Rückrufservice

UDI Energie Festzins - LG Leipzig spricht Anleger Schadenersatz zu

02.07.2024

Ein Urteil des Landgerichts Leipzig vom 8. Mai 2024 dürfte UDI-Anlegern Hoffnung machen, dass ihr investiertes Geld nicht verloren sein muss. Das LG Leipzig sprach einem UDI-Anleger Schadenersatz zu, da er nicht ordnungsgemäß über die Risiken der Geldanlage aufgeklärt worden war (Az.: 09 O 2061/22).

Der Anleger hatte der UDI Energie Festzins IV GmbH & Co. KG ein unbesichertes Nachrangdarlehen über 5.000 Euro mit qualifizierten Rangrücktritt gewährt. Wie viele andere UDI-Gesellschaften ist auch die UDI Energie Festzins IV GmbH & Co. KG in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten und musste Insolvenz anmelden. So hatte die Finanzaufsicht Bafin festgestellt, dass die UDI Energie Festzins IV GmbH & Co. KG das Einlagengeschäft ohne die erforderliche Erlaubnis betreibt und ihr im Mai 2021 die Abwicklung des Geschäfts aufgeben. Damit wurde die Gesellschaft verpflichtet, die angenommenen Gelder unverzüglich an die Anleger zurückzuzahlen. Wenige Wochen später folgte der Insolvenzantrag.

Auch bei anderen UDI-Gesellschaften erlies die BaFin solche Rückabwicklungsanordnungen und weitere Insolvenzen folgten. „Für viele UDI-Anleger zeigte sich, dass Nachrangdarlehen äußerst riskante Kapitalanlagen sind und ihnen hohe finanzielle Verluste drohen, da ihre Forderungen nur nachrangig sind. Neben der Anmeldung der Forderungen im Insolvenzverfahren haben Anleger aber auch die Möglichkeit Schadenersatzansprüche geltend zu machen, weil sie nicht ordnungsgemäß über die bestehenden Risiken aufgeklärt wurden“, sagt Rechtsanwalt Marcel Seifert, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

So hätten die Anlageberater bzw. Anlagevermittler die Anleger über die bestehenden Risiken der Geldanlage und insbesondere über ihr Totalverlustrisiko ordnungsgemäß aufklären müssen. Auch in dem Emissionsprospekt müssen die Risiken dargestellt werden.

Das LG Leipzig erkannte in dem zu Grunde liegenden Fall eine Verletzung der Aufklärungspflichten. Weder im Prospekt noch durch die Anlagevermittlerin seien die Risiken insbesondere das Totalverlustrisiko bei Nachrangdarlehen zutreffend dargestellt worden. Die Geldanlage sei irreführend als „solide Wertanlage“ dargestellt worden. Auch der Begriff „Festzins“ suggeriere die irreführende Vorstellung, dass es sich um eine risikoarme Kapitalanlage handelt, so das Gericht.

Der Anleger habe daher Anspruch auf Schadenersatz gegen die Anlagevermittlerin und einen ehemaligen Geschäftsführer der UDI-Gruppe. Der Anleger erhält sein investiertes Geld plus eine Entschädigung für den entgangenen Gewinn zurück. Die bereits erhaltenen Ausschüttungen werden von dem Schadenersatzanspruch abgezogen.

Es ist nicht das erste Urteil zu Gunsten von UDI-Anlegern. So hatte z.B. auch das OLG Dresden Ende 2023 einem UDI-Anleger Schadenersatz zugesprochen.

Hier mehr zu diesem Rechtsgebiet erfahren oder anrufen +49 711 - 520 888 0.
Gerne können Sie uns eine Mail senden an info@bruellmann.de

Eine ganze Reihe der UDI-Geldanlagen trugen den Begriff „Festzins“ im Namen. „Das weckte bei einigen Anlegern die falsche Vorstellung einer sicheren Geldanlage. Tatsächlich sind Nachrangdarlehen für den Anleger aber überaus riskante Kapitalanlagen. Die Urteile zeigen aber, dass die Anleger gute Chancen auf Schadenersatz haben“, so Rechtsanwalt Seifert.

Die Geltendmachung der Schadenersatzansprüche sollte aber nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden, da aufgrund der dreijährigen Verjährungsfrist die Ansprüche ggf. Ende 2024 verjähren.

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte bietet betroffenen UDI-Anlegern zum Pauschalpreis von 100 Euro zzgl. MwSt. eine Ersteinschätzung Ihrer rechtlichen Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an.

Mehr Informationen: https://bruellmann.de/bank-und-kapitalmarktrecht

Ansprechpartner

Sekretariat: Frau Polski
Tel: 0711 / 520 888 - 28
Fax: 0711 / 520 888 - 23
E-Mail: m.seifert@bruellmann.de

Kontaktieren Sie uns

Ich stimme zu, dass meine Angaben aus dem Kontaktformular zur Beantwortung meiner Anfrage erhoben und verarbeitet werden. Die Daten werden nach abgeschlossener Bearbeitung Ihrer Anfrage gelöscht. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an datenschutz@bruellmann.de widerrufen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. *
Aktuelles
22.07.2024

Zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung müssen Banken nach dem Geldwäschegesetz (GwG) erhöhte Sorgfalts- und Meldepflichten einhalten. Liegt ein Geldwäscheverdacht vor, müssen Banken diesen unverzüglich melden. In der Praxis führt dies vermehrt zu Kontosperrungen. Für die Kontoinhaber ist das mehr als nur ein Ärgernis, denn ohne Zugriff auf das Konto können z.B. wichtige Rechnungen nicht bezahlt oder Zahlungsfristen nicht eingehalten werden. Das kann wiederum schwerwiegende Konsequenzen haben.
22.07.2024

Anleger der insolventen bc connect GmbH sehen sich mit Rückforderungen durch den Insolvenzverwalter konfrontiert. Ob der Insolvenzverwalter Zahlungen, die vor der Insolvenz an die Anleger geflossen sind, zurückfordern kann, muss im Einzelfall geklärt werden. Anleger können sich ggf. auf Entreicherung berufen. Zudem muss der Insolvenzverwalter nachweisen, dass mit den Zahlungen eine sog. unentgeltliche Leistung erfolgt ist.
12.07.2024

Ein negativer Schufa-Eintrag kann für den betroffenen Verbraucher zu erheblichen Problemen z.B. bei der Kreditaufnahme oder Abschlüssen von Verträgen führen. Gegen unberechtigte Einträge können sich die Betroffenen aber wehren. Das zeigt auch ein Urteil des Landgerichts Stuttgart vom 6. Juni 2024 (Az.: 6 O 106/24).
10.07.2024

Das Kammergericht Berlin hat mit Urteil vom 1. Juli 2024 einem Anleger des Fonds Opalenburg Vermögensverwaltung GmbH & Co. Safeinvest 2 KG Schadenersatz zugesprochen (Az.: 2 U 133/22). Aufgrund einer fehlerhaften Anlageberatung erhält der Anleger sein investiertes Geld vollständig zurück und wird von allen weiteren Zahlungsverpflichtungen freigestellt.
09.07.2024

Die PREOS Global Office Real Estate & Technology AG steht vor der Insolvenz. Wie die Gesellschaft am 28. Juni 2024 in einer Ad-hoc-Mitteilung bekannt gab, wird sie Insolvenzantrag stellen müssen. Den Schritt begründet die Gesellschaft damit, dass das Oberlandesgericht Frankfurt den Freigabeantrag zur Umsetzung der Beschlüsse zur Restrukturierung der Wandelanleihe abgelehnt habe.
08.07.2024

Zuerst spähten die Täter die PIN-Nummer aus, dann stahlen sie die Debit-Karte und hoben schließlich am Geldautomaten rund 2.000 Euro vom Konto ihres Opfers ab. Der Kunde der Sparda-Bank Hamburg bleibt auf dem Schaden jedoch nicht sitzen; die Bank muss ihm den Verlust ersetzen, entschied das Amtsgericht Hamburg-Altona mit Urteil vom 16. April 2024 (Az.: 318b C 192/93).