Rückrufservice

Mercedes Sprinter Rückruf

31.08.2022

Auf Anordnung des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) musste Mercedes im Herbst 2021 Modelle des Mercedes Sprinter zurückrufen. Grund für den Rückruf ist, dass bei den betroffenen Fahrzeugen eine unzulässigen Abschalteinrichtung bzw. unzulässige Reduzierung der Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems entfernt werden muss.

Unter dem Code NC3II6515R wurden Mercedes Sprinter der Baujahre 2013 bis 2018 zurückgerufen. Weltweit sind vom dem Rückruf ca. 260.000 Fahrzeuge betroffen, allein in Deutschland müssen rund 99.000 in die Werkstatt gerufen werden, damit ein Software-Update aufgespielt werden kann. Wenig später erfolgte unter dem Code NC3I6515R noch ein weiterer Rückruf für weltweit rund 5.800 Sprinter der Baujahre 2011 bis 2013, davon ca. 3.400 Fahrzeuge in Deutschland.

Die Fahrzeug-Halter, die dem Rückruf bisher noch nicht gefolgt sind, werden nun offenbar angeschrieben und aufgefordert, ihr Fahrzeug in die Werkstatt zu bringen, damit das Software-Update aufgespielt werden kann. Da ein Rückruf des KBA verpflichtend ist, droht den Haltern ohne ein entsprechendes Software-Update im schlimmsten Fall der Verlust der Zulassung. Andererseits sind die langfristigen Auswirkungen auf Verbrauch oder Leistung des Motors unbekannt.

„Die betroffenen Fahrzeughalter stecken damit in einem Dilemma. Ein Ausweg kann die Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen sein“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN RECHTSANWÄLTE. Mercedes hat die Fahrzeuge mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung in den Verkehr gebracht und die Kunden über die Zulassungsfähigkeit der Fahrzeuge getäuscht. „Den Käufern ist daher schon mit Abschluss des Kaufvertrags ein Schaden entstanden, der sich auch durch ein Software-Update nicht beseitigen lässt. Daher haben sie Anspruch auf Schadenersatz“, so Rechtsanwalt Gisevius.

Mercedes führt die Rückrufe zwar durch, steht aber auf dem Standpunkt, dass die vom KBA bemängelten Funktionen zulässig sind. Zahlreiche Gerichte sehen das allerdings anders und haben Mercedes inzwischen wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung gemäß § 826 BGB zu Schadenersatz verurteilt.

Rückenwind für Schadenersatzansprüche kommt auch vom EuGH. EuGH-Generalanwalt Athanasios Rantos hat in seinem Schlussantrag vom 2. Juni 2022 deutlich gemacht, dass Autohersteller schon dann Schadenersatz leisten müssen, wenn sie nur fahrlässig gehandelt haben. In dem Verfahren zu dem Aktenzeichen C-100/21 geht es um das Thermofenster bei einem Mercedes 220 CDI. „Folgt der EuGH dem Antrag des Generalstaatsanwalts muss den Autoherstellern kein Vorsatz mehr nachgewiesen werden, schon Fahrlässigkeit reicht für Schadenersatzansprüche aus“, sagt Rechtsanwalt Gisevius.

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte ist Kooperationspartner der IG Dieselskandal und bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an.

Abgas-Skandal, Mercedes News

Hier mehr zu diesem Rechtsgebiet erfahren oder anrufen +49 711 - 520 888 0.
Gerne können Sie uns eine Mail senden an info@bruellmann.de

Mehr Informationen: https://bruellmann.de/faelle/mercedes-benz-daimler-ag

Ansprechpartner

Sekretariat: Frau Kalaitsidou
Tel:  0711 / 520 888 - 29
Fax: 0711 / 520 888 - 23  
E-Mail: f.gisevius@bruellmann.de

Kontaktieren Sie uns

Ich stimme zu, dass meine Angaben aus dem Kontaktformular zur Beantwortung meiner Anfrage erhoben und verarbeitet werden. Die Daten werden nach abgeschlossener Bearbeitung Ihrer Anfrage gelöscht. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an datenschutz@bruellmann.de widerrufen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. *
Aktuelles
13.09.2022

Audi muss im Abgasskandal Schadenersatz bei einem Audi A6 3.0 TDI leisten. Das hat das Landgericht Stuttgart mit Urteil vom 10. August 2022 entschieden (Az.: 47 O 95/21). Audi habe in dem Fahrzeug eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet und die Klägerin dadurch vorsätzlich sittenwidrig geschädigt. Gemäß § 826 BGB habe die Klägerin daher Anspruch auf Schadenersatz, so das LG Stuttgart.
12.09.2022

Das Landgericht Stuttgart hat Fiat Chrysler Automobiles (FCA) im Abgasskandal um Wohnmobile auf Basis eines Fiat Ducato zu Schadenersatz verurteilt. Mit Urteil vom 11. August 2022 entschied das Gericht, dass FCA dem Käufer eines Hymer-Wohnmobils Schadenersatz leisten muss, weil in dem Motor eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut sei und der Käufer dadurch vorsätzlich sittenwidrig geschädigt wurde (Az.: 30 O 18/22).
06.09.2022

Im Abgasskandal hat das Landgericht Landshut Opel mit Urteil vom 10. August 2022 zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 55 O 458/22). Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass im Opel Zafira 1.6 Liter eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut ist und die Klägerin Anspruch auf Schadenersatz hat. Gemäß § 852 BGB seien die Ansprüche nicht verjährt.
02.09.2022

Das OLG Hamm hat mit Urteil vom 8. August dem Käufer eines Audi A7 Schadenersatz im Abgasskandal zugesprochen (Az.: I-8 U 77/21).
31.08.2022

Auf Anordnung des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) musste Mercedes im Herbst 2021 Modelle des Mercedes Sprinter zurückrufen. Die Fahrzeug-Halter, die dem Rückruf bisher noch nicht gefolgt sind, werden nun offenbar angeschrieben und aufgefordert, ihr Fahrzeug in die Werkstatt zu bringen, damit das Software-Update aufgespielt werden kann.
31.08.2022

Fiat Chrysler Automobiles (FCA) hat im Wohnmobil-Abgasskandal eine weitere Niederlage kassiert. Das Landgericht Köln entschied mit Urteil vom 12. August 2022, dass Fiat bei einem Wohnmobil von Carthago des Typs Malibu Van 640 LE, das auf einem Fiat Ducato aufbaut, Schadenersatz leisten muss (Az.: 10 O 30/21).