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Razzia bei Fiat - Durchsuchungen im Abgasskandal

22.07.2020

Jetzt droht auch Fiat Chrysler und dem Schwesterkonzert CNH Industrial, zu dem auch Iveco zählt, Ärger im Abgasskandal. In Deutschland, Italien und der Schweiz haben Ermittler mehrere Standorte der Unternehmen durchsucht.

Grund für die Razzia ist der Verdacht einer illegalen Abschalteinrichtung bei der Abgasreinigung. Die soll in Diesel-Motoren verbaut sein, die in Modellen der Marken Fiat, Alfa Romeo, Jeep und Iveco stecken. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt dabei gegen den Autobauer Fiat Chrysler und dem Schwesterkonzern CNH Industrial, zu dem neben Iveco noch elf weitere Marken gehören.

Bei der Razzia seien Objekte in Frankfurt, Baden-Württemberg, Italien und der Schweiz betroffen. Es geht um den Verdacht illegaler Abschalteinrichtungen in Dieselmotoren. Dieses sollen dazu führen, dass die Grenzwerte für den Stickoxid-Ausstoß im Testbetrieb zwar eingehalten werden, im realen Straßenverkehr aber deutlich steigen. Im gesamten Bundesgebiet sollen mehr als 200.000 Fahrzeuge betroffen sein.

Fiat hat die Durchsuchungen bestätigt. Weitere Details sind noch nicht bekannt.

Fiat Chrysler ist im Abgasskandal kein unbeschriebenes Blatt. In den USA wurde dem Konzern schon 2017 vorgeworfen, Abgaswerte manipuliert zu haben. Gegen Zahlung von umgerechnet rund 690 Millionen Euro konnte Fiat die anschließenden Klagen beilegen. Damit kam Fiat Chrysler im Abgasskandal in den Vereinigten Staaten deutlich günstiger davon als VW.

„Die Ermittlungen deuten darauf hin, dass auch Fiat Chrysler unzulässige Abschalteinrichtungen bei der Abgasreinigung verwendet. Die betroffenen Fahrzeug-Halter können Schadensersatzansprüche geltend machen“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

Das gilt umso mehr, nachdem die EuGH-Generalanwältin Eleanor Sharpston Ende April klargemacht hat, dass sie Abschalteinrichtungen grundsätzlich für unzulässig hält und Ausnahmen nur in engen Grenzen zum unmittelbaren Schutz des Motors zulässig seien.

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte ist Kooperationspartner der IG Dieselskandal und bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an.

 

 

 

Abgas-Skandal

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Aktuelles
12.05.2022

Der Abgasskandal hat auch zahlreiche Audi-Modelle mit 3-Liter-Dieselmotor erfasst. Die betroffenen Halter haben gute Aussichten, Schadenersatzansprüche durchzusetzen. Das zeigt auch ein Urteil des OLG Karlsruhe vom 17. Februar 2022 (Az.: 8 U 451/21). Das OLG hat entschieden, dass der Käufer eines Audi A6 Anspruch auf Schadenersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Täuschung hat.
06.05.2022

Fiat Chrysler Automobiles ist im Wohnmobil Abgasskandal ein weiteres Mal zu Schadenersatz verurteilt worden. Das Landgericht Dessau sprach mit Urteil vom 14. April 2022 dem Käufer eines Wohnmobils des Herstellers Knaus, das auf einem Fiat Ducato aufbaut, Schadenersatz zu (Az. 4 O 315/21).
02.05.2022

Fiat Chrysler ist im Abgasskandal um Wohnmobile auf Basis eines Fiat Ducato erneut zu Schadenersatz verurteilt worden. Das Landgericht Stuttgart kam mit Urteil vom 14. April 2022 zu der Überzeugung, dass Fiat in dem Motor eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet hat und gemäß § 823 BGB zu Schadenersatz verpflichtet ist (Az.: 20 O 147/21).
29.04.2022

Das Landgericht Hamburg hat Mercedes im Abgasskandal mit Urteil vom 19. April 2022 zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 317 O 154/20). Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass im Mercedes C 220 Diesel des Klägers eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut ist und Mercedes sich schadenersatzpflichtig gemacht hat.
28.04.2022

Suzuki steht unter Verdacht, unzulässige Abschalteinrichtungen bei Dieselfahrzeugen verwendet zu haben. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ließ deshalb am 27. April 2022 Geschäftsräume von Suzuki im südhessischen Bensheim untersuchen.
26.04.2022

Eine Entscheidung des OLG Köln dürfte ein Meilenstein für die Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen im Wohnmobil-Abgasskandal sein: Das OLG Köln kündigte mit Beschluss vom 24. Februar 2022 an (Az.: 28 U 55/21), die Berufung von Fiat Chrysler Automobiles (FCA) gegen ein Urteil des Landgerichts Aachen zurückzuweisen.