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Verdacht der Abgasmanipulationen bei Opel – KBA kündigt Rückruf an

16.10.2018

Opel erlebte einen „schwarzen Montag“ und dürfte endgültig im Dieselskandal angekommen sein. Zunächst kam es am 15. Oktober 2018 wegen des Anfangsverdachts von Abgasmanipulationen zu einer Razzia an den Opel-Standorten in Kaiserslautern und Rüsselsheim. Wenig später erklärte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), dass es den Rückruf für rund 100.000 Diesel-Fahrzeuge wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung in Kürze anordnen werde.

 

Die Ermittler des Landeskriminalamts Hessen und der Staatsanwaltschaft Frankfurt rückten an den Opel-Standorten in Rüsselsheim und Kaiserslautern an, weil der Verdacht besteht, dass Opel Diesel-Fahrzeuge mit manipulierter Abgas-Software in den Verkehr gebracht hat. Es werde wegen des Anfangsverdachts des Betrugs ermittelt, bestätigte die Staatsanwaltschaft. Dabei soll es um rund 95.000 Fahrzeuge der Modelle Insignia, Zafira und Cascada der Baujahre 2012, 2014 und 2017 gehen. Der große Teil der Fahrzeuge verfügt bereits über die vermeintlich saubere Schadstoffklasse Euro 6. Opel räumte zwar die Ermittlungen ein, steht aber auf dem Standpunkt, dass die Fahrzeuge vorschriftsmäßig sind.

 

Ganz neu sind die Vorwürfe gegen Opel nicht. Schon nach Bekanntwerden des VW-Abgasskandals gerieten auch andere Autobauer wie Opel in den Blickpunkt. Schon zu diesem Zeitpunkt sollen Abschalteinrichtungen bei Opel gefunden worden sein, an deren Zulässigkeit das KBA seine Zweifel hatte. Die Abschalteinrichtungen sollten im Rahmen einer freiwilligen Servicemaßnahme entfernt worden. Bislang soll Opel aber erst bei rund 70 Prozent der betroffenen Fahrzeuge das Software-Update aufgespielt haben.

 

Anfang 2018 hatte das KBA eine weitere Abschalteinrichtung bei Opel entdeckt zu der sich der Autobauer im Rahmen einer amtlichen Anhörung äußern sollte. Dabei handelt es sich vermutlich um ein sog. thermisches Fenster, durch das die Abgasreinigung in bestimmten Situationen reduziert wird. Autohersteller begründen diese Maßnahme als wichtige Schutzfunktion für den Motor.

Abgas-Skandal

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Nach den Durchsuchungen und dem angekündigten Rückruf dürfte diese Erklärung nicht mehr ausreichen. „Der Abgasskandal hat Opel eingeholt“, sagt Rechtsanwalt Marcel Seifert, BRÜLLMANN Rechtsanwälte. Dabei dürfte es um Abgasmanipulationen sowohl bei Diesel-Motoren mit der Schadstoffklasse Euro 5 als auch der Abgasnorm Euro 6 gehen. „Sollte sich der Verdacht der Abgasmanipulationen bestätigen, können betroffene Opel-Kunden dagegen vorgehen und ihre Rechte auf Schadensersatz bzw. Rückabwicklung des Kaufvertrags prüfen lassen“, erklärt Rechtsanwalt Seifert.

 

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12.05.2022

Der Abgasskandal hat auch zahlreiche Audi-Modelle mit 3-Liter-Dieselmotor erfasst. Die betroffenen Halter haben gute Aussichten, Schadenersatzansprüche durchzusetzen. Das zeigt auch ein Urteil des OLG Karlsruhe vom 17. Februar 2022 (Az.: 8 U 451/21). Das OLG hat entschieden, dass der Käufer eines Audi A6 Anspruch auf Schadenersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Täuschung hat.
06.05.2022

Fiat Chrysler Automobiles ist im Wohnmobil Abgasskandal ein weiteres Mal zu Schadenersatz verurteilt worden. Das Landgericht Dessau sprach mit Urteil vom 14. April 2022 dem Käufer eines Wohnmobils des Herstellers Knaus, das auf einem Fiat Ducato aufbaut, Schadenersatz zu (Az. 4 O 315/21).
02.05.2022

Fiat Chrysler ist im Abgasskandal um Wohnmobile auf Basis eines Fiat Ducato erneut zu Schadenersatz verurteilt worden. Das Landgericht Stuttgart kam mit Urteil vom 14. April 2022 zu der Überzeugung, dass Fiat in dem Motor eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet hat und gemäß § 823 BGB zu Schadenersatz verpflichtet ist (Az.: 20 O 147/21).
29.04.2022

Das Landgericht Hamburg hat Mercedes im Abgasskandal mit Urteil vom 19. April 2022 zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 317 O 154/20). Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass im Mercedes C 220 Diesel des Klägers eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut ist und Mercedes sich schadenersatzpflichtig gemacht hat.
28.04.2022

Suzuki steht unter Verdacht, unzulässige Abschalteinrichtungen bei Dieselfahrzeugen verwendet zu haben. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ließ deshalb am 27. April 2022 Geschäftsräume von Suzuki im südhessischen Bensheim untersuchen.
26.04.2022

Eine Entscheidung des OLG Köln dürfte ein Meilenstein für die Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen im Wohnmobil-Abgasskandal sein: Das OLG Köln kündigte mit Beschluss vom 24. Februar 2022 an (Az.: 28 U 55/21), die Berufung von Fiat Chrysler Automobiles (FCA) gegen ein Urteil des Landgerichts Aachen zurückzuweisen.