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Rückruf VW Touareg Code 23TG - unzulässiges Thermofenster

Für den VW Touareg gibt es unter dem Code 23TG einen weiteren Rückruf wegen eines unzulässigen Thermofensters bei der Abgasrückführung. Betroffen sind Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum Januar 2010 bis Juli 2011.

Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) weisen die betroffenen VW Touareg eine Vorschriftenabweichung beim Thermofester auf. Weiter gibt die Behörde an, dass die Reduktion der Abgasrückführungsrate (AGR-Rate) in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur nicht der EU-Verordnung (EG) Nr. 715/2007 und der Rechtsprechung des EuGH aus dem Juli 2022 entspricht. „Mit anderen Worten stellt das verwendete Thermofenster in den betroffenen Fahrzeugen eine unzulässige Abschalteinrichtung dar“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

 

Thermofenster als unzulässige Abschalteinrichtung

 

Funktionen, die die Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems schon bei in der EU üblichen Betriebsbedingungen reduzieren, gelten als unzulässige Abschalteinrichtung. Der EuGH hat mit Urteilen vom 14. Juli 2022 deutlich gemacht, dass er Thermofenster, die dazu führen, dass die Abgasreinigung bei Temperaturen unter 15 bzw. über 33 Grad reduziert wird, für unzulässig hält.

 

Rückruf unter Code 23M7

 

Abgas-Skandal, Automotive

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Deshalb gab es schon im August 2024 für Modelle des VW Touareg der Baujahre 2011 bis 2014 unter dem Code 23M7 einen Rückruf wegen eines unzulässigen Thermofensters. Nun sind auch VW Touareg der Baujahre 2010 bis 2011 von einem Rückruf betroffen. Wie das KBA angibt, müssen weltweit rund 24.500 Fahrzeuge in die Werkstatt. In Deutschland sind es demnach ca. 8.500. Bei den betroffenen Fahrzeugen soll ein Software-Update aufgespielt und dadurch die unzulässige Abschalteinrichtung beseitigt werden.

 

Rückruf ist verpflichtend

 

Rechtsanwalt Gisevius geht davon aus, dass das Thermofenster ausgeweitet werden soll, sodass die Abgasrückführung auch bei niedrigeren Temperaturen noch vollständig arbeitet. Welche Auswirkungen das Update auf den Motor hat, ist allerdings ungewiss.

Da es sich bei dem Rückruf aber nicht um eine freiwillige, sondern um eine verpflichtende Maßnahme handelt, muss das Update installiert werden. Ansonsten kann die Zwangsstilllegung des Fahrzeugs drohen.

 

Fazit: Schadenersatz möglich

 

Halter eines betroffenen VW Touareg können ggf. aber auch Ansprüche auf Schadenersatz haben. Denn der BGH hat im Juni 2023 entschieden hat, dass Schadenersatzansprüche schon bei Fahrlässigkeit des Autoherstellers bestehen. „Dadurch sind die Aussichten auf Schadenersatz wegen eines unzulässigen Thermofensters gestiegen“, so Rechtsanwalt Gisevius. Anders als bei Vorsatz wird der Kaufvertrag bei Fahrlässigkeit nicht rückabgewickelt. Stattdessen erhält der Käufer den sog. Differenzschadenersatz in Höhe von 5 bis 15 Prozent des Kaufpreises.

BRÜLLMANN Rechtsanwälte berät von dem Rückruf betroffene Halter eines VW Touareg gerne zu ihren rechtlichen Möglichkeiten.

Mehr Informationen: https://bruellmann.de/schadenersatz-nach-rueckruf-softwareupdate oder https://motorschaden.de/vw-aktionscode-23m7-23m5-23m4-23m3/

 

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