Rückrufservice

Schadenersatz im Audi-Abgasskandal - Anspruch vor Eintritt der Verjährung geltend machen

07.10.2021

Die Audi AG steckt tief im Abgasskandal. Während VW für die Abgasmanipulationen bei Fahrzeugen bis zwei Liter Hubraum mit dem kleineren Dieselmotor EA 189 verantwortlich ist, wurden die größeren Dieselmotoren des Typs EA 896 bzw. EA 897 von der Audi AG entwickelt und hergestellt. Auch bei diesen Motoren hat das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) unzulässige Abschalteinrichtungen festgestellt und den Rückruf angeordnet.

Die Dieselmotoren mit drei Liter Hubraum und mehr wurden nicht nur in zahlreichen Audi-Modellen, sondern auch im Porsche Cayenne, Porsche Macan oder im VW Touareg verbaut. Für zahlreiche dieser Fahrzeuge ordnete das KBA den Rückruf an, damit eine unzulässige Abschalteinrichtung bzw. eine unzulässige Reduzierung der Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems entfernt wird.

Für betroffene Audi-Modelle vom A4 bis A8, vom Q5 bis Q7 ist der Rückruf unter dem Code 23X6 erfolgt. Da es sich um einen verpflichtenden Rückruf des KBA handelte, drohte den Fahrzeugen ohne ein entsprechendes Software-Update der Verlust der Zulassung.

Die Audi-Kunden müssen sich aber nicht mit dem Software-Update abspeisen lassen. Sie haben auch nach der Installation des Updates noch die Möglichkeit, Schadenersatzansprüche durchzusetzen. „Der Schaden ist schon mit Abschluss des Kaufvertrags entstanden. Denn es ist naheliegend, dass ein Käufer ein Fahrzeug mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung und dem möglichen Verlust der Zulassung erst gar nicht erworben hätte, wenn er von den Abgasmanipulationen gewusst hätte. Der Schaden lässt sich durch ein nachträgliches Update nicht beseitigen“, erklärt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius.

Zahlreiche Gerichte, u.a. die Oberlandesgerichte Naumburg, Koblenz und Frankfurt, haben Audi im Abgasskandal wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung bereits verurteilt. Rechtsanwalt Gisevius: „Die Chancen auf Schadenersatz stehen gut. Allerdings muss die Verjährung beachtet werden, die in einigen Fällen Ende 2021 droht.“ Denn im Abgasskandal gilt die kenntnisanhängige dreijährige Verjährungsfrist. Die Verjährungsfrist setzt dann am Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden und der Verbraucher davon Kenntnis erlangt hat ein und endet drei Jahre später. Ist der Anspruch beispielsweise im März 2019 entstanden, müsste er spätestens zum 31.12.2022 geltend gemacht werden. Ansonsten tritt die Verjährung ein.

Strittig ist im Abgasskandal, wann die betroffenen Autokäufer Kenntnis von ihrem Anspruch erlangt haben. Vielfach wird davon ausgegangen, dass dies mit Erhalt des Rückrufschreibens der Fall ist. Ansprüche, die im Laufe des Jahres 2018 entstanden sind, müssen also bis Ende 2021 geltend gemacht werden. „Die Rückrufe für die Audi-Modelle unter dem Code 23X6 sind zum Teil noch 2018 erfolgt. Betroffene Fahrzeughalter sollten ihre Ansprüche daher umgehend geltend machen, bevor es dafür zu spät ist“, sagt Rechtsanwalt Gisevius.

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte ist Kooperationspartner der IG Dieselskandal und bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an.

Abgas-Skandal

Hier mehr zu diesem Rechtsgebiet erfahren oder anrufen +49 711 - 520 888 0.
Gerne können Sie uns eine Mail senden an info@bruellmann.de

Mehr Informationen: https://bruellmann.de/abgasskandal

Ansprechpartner

Sekretariat: Frau Kalaitsidou
Tel:  0711 / 520 888 - 29
Fax: 0711 / 520 888 - 23  
E-Mail: f.gisevius@bruellmann.de

Kontaktieren Sie uns

Ich stimme zu, dass meine Angaben aus dem Kontaktformular zur Beantwortung meiner Anfrage erhoben und verarbeitet werden. Die Daten werden nach abgeschlossener Bearbeitung Ihrer Anfrage gelöscht. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an datenschutz@bruellmann.de widerrufen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. *
Aktuelles
12.08.2022

Das Landgericht Leipzig hat Fiat Chrysler im Wohnmobil-Abgasskandal mit Urteil vom 15. Juli 2022 zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 3 O 689/21).
28.07.2022

Das Landgericht Düsseldorf hat Mercedes im Abgasskandal zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 1 O 210/20). Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass in einem Mercedes GLK 220 CDI 4Matic eine unzulässige Abschalteinrichtung zum Einsatz kommt und der Kläger gemäß § 826 BGB Anspruch auf Schadenersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung hat.
18.07.2022

Im Audi-Abgasskandal hat das Landgericht Chemnitz dem Käufer eines Audi A4 3,0 TDI Schadenersatz zugesprochen. In dem Audi A4 mit 3-Liter-Dieselmotor sei eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut und der Kläger vorsätzlich sittenwidrig geschädigt worden, so das Gericht.
15.07.2022

Im Abgasskandal um Wohnmobile auf Basis eines Fiat Ducato ist Fiat Chrysler Automobiles (FCA) erneut verurteilt worden. Das Landgericht Köln entschied mit Urteil vom 9. Juni 2022, dass der Käufer eines Wohnmobils Sun Living Lido S35 SP Anspruch auf Schadenersatz hat (Az.: 15 O 19/21).
14.07.2022

Bahnbrechendes Urteil des EuGH im Abgassandal (Az.: C-128/20, C-134/20, C-145/20).: Der EuGH hat entschieden, dass das Thermofenster bei der Abgasreinigung eine unzulässige Abschalteinrichtung ist. Käufer betroffener Fahrzeuge könnten daher die Rückabwicklung des Kaufvertrags verlangen.
12.07.2022

Unter dem Rückruf-Code O8R müssen allein in Deutschland mehr als 5.000 Opel Grandland X der Baujahre 2020 und 2021 in die Werkstatt. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am 8. Juli 2022 mitteilt, wurden „Abweichungen von Abgasvorschriften bezüglich der Prüfstandsmessung“ festgestellt.