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Project Gruppe - Insolvenzverwalter will Immobilien verkaufen

Bei der insolventen Project-Gruppe sollen die Grundstücke und nicht fortgeführten Projekte verkauft werden. Wie der Insolvenzverwalter am 6. Dezember 2023 in einer Pressemitteilung mitteilte, wurde ein internationales Bieterverfahren eingeleitet. „Welche Auswirkungen der Verkauf auf die Fondsgesellschaften und damit auf die Anleger hat, ist offen. Bei dem derzeit schwierigen Immobilienmarkt muss aber wohl mit finanziellen Verlusten gerechnet werden“, sagt Rechtsanwalt Marcel Seifert, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

Ziel des Bieterverfahrens ist natürlich, einen möglichst hohen Verkaufspreis für die Immobilien zu erzielen. Da sich viele der zu verkaufenden Grundstücke in guten Lagen befinden, geht der Insolvenzverwalter auch von „signifikanten Erlösen“ aus, wie es in der Pressemitteilung heißt. Ob dieser Optimismus gerechtfertigt ist, muss sich zeigen. Die Lage am Immobilienmarkt ist angespannt. Zudem wurden Bauprojekte bereits geplant oder mit den Bauarbeiten begonnen. „Es ist nicht davon auszugehen, dass sich diese Kosten beim Verkauf der Immobilien unter schwierigen Rahmenbedingungen wieder reinholen lassen“, so Rechtsanwalt Seifert.

Im Rahmen des internationalen Bieterverfahrens sollen 35 Projekte verkauft werden. Bei 23 Projekten stehen nach Angaben des Insolvenzverwalters noch unbebaute Grundstücke zum Verkauf. Die Vermarktung erfolgt dabei unabhängig davon, ob bereits ein Insolvenzverfahren über die Projektgesellschaft eröffnet wurde oder nicht.

Bei fünf Projekten wurde schon mit den Bauarbeiten begonnen und einige Wohnungen sind bereits verkauft. Hier wurde den Käufern die Rückabwicklung des Kaufvertrags angeboten, um die Investorensuche nicht zu erschweren. Weiter zum Verkauf stehen sieben Projekte, die überwiegend gewerblich genutzt werden sollen.

Die Insolvenzen haben sich innerhalb der Project-Gruppe auf zahlreiche Projektgesellschaften ausgeweitet. Neben den Käufern sind daher auch zunehmend Anleger, die über ihre Beteiligung an Fondsgesellschaften in die Projekte investiert haben, von den Insolvenzen betroffen.

„Die Anleger müssen mit finanziellen Verlusten rechnen. Sie können aber ihre Ansprüche auf Schadenersatz prüfen lassen, um die Verluste abzuwehren“, so Rechtsanwalt Seifert. Wie nicht nur die Insolvenzen bei der Project-Gruppe zeigen, sind Investitionen in Immobilien keineswegs so sicher wie sie oft dargestellt wurden. Das sprichwörtliche Betongold kann auch Risse bekommen und Anlegern können dann erhebliche Verluste drohen. Allerdings hätten sie im Rahmen einer ordnungsgemäßen Anlageberatung über die Risiken und besonders über ihr Totalverlustrisiko aufgeklärt werden müssen. Rechtsanwalt Seifert: „Ist diese Aufklärung ausgeblieben, können Schadenersatzansprüche entstanden sein.“

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Aktuelles

Der offene Immobilienfonds LLB Semper Real Estate wird seit Oktober 2025 abgewickelt, d.h. die Fondsimmobilien werden verkauft. Anleger müssen damit rechnen, dass beim Verkauf der Immobilien finanzielle Verluste eintreten können. „Um sich gegen die Verluste zu wehren, können die Anleger prüfen lassen, ob ihnen Schadenersatzansprüche entstanden sind“, sagt Rechtsanwalt Marcel Seifert, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

Es war zu befürchten, jetzt ist es Realität: Die Isar – Amper Erneuerbare Energien GmbH ist zahlungsunfähig und überschuldet. Das Amtsgericht Nürnberg das deshalb das Insolvenzverfahren über die Gesellschaft  am 17. März 2026 regulär eröffnet. Anleger können ihre Forderungen noch bis zum 21. April 2026 beim Insolvenzverwalter anmelden.

Für die Anleger der Luana AG haben sich die schlimmsten Befürchtungen bewahrheitet: Die Gesellschaft ist zahlungsunfähig. Das Amtsgericht Schwarzenbek hat das Insolvenzverfahren am 1. April 2026 regulär eröffnet (Az. 1 IN 195/25). Anleger und andere Gläubiger können nun bis zum 13. Mai 2026 ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anmelden.

Phishing und andere Betrugsmethoden beim Online-Banking haben schon gewaltige Schäden verursacht. In vielen Fällen stellt sich die Frage, ob der Kontoinhaber auf seinen Verlusten sitzenbleibt oder ob die Bank für den Schaden aufkommen muss. Geht es nach EuGH-Generalanwalt Athanasios Rantos werden die Rechte der Bankkunden gestärkt. In seinen Schlussanträgen vom 5. März 2026 in der Rechtssache C-70/25 plädierte er dafür, dass der Kontoinhaber zunächst einen unverzüglichen Erstattungsanspruch gegen seine Bank hat und die Haftungsfrage erst anschließend geklärt wird.

Nun also doch: Das Amtsgericht Charlottenburg hat am 23. März 2026  das Insolvenzverfahren über die Genossenschaft Cehatrol Technology eG mit Sitz in Berlin wegen Zahlungsunfähigkeit eröffnet (Az. 3616 IN 11869/25). Anleger bzw. Genossen können ihre Forderungen jetzt bis zum 12. Juni 2026 beim Insolvenzverwalter anmelden.

Auf Vermittlung der inzwischen insolventen Medius Exclusive GmbH hatte ein Mandant von BRÜLLMANN Rechtsanwälte eine fondsgebundene Lebensversicherung abgeschlossen. Dabei hatten die Parteien vereinbart, dass die Provision für die Vermittlung der Lebensversicherung (Atlantic Lux) in Raten gezahlt wird. „Nachdem wir den Widerruf der Vergütungsvereinbarung erklärt haben, muss unser Mandant die ausstehenden Raten nicht mehr leisten“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius. Das hat das Amtsgericht Essen mit Urteil vom 18. März 2026 entschieden (Az. 20 C 297/25.