Rückrufservice

Leonidas Associates III - Vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet

06.01.2022

Die Leonidas Associates III GmbH & Co. KG ist insolvent. Das Amtsgericht Fürth hat das vorläufige Insolvenzverfahren über die Gesellschaft am 27. Dezember 2021 eröffnet (Az.: IN 654/21). Anleger müssen befürchten, dass die Rückzahlung ihrer Nachrangdarlehen nicht geleistet werden kann.

Die BaFin veröffentlichte am 4. Januar 2022 eine entsprechende Mitteilung der Gesellschaft. Darin teilt die Leonidas Associates III GmbH & Co. KG mit, dass sie sich in einer finanziellen Krise befindet und die Zahlungsunfähigkeit drohe. Die Liquidität für die Rückführung der fällig werdenden Darlehen sei nicht vorhanden. Die Gesellschaft habe daher am 23.12.2021 Antrag auf Insolvenz gestellt und das Amtsgericht Fürth hat das vorläufige Insolvenzverfahren nach Weihnachten eröffnet.

Hintergrund für die finanziellen Schwierigkeiten sind nach Angaben der Gesellschaft Rechtsstreitigkeiten mit einem inzwischen insolventen Bauunternehmen und dessen Versicherung und Zahlungen der Konzerngesellschaften nicht rechtzeitig nicht erfolgten. Durch den Rechtsstreit sei es bisher nicht gelungen, Investoren zu gewinnen. Nun drohe der Gesellschaft die Zahlungsunfähigkeit. Für die Anleger bedeutet dies wiederum, dass die Rückzahlung ihrer Nachrangdarlehen in Frage gestellt ist.

Die Nachrangdarlehen hat die Leonidas Associates III GmbH & Co. KG bereits 2013 emittiert und damit noch bevor das Kleinanlegerschutzgesetz in Kraft getreten ist. Eine Prüfung des Emissionsprospekt durch die BaFin war daher nicht erforderlich.

Für die Anleger zeigt sich nun, dass Nachrangdarlehen riskante Geldanlagen sind. Aufgrund der Nachrangigkeit ihrer Forderungen müssen sie sich hinter allen anderen Gläubigern anstellen und drohen in einem Insolvenzverfahren leer auszugehen. „Daher sollte zunächst geprüft werden, ob der Nachrang wirksam vereinbart wurde. Das ist häufig nicht der Fall. Ist die Nachrangklausel unwirksam, hat für die Anleger den Vorteil, dass ihre Forderungen im Insolvenzverfahren gleichrangig mit den Ansprüchen der übrigen Gläubiger behandelt werden“, sagt Rechtsanwalt Hansjörg Looser, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

Ist ausreichend Insolvenzmasse vorhanden und wird das Insolvenzverfahren regulär eröffnet, können die Forderungen form- und fristgerecht beim Insolvenzverwalter angemeldet werden. Doch auch wenn die Nachrangklausel unwirksam sein sollte, müssen die Anleger mit finanziellen Verlusten rechnen. Um diese aufzufangen, können Schadenersatzansprüche geprüft werden.

Schadenersatzansprüche können u.a. gegen die Anlageberater bzw. Anlagevermittler entstanden sein. Sie hätten im Rahmen ihrer Informationspflichten die Anleger über die bestehenden Risiken der Geldanlage und insbesondere über das Totalverlust-Risiko bei Nachrangdarlehen aufklären müssen. „Wurden die Anleger über die Risiken im Unklaren gelassen, können die Anlageberater und Anlagevermittler schadenersatzpflichtig sein“, so Rechtsanwalt Looser.

Bank- und Kapitalanlagerecht

Hier mehr zu diesem Rechtsgebiet erfahren oder anrufen +49 711 - 520 888 0.
Gerne können Sie uns eine Mail senden an info@bruellmann.de

Die Kanzlei BRÜLLMANN bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten. Sprechen Sie uns an.

Mehr Informationen: https://bruellmann.de/bank-und-kapitalmarktrecht

Ansprechpartner

Sekretariat: Frau Damjanovic
Tel:  0711 / 520 888 - 19
Fax: 0711 / 520 888 - 22
E-Mail: h.looser@bruellmann.de

Kontaktieren Sie uns

Ich stimme zu, dass meine Angaben aus dem Kontaktformular zur Beantwortung meiner Anfrage erhoben und verarbeitet werden. Die Daten werden nach abgeschlossener Bearbeitung Ihrer Anfrage gelöscht. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an datenschutz@bruellmann.de widerrufen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. *
Aktuelles
30.06.2022

Wer einen Autokauf über ein Darlehen mit der BMW Bank finanziert hat, hat gute Chancen durch einen Widerruf aus dem Kreditvertrag auszusteigen. Das Landgericht München I bestätigte mit Urteil vom 9. Juni 2022, dass die Angaben der BMW Bank zum Verzugszins unzureichend sind und die 14-tägige Widerrufsfrist darum nicht in Lauf gesetzt wurde. Daher sei der Widerruf auch rund drei Jahre nach Vertragsschluss noch wirksam erfolgt.
28.06.2022

Die Stiftung Warentest hat die Geldanlage Logistik Opportunitäten Nr. 4 der Solvium-Gruppe auf ihre Warnliste gesetzt. Die Solvium-Gruppe bietet Anlegern Investitionen in Container an – als Direkt-Investment oder auch als Namenschuldverschreibung so wie bei Kapitalanlange Logistik Opportunitäten Nr. 4.
23.06.2022

Die BaFin erweitert die Bilanzprüfungen bei der Adler Group. Wie die Finanzdienstleistungsaufsicht am 22. Juni 2022 mitteilte, wird sie den Jahresabschluss 2021 der zur Adler-Gruppe gehörenden Adler Real Estate AG unter die Lupe nehmen. Die Bilanzen für die Jahre 2019 und 2020 werden bereits untersucht.
21.06.2022

Nachdem die UDI Energie Festzins 11 UG & Co. KG Anfang April Insolvenzantrag gestellt hat, hat das Amtsgericht Leipzig das Insolvenzverfahren am 8. Juni 2022 regulär eröffnet (Az.: 401 IN 665/22). Anleger können ihre Forderungen nun bis zum 9. August 2022 beim Insolvenzverwalter schriftlich anmelden.
08.06.2022

Anleger und Genossen der WSW WohnSachWerte eG sind alarmiert. Die Staatsanwaltschaft Weiden in der Oberpfalz ermittelt u.a. wegen Betrugsverdachts. Wie sie in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit dem Polizeipräsidium Oberpfalz Ende März mittteilte, ermittelt sie gegen acht Personen wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs sowie der Untreue bzw. der Beihilfe.
08.06.2022

Wer in diesen Tagen auf den letzten Drücker tanken will, der sollte Bargeld dabeihaben: Kartenzahlungen sind vielerorts nicht möglich. Neben vielen Tankstellen sind die Filialen von Edeka sowie der Edeka-Tochter Netto betroffen. Nach aktuellen Erkenntnissen müssen auch bei ALDI Nord, Rewe oder Rosssmann die betroffenen Kartenterminals ein Update erfahren - das steht aber wohl derzeit nicht zur Verfügung.