Rückrufservice

ProReal Europa 9 und 10 - Anleger müssen hohe Verluste befürchten

23.05.2024

Für die Anleger der Schuldverschreibungen ProReal Europa 9 und ProReal Europa 10 wird die Situation immer angespannter. Dass sie nach der Insolvenz der SC Finance Four mit finanziellen Verlusten rechnen müssen, war bereits klar. Wie ernst die Lage ist, zeigt der Insolvenzantrag, den die SC Finance Four am Insolvenzgericht Offenbach eingereicht hat. Demnach müssen die Anleger sogar den Totalverlust ihres investierten Geldes befürchten, berichtet Stiftung Warentest online.

Die One Group mit Sitz in Hamburg emittierte die Kapitalanlagen ProReal Europa 9 und ProReal Europa 10. Über Nachrangdarlehen konnten sich die Anleger beteiligen und investierten rund 278 Millionen Euro. Das Geld der Anleger wurde für 10 Prozent Zinsen an die Poolgesellschaft SC Finance Four gegeben und diese vergab wiederum Darlehen an verschiedene Projektgesellschaften, die dafür 10,75 bis 12,25 Prozent Zinsen im Jahr zahlen sollten.

Auf dem Papier schien die Rechnung aufzugehen. Der Haken ist jedoch, dass die SC Finance Four die Gelder an die Projektgesellschaften als Nachrangdarlehen gegeben hat. Das bedeutet, dass die SC Finance Four keine Forderungen gegen die Projektgesellschaften geltend machen kann, wenn diese dadurch in Insolvenzgefahr geraten. Tatsächlich gerieten mehrere Projektgesellschaften in wirtschaftliche Schwierigkeiten und bedienten die Darlehen nicht mehr.

In der Konsequenz bedeutete dies schließlich, dass die SC Finance Four die Zahlungen an ProReal Europa 9 und 10 nicht mehr leisten konnte und schließlich Insolvenzantrag stellen musste. Damit realisierte sich auch das Verlustrisiko für die Anleger. „Auch die Schuldverschreibungen, die die Anleger der ProReal Europa 9 GmbH und ProReal Europa 10 GmbH gewährt haben, sind nachrangig. Das bedeutet, dass auch sie keine Forderungen auf Zinszahlungen und Rückzahlungen durchsetzen können, wenn dadurch den Gesellschaften ProReal Europa 9 bzw. 10 die Insolvenz drohen könnte. Im Insolvenzfall müssten sie sich aufgrund der vereinbarten Nachrangs mit ihren Forderungen hinter allen anderen Gläubigern anstellen müssen“, sagt Rechtsanwalt Marcel Seifert, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

Das Insolvenzverfahren der SC Finance Four wird derzeit in Eigenverwaltung durchgeführt. Ziel ist es, die Gesellschaft wieder auf wirtschaftlich gesunde Füße zu stellen. „Das wird ohne tiefe Einschnitte bei den Anlegern vermutlich nicht zu realisieren sein“, so Rechtsanwalt Seifert. Die Gesellschaften hatten schon vor einigen Wochen gewarnt, dass es zu erheblichen Zahlungsausfällen kommen kann.

Angesichts dieser Aussichten sollten Anleger handeln und ihre rechtlichen Möglichkeiten nutzen, um sich vor finanziellen Verlusten zu schützen. In Betracht können dabei auch Schadenersatzansprüche gegen die Anlageberater oder -vermittler kommen. „Diese können sich schadenersatzpflichtig gemacht haben, wenn die Anleger nicht über die bestehenden Risiken der Kapitalanlage und insbesondere ihr Totalverlustrisiko aufgeklärt haben“, so Rechtsanwalt Seifert.

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte gibt betroffenen Anlegern der ProReal-Serie für einen Pauschalpreis von 100 Euro zzgl. MwSt. gern eine Ersteinschätzung zu ihren rechtlichen Möglichkeiten. Sprechen Sie uns an!

Hier mehr zu diesem Rechtsgebiet erfahren oder anrufen +49 711 - 520 888 0.
Gerne können Sie uns eine Mail senden an info@bruellmann.de

Mehr Informationen: https://bruellmann.de/bank-und-kapitalmarktrecht

Ansprechpartner

Sekretariat: Frau Polski
Tel: 0711 / 520 888 - 28
Fax: 0711 / 520 888 - 23
E-Mail: m.seifert@bruellmann.de

Kontaktieren Sie uns

Ich stimme zu, dass meine Angaben aus dem Kontaktformular zur Beantwortung meiner Anfrage erhoben und verarbeitet werden. Die Daten werden nach abgeschlossener Bearbeitung Ihrer Anfrage gelöscht. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an datenschutz@bruellmann.de widerrufen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. *
Aktuelles
22.07.2024

Zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung müssen Banken nach dem Geldwäschegesetz (GwG) erhöhte Sorgfalts- und Meldepflichten einhalten. Liegt ein Geldwäscheverdacht vor, müssen Banken diesen unverzüglich melden. In der Praxis führt dies vermehrt zu Kontosperrungen. Für die Kontoinhaber ist das mehr als nur ein Ärgernis, denn ohne Zugriff auf das Konto können z.B. wichtige Rechnungen nicht bezahlt oder Zahlungsfristen nicht eingehalten werden. Das kann wiederum schwerwiegende Konsequenzen haben.
22.07.2024

Anleger der insolventen bc connect GmbH sehen sich mit Rückforderungen durch den Insolvenzverwalter konfrontiert. Ob der Insolvenzverwalter Zahlungen, die vor der Insolvenz an die Anleger geflossen sind, zurückfordern kann, muss im Einzelfall geklärt werden. Anleger können sich ggf. auf Entreicherung berufen. Zudem muss der Insolvenzverwalter nachweisen, dass mit den Zahlungen eine sog. unentgeltliche Leistung erfolgt ist.
12.07.2024

Ein negativer Schufa-Eintrag kann für den betroffenen Verbraucher zu erheblichen Problemen z.B. bei der Kreditaufnahme oder Abschlüssen von Verträgen führen. Gegen unberechtigte Einträge können sich die Betroffenen aber wehren. Das zeigt auch ein Urteil des Landgerichts Stuttgart vom 6. Juni 2024 (Az.: 6 O 106/24).
10.07.2024

Das Kammergericht Berlin hat mit Urteil vom 1. Juli 2024 einem Anleger des Fonds Opalenburg Vermögensverwaltung GmbH & Co. Safeinvest 2 KG Schadenersatz zugesprochen (Az.: 2 U 133/22). Aufgrund einer fehlerhaften Anlageberatung erhält der Anleger sein investiertes Geld vollständig zurück und wird von allen weiteren Zahlungsverpflichtungen freigestellt.
09.07.2024

Die PREOS Global Office Real Estate & Technology AG steht vor der Insolvenz. Wie die Gesellschaft am 28. Juni 2024 in einer Ad-hoc-Mitteilung bekannt gab, wird sie Insolvenzantrag stellen müssen. Den Schritt begründet die Gesellschaft damit, dass das Oberlandesgericht Frankfurt den Freigabeantrag zur Umsetzung der Beschlüsse zur Restrukturierung der Wandelanleihe abgelehnt habe.
08.07.2024

Zuerst spähten die Täter die PIN-Nummer aus, dann stahlen sie die Debit-Karte und hoben schließlich am Geldautomaten rund 2.000 Euro vom Konto ihres Opfers ab. Der Kunde der Sparda-Bank Hamburg bleibt auf dem Schaden jedoch nicht sitzen; die Bank muss ihm den Verlust ersetzen, entschied das Amtsgericht Hamburg-Altona mit Urteil vom 16. April 2024 (Az.: 318b C 192/93).