer Anlegerin des UniImmo Wohnen ZBI Schadenersatz zugesprochen, weil die Bank sie nicht ausreichend über die Risiken aufgeklärt habe. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.
Anspruch auf Schadenersatz prüfen
Der offene Immobilienfonds Leading Cities Invest wurde unterm Strich sogar stärker abgewertet als der UniImmo Invest ZBI. Auch hier können Anlegern Schadenersatzansprüche entstanden sein, wenn sie nicht ordnungsgemäß aufgeklärt wurden.
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