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Schadenersatz für Audi A3 mit Motor EA 288 im Dieselskandal

17.03.2022

Der VW-Abgasskandal setzt sich bei Fahrzeugen mit dem Dieselmotor EA 288 fort. Das zeigt auch ein Urteil des Landgerichts Bielefeld vom 25. Januar 2022 (Az.: 9 O 102/21). Das Gericht hat der Käuferin eines Audi A3 1,6 TDI mit dem Motor EA 288 Schadenersatz zugesprochen. Als Herstellerin des Motors steht VW in der Haftung.

Der Dieselmotor EA 288 ist der Nachfolger des durch den Dieselskandal zu fragwürdiger Bekanntheit gelangten EA 189. Er wird von der Konzernmutter VW gebaut und in Dieselfahrzeugen bis 2 Liter Hubraum der Konzernmarken VW, Audi, Seat und Skoda eingesetzt. VW steht zwar auf dem Standpunkt, dass in dem Motor keine unzulässige Abschalteinrichtung zum Einsatz kommt, immer mehr Gerichte sehen das jedoch anders.

So auch das Landgericht Bielefeld. Die Klägerin hatte den Audi A3 im Juli 2017 als Gebrauchtwagen gekauft. Die Motorsteuerung des Fahrzeugs enthält eine Software mit der sog. Fahrkurvenerkennung, die die Vorkonditionierung für die Messung auf dem Prüfstand im NEFZ erkennt.

Für das Modell liegt zwar kein Rückruf des Kraftfahrt-Bundesamts wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung vor, die Klägerin machte dennoch Schadenersatzansprüche geltend. Mit Erfolg. Die Abgasreinigung erfolge im Prüfstand in einem anderen Modus als unter normalen Betriebsbedingungen als im realen Fahrbetrieb. Folge sei, dass der Emissionsausstoß im Straßenverkehr höher ist als im Prüfmodus, so das Gericht. VW habe den Vorwurf einer unzulässigen Abschalteinrichtung nicht widerlegt.

Es liege auf der Hand, dass die Klägerin das Fahrzeug nicht gekauft hätte, wenn sie Kenntnis von der Abschalteinrichtung gehabt hätte. Sie habe daher Anspruch auf Rückabwicklung des Kaufvertrags, entschied das LG Bielefeld.

„So wie das Landgericht Bielefeld haben auch schon zahlreiche Landgerichte entschieden, dass VW auch bei Fahrzeugen mit dem Dieselmotor EA 288 Schadenersatz leisten muss. Darüber hinaus haben auch die Oberlandesgerichte Köln und Naumburg VW zu Schadenersatz verurteilt“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte ist Kooperationspartner der IG Dieselskandal und bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an.

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Aktuelles
06.07.2022

Im Abgasskandal hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) im Juli 2021 eine Musterfeststellungsklage gegen Mercedes eingereicht. Ein Jahr später wird das Musterverfahren am OLG Stuttgart am 12. Juli 2022 eröffnet. Verbraucher, die sich der „Sammelklage“ noch anschließen möchten, können sich bis zum 11. Juli 2022 in das Register eintragen.
29.06.2022

Im Zuge des Abgasskandals ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt nun auch gegen die Autobauer Hyundai und Kia. Nach Medienberichten wurden am 28. Juni 2022 Räumlichkeiten an den deutschen Firmensitzen von Hyundai und Kia in Offenbach bzw. Frankfurt durchsucht. Anlass für die Razzia ist der Verdacht illegaler Abschalteinrichtungen bei Dieselfahrzeugen der koreanischen Autohersteller.
27.06.2022

Im Abgasskandal geht ein Mercedes V 250 Diesel zurück und der Käufer kann im Gegenzug die Erstattung des Kaufpreises abzüglich einer Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer verlangen. Das hat das Landgericht Stuttgart mit Urteil vom 6. Mai 2022 entschieden (Az.: 17 O 827/21).
22.06.2022

Die Audi AG musste im Abgasskandal eine weitere Niederlage bei einem Fahrzeug mit 3-Liter-Dieselmotor hinnehmen. Das Landgericht Düsseldorf verurteilte die VW-Tochter zu Schadenersatz bei einem Audi A6 3.0 TDI. In dem Fahrzeug komme eine unzulässige Abschalteinrichtung zum Einsatz. Dadurch sei die Käuferin vorsätzlich sittenwidrig geschädigt worden, entschied das LG Düsseldorf mit Urteil vom 25. Mai 2022 (Az.: 16 O 345/20).
21.06.2022

Fiat Chrysler ist im Wohnmobil-Abgasskandal erneut verurteilt worden. Das Landgericht Coburg hat mit Versäumnisurteil vom 4. Mai 2022 entschieden, dass Fiat Chrysler Schadenersatz bei einem Wohnmobil des Typs Adria Matrix leisten muss (Az.: 13 O 824/21). Das Wohnmobil basiert auf einem Fiat Ducato mit 2,3 Liter-Dieselmotor.
20.06.2022

Im Abgasskandal hat das Landgericht Dortmund Fiat Chrysler mit Urteil vom 3. Mai 2022 zu Schadenersatz bei einem Wohnmobil Carado T 447 verurteilt (Az.: 3 O 542/20). Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass in dem Wohnmobil eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut ist und Fiat Chrysler als Hersteller des Motors wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung gemäß § 826 BGB Schadenersatz leisten muss.