UDI Energie Festzins – Insolvenzverfahren am AG Leipzig eröffnet

07.09.2021

Die Insolvenz verschiedener UDI-Gesellschaften hatte sich in den vergangenen Wochen und Monaten schon abgezeichnet, jetzt ist sie eingetreten. Das Amtsgericht Leipzig hat am 31. August bzw. 1. September 2021 die regulären Insolvenzverfahren eröffnet. Betroffen sind:

• UDI Energie Festzins III UG & Co. KG – Az.: 401 IE 989/21
• UDI Energie Festzins IV GmbH & Co. KG – Az.: 401 IE 971/21
• UDI Energie Festzins V GmbH & Co. KG – Az.: 401 IE 999/21
• UDI Energie Festzins VI GmbH & Co. KG – Az.: 401 IE 775/21
• UDI Energie Festzins VII GmbH & Co. KG – Az.: IE 991/21
• UDI Energie Festzins VIII GmbH & Co. KG – Az.: IE 1000/21
• UDI Energie Festzins IX GmbH & Co. KG – Az.: IE 1021/21
• UDI Energie Mix Festzins GmbH & Co. KG – Az.: IE 1001/21

Die vorläufige Eigenverwaltung ist damit beendet und die Insolvenzverfahren regulär eröffnet. Für die Anleger bedeutet das, dass sie ihre Forderungen bis zum 5. bzw. 12. Oktober 2021 form- und fristgerecht beim Insolvenzverwalter anmelden können. Die Insolvenz bedeutet für die Anleger allerdings auch, dass sie mit erheblichen finanziellen Verlusten rechnen müssen.

Die insolventen UDI-Gesellschaften haben Nachrangdarlehen emittiert. Für Anleger sind Nachrangdarlehen besonders riskant, weil sie aufgrund der vereinbarten Rangrücktritts hinter die Forderungen der anderen Gläubiger zurücktreten. Im Insolvenzfall können die Anleger somit komplett leer ausgehen.

„Im Fall der UDI-Nachrangdarlehen besteht allerdings berechtigte Hoffnung, dass der Rangrücktritt nicht wirksam vereinbart wurde und die Nachrangigkeit daher entfällt“, sagt Rechtsanwältin Eva Birkmann, Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht bei BRÜLLMANN Rechtsanwälte. Hintergrund ist, dass die Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin die UDI-Nachrangdarlehen geprüft und die Nachrangklauseln für unzureichend erachtet hat. Daraufhin ordnete die BaFin die Abwicklung des unerlaubt betriebenen Einlagengeschäfts für diverse UDI-Gesellschaften an. Folge waren die Insolvenzanträge.

Anleger sollten ihre Forderungen im Insolvenzverfahren nun unbedingt anmelden, da nur angemeldete Forderungen berücksichtigt werden können. Es ist aber davon auszugehen, dass dennoch finanzielle Verluste auf die Anleger zukommen. Diese können ggf. durch die Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen entstanden sein.

Schadenersatzforderungen können z.B. aufgrund einer fehlerhaften Anlageberatung entstanden sein. „Die Anlageberater oder Anlagevermittler hätten die Anleger über die Risiken der Nachrangdarlehen und insbesondere über das Totalverlustrisiko aufklären müssen. Wurden die Risiken verschwiegen, können Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden“, so Rechtsanwältin Birkmann. Ansprüche können auch gegen die Verantwortlichen der UDI-Gesellschaften wegen möglichen Verstößen gegen das Kreditwesengesetz entstanden sein.

Die Kanzlei BRÜLLMANN bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten. Sprechen Sie uns an.

Mehr Informationen: https://bruellmann.de/bank-und-kapitalmarktrecht

Ansprechpartner

Sekretariat: Frau Polski
Tel:  0711 / 520 888 - 18
Fax: 0711 / 520 888 - 23
E-Mail: e.birkmann@bruellmann.de

Kontaktieren Sie uns

Ich stimme zu, dass meine Angaben aus dem Kontaktformular zur Beantwortung meiner Anfrage erhoben und verarbeitet werden. Die Daten werden nach abgeschlossener Bearbeitung Ihrer Anfrage gelöscht. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an datenschutz@bruellmann.de widerrufen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. *
Aktuelles
10.09.2021

Der Europäische Gerichtshof hat mit Urteil vom 9. September 2021 ein dickes Ausrufezeichen zum Widerruf von Kreditverträgen gesetzt und die Rechte der Verbraucher erheblich gestärkt. Der EuGH machte deutlich, dass die Angaben der Banken, insbesondere zur Höhe des Verzugszinses oder zur Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung oft unzureichend sind und der Widerruf daher auch noch Jahre nach Abschluss des Kreditvertrags möglich ist (Az.: C-33/20, C-155/20, C-187/20).
07.09.2021

Die Insolvenz verschiedener UDI-Gesellschaften hatte sich in den vergangenen Wochen und Monaten schon abgezeichnet, jetzt ist sie eingetreten. Das Amtsgericht Leipzig hat am 31. August bzw. 1. September 2021 die regulären Insolvenzverfahren eröffnet.
30.08.2021

Das Landgericht Konstanz hat mit Urteil vom 30. Juli 2021 entschieden, dass der Widerruf eines Autokredits bei der Bank11 wirksam erfolgt ist (Az.: B 2 O 447/20).
10.08.2021

Der Europäische Gerichtshof könnte ein dickes Ausrufezeichen zum Widerruf von Autokrediten setzen, dass den Banken gar nicht schmecken dürfte. Am 9. September 2021 setzt sich der EuGH gleich in drei Fällen mit dem Widerruf von Autokreditverträgen auseinander (Az.: C-33/20, C-155/20, C-187/20).
02.07.2021

Wie aus einer aktuellen Entscheidung des BGH hervorgeht, fehlt es den Banken an der rechtlichen Grundlage für den Anspruch auf eine Vorfälligkeitsentschädigung, wenn die Berechnungsmethode nicht ordnungsgemäß dargestellt wurde (Az.: XI ZR 320/20). Es bestehen daher gute Chancen, eine Vorfälligkeitsentschädigung zurückzufordern.
23.06.2021

Das OLG Stuttgart hat mit Urteil vom 18, Mai 2021 bestätigt, dass der Widerruf eines Kreditvertrags mit der Opel Bank wirksam erfolgt ist (Az.: 6 U 133/20). Der Widerruf des Autokredits kann eine gute Möglichkeit sein, um auch aus dem Kaufvertrag für das Fahrzeug auszusteigen.