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Rückruf Porsche Cayenne unter Code ATA0 - unzulässiges Thermofenster

Porsche kann den Abgasskandal noch nicht zu den Akten legen: Wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am 18. März 2026 veröffentlichte, müssen Modelle des Porsche Cayenne wegen eines unzulässigen Thermofensters bei der Abgasrückführung (AGR) in die Werkstatt.

Wie das KBA weiter ausführt, entspreche die Reduktion der AGR-Rate in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur nicht der europäischen Verordnung VO (EG) Nr. 715/2007 und der Rechtsprechung des EuGH aus dem Juli 2022. „Der Europäische Gerichtshof hat mit Urteilen vom 14. Juli 2022 entschieden, dass er Thermofenster, die dazu führen, dass die Abgasrückführung bei Temperaturen unter 15 bzw. über 33 Grad reduziert wird, für unzulässig hält“, erklärt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte. 

 

Software-Update soll aufgespielt werden

 

Eine unzulässige Abschalteinrichtung liegt nach europäischer Rechtsprechung vor, wenn die Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems unter Bedingungen, wie sie vernünftigerweise im Gebiet der EU zu erwarten sind, reduziert wird. Das ist offenbar bei dem verwendeten Thermofenster in den von dem Rückruf betroffenen Porsche Cayenne der Fall.

Bei den betroffenen Modellen handelt es sich nach Angaben des KBA um Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum von Mai 2010 bis Juni 2011. In der Werkstatt soll bei den SUVs ein Software-Update für das Motor- und Getriebesteuergerät aufgespielt werden. Porsche führt den Rückruf unter dem Code ATA0 durch. 

Das KBA geht von weltweit 10.900 betroffenen Fahrzeugen aus, davon knapp 2.500 in Deutschland. Die Behörde überwacht den Rückruf und führt ihn unter der Referenznummer 16292R durch. Nach Angaben von Porsche sind allerdings weniger Fahrzeuge von dem Rückruf betroffen, wie das Fachportal kfz-betrieb.vogel.de berichtet.

Abgas-Skandal, Automotive

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Weitere Rückrufe wegen Thermofenster

 

Rechtsanwalt Gisevius geht davon aus, dass das Thermofenster im Rahmen des Software-Updates neu bedatet wird, so dass die Abgasrückführung auch bei niedrigeren bzw. höheren Temperaturen vollständig arbeitet. Welche Auswirkungen das Update auf den Motor hat, ist jedoch ungewiss.

Schon im Herbst 2024 hatte es einen umfassenden Rückruf für verschiedene  Modelle der Konzernmutter VW aus demselben Grund gegeben. Diese Rückrufaktion setzt sich nun offenbar bei Porsche fort.

 

Fazit: Schadenersatz möglich

 

Für die Halter eines betroffenen Porsche Cayenne bedeutet der Rückruf, dass ihr Fahrzeug offenbar mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung unterwegs ist. Das kann wiederum zu Ansprüchen auf Schadenersatz führen. Denn der Bundesgerichtshof hat im Juni 2023 entschieden, dass Schadenersatzansprüche im Abgasskandal schon bei Fahrlässigkeit des Autoherstellers bestehen. Eine vorsätzliche sittenwidrige Schädigung muss somit nicht mehr nachgewiesen werden. „Die Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen hat sich dadurch gerade bei Fahrzeugen mit einem unzulässigen Thermofenster erleichtert“, so Rechtsanwalt Gisevius. Bei Fahrlässigkeit wird der Kaufvertrag nicht rückabgewickelt. Stattdessen hat der Käufer Anspruch auf Ersatz des sog. Differenzschadens, der nach Rechtsprechung des BGH zwischen 5 und 15 Prozent des Kaufpreises beträgt.

BRÜLLMANN Rechtsanwälte berät von dem Rückruf betroffene Halter eines Porsche Cayenne gerne zu ihren rechtlichen Möglichkeiten.

Mehr Informationen: https://bruellmann.de/schadenersatz-nach-rueckruf-softwareupdate oder https://motorschaden.de/ 

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Aktuelles

Feuchtigkeit in Wohnmobilen, Transportern und anderen Fahrzeugen ist nicht nur ein Ärgernis, sondern kann zu teuren Folgeschäden führen. Die Gründe für den Feuchtigkeitseintritt können vielfältig sein, strittig ist oft, wer für die Kosten aufkommen muss. „Liegt ein Konstruktionsfehler vor, muss in der Regel der Autohersteller oder der Händler die Kosten für die notwendigen Reparaturen übernehmen“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

Für den Kia Niro EV gibt es einen Rückruf wegen Brandgefahr. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am 24. Juli 2026 veröffentlichte, besteht durch einen Fehler im Managementsystem der Hochvolt-Batterie erhöhte Brandgefahr bei der Elektro-Variante des Kia Niro.Wie das KBA weiter angibt, kann durch den Fehler die Überwachung der HV-Batterie eingeschränkt sein. Das kann zu einer Überhitzung der Batterie und im schlimmsten Fall zum Fahrzeugbrand führen. Software-Update für Batteriemanagementsystem 

Der Käufer eines VW Golf 1.6 TDI erhält nach einem Urteil des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts vom 11. März 2026 (Az. 1 U 46/25) Schadenersatz im Abgasskandal. Der Kläger habe Anspruch auf Ersatz des sog. Differenzschadens in Höhe von zehn Prozent des Kaufpreises, entschied das OLG.

Rund 64.000 Volvo XC40 Plug-in-Hybride müssen weltweit zurückgerufen werden. Grund für den Rückruf ist Brandgefahr in der Hochspannungsbatterie, wie Safety Gate, das Schnellwarnsystem der EU, am 10. Juli 2026 meldete. Demnach sind Volvo XC40 PHEV der Baujahre 2020 bis 2022 von dem Rückruf betroffen, den Volvo unter dem Code R10388 durchführt. Bei der Maßnahme wird die Hochvolt-Batterie auf einen möglichen Herstellungsfehler überprüft. Dieser Fehler kann im schlimmsten Fall zur Überhitzung der Batterie und zum Brand führen.  

Rund 3.800 Euro oder fünf Prozent des Kaufpreises erhält ein Käufer eines VW T6 im Abgasskandal zurück. Das hat das Landgericht Traunstein mit Urteil vom 15. Juli 2026 (Az. 2 O 1871/25) entschieden. „Das Gericht ist unserer Auffassung gefolgt, dass in dem VW T6 eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet wird und unser Mandant zumindest fahrlässig geschädigt wurde“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, der zum wiederholten Mal Schadenersatz bei einem VW T6 durchgesetzt hat.

Der Käufer eines Audi A4 erhält im Abgasskandal 15 Prozent des Kaufpreises zurück – 3.450 Euro. Das hat das Amtsgericht Simmern/Hunsrück mit Urteil vom 29. April 2026 entschieden (Az. 37 C 324/25). Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass in dem Audi A4 unzulässige Abschalteinrichtungen verwendet werden und der Käufer zumindest fahrlässig geschädigt wurde.