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LG Frankenthal spricht Schadenersatz im Wohnmobil-Abgasskandal zu

24.11.2021

Im Abgasskandal um Wohnmobile auf Basis eines Fiat Ducato hat das Landgericht Frankenthal Fiat Chrysler Automobiles, inzwischen zu Stellantis gehörend, mit Urteil vom 27. Oktober 2021 zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 5 O 40/21).

In dem Verfahren ging es um ein Wohnmobil des Typs 2Win des Herstellers Pössl auf der Basis eines Fiat Ducato mit der Abgasnorm Euro 6 und 2,3 Liter Dieselmotor. Der Kläger hatte den Camper 2018 gekauft. Aufgrund der Verwendung einer unzulässigen Abschalteinrichtung in dem von Fiat gebauten Motor machte er Schadenersatzansprüche geltend.

Der Kläger führte aus, dass die Motorsteuerung so eingestellt sei, dass die notwendige Abgasnachbehandlung nach 22 Minuten abgeschaltet werde. Damit sei sie gerade lange genug für den rund 20-minütigen Abgastest im Prüfmodus aktiv. So werde vorgespiegelt, dass der Dieselmotor „sauber“ sei und die gesetzlichen Grenzwerte für den Stickoxid-Ausstoß eingehalten werden. Wenn die Abgasnachbehandlung deaktiviert, steigen die Stickoxid-Emissionen allerdings um ein Vielfaches. Darüber hinaus komme bei der Abgasreinigung auch noch ein sog. Thermofenster zum Einsatz.

Von Fiat, bzw. Stellantis war kein Vertreter zu dem Verfahren erschienen. Das LG Frankenthal folgte daher den Ausführungen des Klägers und sprach ihm Schadenersatz zu. Stellantis kann innerhalb eines Monats Einspruch gegen das Versäumnisurteil des Gerichts einlegen.

Der Fiat-Abgasskandal nahm im Sommer 2020 Fahrt auf, als die Staatsanwaltschaft Frankfurt Geschäftsräume von Fiat Chrysler in Deutschland, Italien und der Schweiz durchsuchen ließ. Dabei ging es um den Verdacht unzulässiger Abschalteinrichtungen bei Dieselfahrzeugen der Marken Fiat, Alfa Romeo, Jeep und Iveco. Im Zuge der Ermittlungen sind verstärkt auch Wohnmobile, die auf einen Fiat Ducato oder Iveco Daily basieren, in den Fokus geraten.

Inzwischen haben verschiedene Gerichte entschieden, dass Fiat sich durch die Verwendung unzulässiger Abschalteinrichtungen auch bei Wohnmobilen schadenersatzpflichtig gemacht hat. „Es bestehen daher gute Chancen, Schadenersatzansprüche durchzusetzen“, sagt Rechtsanwalt Marcel Seifert, BRÜLLMANN Rechtsanwälte. Dabei kommen nicht nur Schadenersatzansprüche gegen den Hersteller in Betracht. Innerhalb der Gewährleistungsfrist von einem Jahr bei Neufahrzeugen und zwei Jahren bei Gebrauchtfahrzeugen können auch Ansprüche gegen den Händler geltend gemacht werden.

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte ist Kooperationspartner der IG Dieselskandal und bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an.

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Aktuelles
06.07.2022

Im Abgasskandal hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) im Juli 2021 eine Musterfeststellungsklage gegen Mercedes eingereicht. Ein Jahr später wird das Musterverfahren am OLG Stuttgart am 12. Juli 2022 eröffnet. Verbraucher, die sich der „Sammelklage“ noch anschließen möchten, können sich bis zum 11. Juli 2022 in das Register eintragen.
29.06.2022

Im Zuge des Abgasskandals ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt nun auch gegen die Autobauer Hyundai und Kia. Nach Medienberichten wurden am 28. Juni 2022 Räumlichkeiten an den deutschen Firmensitzen von Hyundai und Kia in Offenbach bzw. Frankfurt durchsucht. Anlass für die Razzia ist der Verdacht illegaler Abschalteinrichtungen bei Dieselfahrzeugen der koreanischen Autohersteller.
27.06.2022

Im Abgasskandal geht ein Mercedes V 250 Diesel zurück und der Käufer kann im Gegenzug die Erstattung des Kaufpreises abzüglich einer Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer verlangen. Das hat das Landgericht Stuttgart mit Urteil vom 6. Mai 2022 entschieden (Az.: 17 O 827/21).
22.06.2022

Die Audi AG musste im Abgasskandal eine weitere Niederlage bei einem Fahrzeug mit 3-Liter-Dieselmotor hinnehmen. Das Landgericht Düsseldorf verurteilte die VW-Tochter zu Schadenersatz bei einem Audi A6 3.0 TDI. In dem Fahrzeug komme eine unzulässige Abschalteinrichtung zum Einsatz. Dadurch sei die Käuferin vorsätzlich sittenwidrig geschädigt worden, entschied das LG Düsseldorf mit Urteil vom 25. Mai 2022 (Az.: 16 O 345/20).
21.06.2022

Fiat Chrysler ist im Wohnmobil-Abgasskandal erneut verurteilt worden. Das Landgericht Coburg hat mit Versäumnisurteil vom 4. Mai 2022 entschieden, dass Fiat Chrysler Schadenersatz bei einem Wohnmobil des Typs Adria Matrix leisten muss (Az.: 13 O 824/21). Das Wohnmobil basiert auf einem Fiat Ducato mit 2,3 Liter-Dieselmotor.
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Im Abgasskandal hat das Landgericht Dortmund Fiat Chrysler mit Urteil vom 3. Mai 2022 zu Schadenersatz bei einem Wohnmobil Carado T 447 verurteilt (Az.: 3 O 542/20). Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass in dem Wohnmobil eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut ist und Fiat Chrysler als Hersteller des Motors wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung gemäß § 826 BGB Schadenersatz leisten muss.