Rückrufservice

Schadenersatz im Wirecard-Skandal

14.09.2020

Die insolvente Wirecard AG hat einen immensen Schuldenberg angehäuft. Von rund 3 Milliarden Euro ist die Rede. Auch wenn Unternehmenteile verkauft werden, können die Gläubiger im Insolvenzverfahren nicht mit einer allzu hohen Quote rechnen.

„Forderungen zur Insolvenztabellen sollten natürlich trotzdem angemeldet werden – auch von den Aktionären und Anlegern der Wirecard. Um die Verluste zu kompensieren, sollten aber auch Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden“, sagt Rechtsanwalt Marcel Seifert, BRÜLLMANN Rechtanwälte.

Dass die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen erfolgreich sein kann, zeigt ein Beschluss des OLG München vom 26. August. Ein Aktionär hatte gegen den ehemaligen Wirecard-Chef Markus Braun auf Schadensersatz geklagt und einen Vermögensarrest erreicht. Wie das OLG erklärte, sei eine vorsätzliche Schädigung des Aktionärs durch den Ex-Vorstandsvorsitzenden ausreichend wahrscheinlich.

Der Kläger hatte für rund 27.000 Euro Wirecard-Aktien gekauft und im Juni für ca. 4.000 Euro verkauft. Er machte Schadensersatzansprüche in Höhe von 20.000 Euro geltend. Das OLG München ordnete zur Sicherung der Zwangsvollstreckung wegen der Forderung auf 20.000 Euro Schadensersatz „dinglichen Arrest in das gesamte Vermögen“ an. Braun könne den anteiligen Vermögensarrest allerdings durch Hinterlegung der geforderten Summe plus Zinsen außer Vollzug setzen, berichtet u.a. das „Manager Magazin“.

Das Beispiel könnte durchaus Schule machen. „Aktionären steht der Weg offen, Schadensersatzansprüche gegen die ehemaligen Vorstände geltend zu machen und deren Vermögen anteilig einzufrieren“, so Rechtsanwalt Seifert.

Neben den ehemaligen Vorständen kommen noch andere Anspruchsgegner in Betracht, u.a. auch die Wirtschaftsprüfer, die über Jahre die Bilanzen abgesegnet haben, obwohl sie nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft schon seit 2015 frisiert waren. Auch aus einem internen Bericht der Wirtschaftsprüfer von EY an den Aufsichtsrat gehe hervor, dass die Bilanzen schon länger gefälscht waren, berichtet nun die „Welt am Sonntag“. Nach der Antwort eines früheren Wirecard-Treuhänders, die sie im Juni 2020 erhielten, gehen die Wirtschaftsprüfer nun davon aus, dass die Wirecard-Konten schon in den Jahren 2017 und 2018 gefälscht waren. Am 29. Juni 2020 verweigerten die Wirtschaftsprüfer der Wirecard AG schließlich das Testat.

Wie die „Welt am Sonntag“ weiter berichtet, habe es in internen Berichten bereits früher Zweifel an den Rechnungswerken im Ausland gegeben. „Umso mehr stellt sich die Frage, warum den Zweifeln nicht auf weiter auf den Grund gegangen wurde und warum die Testate offenbar trotz fehlender Unterlagen erteilt wurden. Haben die Wirtschaftsprüfer ihre Sorgfaltspflicht vernachlässigt, können sie schadensersatzpflichtig sein“, erklärt Rechtsanwalt Seifert.

BRÜLLMANN Rechtsanwälte bietet Wirecard-Anlegern eine kostenlose Erstberatung an.

Mehr Informationen: https://www.wirecard-anwalt.de/

 

Bank- und Kapitalanlagerecht

Hier mehr zu diesem Rechtsgebiet erfahren oder anrufen +49 711 - 520 888 0.
Gerne können Sie uns eine Mail senden an info@bruellmann.de

Ansprechpartner

Sekretariat: Frau Polski
Tel: 0711 / 520 888 - 28
Fax: 0711 / 520 888 - 23
E-Mail: m.seifert@bruellmann.de

Kontaktieren Sie uns

Ich stimme zu, dass meine Angaben aus dem Kontaktformular zur Beantwortung meiner Anfrage erhoben und verarbeitet werden. Die Daten werden nach abgeschlossener Bearbeitung Ihrer Anfrage gelöscht. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an datenschutz@bruellmann.de widerrufen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. *
Aktuelles
25.05.2022

Neues Kapitel in der Insolvenz um die Deutsche Lichtmiete Gruppe. Nachdem das Insolvenzverfahren über die Deutsche Lichtmiete AG bereits eröffnet wurde, hat das Amtsgericht Oldenburg am 5. Mai 2022 auch die Insolvenzverfahren über die Deutsche Lichtmiete Direkt-Investitionsgesellschaften regulär eröffnet.
23.05.2022

Der Europäische Gerichtshof hat mit Urteilen vom 9. September 2021 die Tür für den Widerruf von Autokrediten weit aufgestoßen (Az.: C-33/20, C-155/20, C-187/20). Der Bundesgerichtshof folgte nun mit Urteil vom 12. April 2022 der Rechtsprechung des EuGH (Az.: XI ZR 179/21).
20.05.2022

Die angeschlagene Adler-Group liefert weiter Schlagzeilen, die die Anleihe-Anleger und Aktionäre beunruhigen dürfte. So haben die Wirtschaftsprüfer von KPMG die Zusammenarbeit aufgekündigt. udem ist auch die Tochtergesellschaft Consus Real Estate in wirtschaftliche Schieflage geraten.
16.05.2022

Schlechte Nachrichten für Anleger der te Solar Sprint IV GmbH & Co. KG: Die Gesellschaft hat Antrag auf Insolvenz gestellt. Für die Anleger bedeutet dies, dass sie mit dem Ausfall ihrer Forderungen rechnen müssen.
09.05.2022

Die Gesellschaften te Solar Sprint II und te Solar Sprint III sind insolvent. Das Amtsgericht Leipzig hat die Insolvenzverfahren am 26. April 2022 eröffnet (Az.: 401 IN 2361/21 bzw. 401 IN 2365/21). Anleger der te Solar Sprint II können ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter bis zum 14. Juni 2022 anmelden, Anleger der te Solar Sprint III haben Zeit bis zum 24. Juni 2022.
05.05.2022

Als ob die Aktionäre der insolventen Wirecard AG nicht schon genug gestraft wären, könnte jetzt noch weiterer Ärger auf sie zukommen. Nachdem das Landgericht München am 5. Mai 2022 die Jahresabschlüsse des Konzerns 2017 und 2018 für ungültig erklärt hat, könnte der Insolvenzverwalter ausgeschüttete Dividenden von den Aktionären zurückfordern.