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Wohnmobil-Abgasskandal: LG Dessau verurteilt Fiat zu Schadenersatz

06.05.2022

Fiat Chrysler Automobiles ist im Wohnmobil Abgasskandal ein weiteres Mal zu Schadenersatz verurteilt worden. Das Landgericht Dessau sprach mit Urteil vom 14. April 2022 dem Käufer eines Wohnmobils des Herstellers Knaus, das auf einem Fiat Ducato aufbaut, Schadenersatz zu (Az. 4 O 315/21). Nach Überzeugung des Gerichts ist in dem Motor des Fahrzeugs eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut und Fiat als Motorenhersteller schadenersatzpflichtig.

Der Kläger hatte das Wohnmobil des Herstellers Knaus im Juni 2018 als Neufahrzeug gekauft. Als Basis für das Wohnmobil dient ein Fiat Ducato mit 2,3 Liter Motor und der Abgasnorm Euro 6.

Im Zuge des Dieselskandals hatte die Untersuchungskommission „Volkswagen“ festgestellt, dass auch in Fahrzeugen des Autoherstellers Fiat Chrysler, inzwischen zu Stellantis gehörend, eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut ist. Diese bewirkt, dass die Abgasnachbehandlung 22 Minuten nach Motorstart reduziert bzw. abgeschaltet werde. Damit ist sie gerade lange genug für den 20-minütigen Abgastest im Prüfzyklus aktiv.

Auch in seinem Knaus-Wohnmobil komme solch eine unzulässige Abschalteinrichtung zum Einsatz führte der Kläger an und machte Schadenersatzansprüche geltend.

Das Landgericht Dessau folgte seinen Ausführungen und sprach ihm gemäß § 826 BGB Schadenersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zu. Fiat ist es in dem Verfahren nicht gelungen, den Vorwurf einer unzulässigen Abschalteinrichtung zu widerlegen.

Fiat habe den Fiat Ducato, der als Basisfahrzeug für das Wohnmobil des Klägers dient, hergestellt und mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung ausgerüstet, so das LG Dessau. Durch eine Zeitschaltuhr, die nach ca. 22 Minuten die Abgasrückführungsrate fast auf null reduziere bzw. durch die Deaktivierung der Regeneration des NOx-Speicherkatalysators werde die Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems unter normalen Betriebsbedingungen reduziert. Derartige Abschalteinrichtungen seien unzulässig, stellte das Gericht klar.

Dem Kläger sei schon mit Abschluss des Kaufvertrags ein Schaden entstanden. Gegen Rückgabe des Fahrzeugs könne er daher die Erstattung des Kaufpreises abzüglich einer Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer verlangen, entschied das LG Dessau.

Abgas-Skandal

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„Eine Reihe von Gerichten hat Fiat im Wohnmobil Abgasskandal inzwischen verurteilt. Die verbraucherfreundliche Rechtsprechung zeigt, dass gute Chancen bestehen, Schadenersatzansprüche durchzusetzen“, sagt Rechtsanwalt Marcel Seifert, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

Möglich ist nicht nur die Rückabwicklung des Kaufvertrags, sondern auch der sog. kleine Schadenersatz. Dabei kann der Kläger das Fahrzeug behalten, hat aber Anspruch auf die Minderung des Kaufpreises. Gerade bei Wohnmobilen kann das eine interessante Option sein.

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte ist Kooperationspartner der IG Dieselskandal und bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an.

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06.07.2022

Im Abgasskandal hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) im Juli 2021 eine Musterfeststellungsklage gegen Mercedes eingereicht. Ein Jahr später wird das Musterverfahren am OLG Stuttgart am 12. Juli 2022 eröffnet. Verbraucher, die sich der „Sammelklage“ noch anschließen möchten, können sich bis zum 11. Juli 2022 in das Register eintragen.
29.06.2022

Im Zuge des Abgasskandals ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt nun auch gegen die Autobauer Hyundai und Kia. Nach Medienberichten wurden am 28. Juni 2022 Räumlichkeiten an den deutschen Firmensitzen von Hyundai und Kia in Offenbach bzw. Frankfurt durchsucht. Anlass für die Razzia ist der Verdacht illegaler Abschalteinrichtungen bei Dieselfahrzeugen der koreanischen Autohersteller.
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Im Abgasskandal geht ein Mercedes V 250 Diesel zurück und der Käufer kann im Gegenzug die Erstattung des Kaufpreises abzüglich einer Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer verlangen. Das hat das Landgericht Stuttgart mit Urteil vom 6. Mai 2022 entschieden (Az.: 17 O 827/21).
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Die Audi AG musste im Abgasskandal eine weitere Niederlage bei einem Fahrzeug mit 3-Liter-Dieselmotor hinnehmen. Das Landgericht Düsseldorf verurteilte die VW-Tochter zu Schadenersatz bei einem Audi A6 3.0 TDI. In dem Fahrzeug komme eine unzulässige Abschalteinrichtung zum Einsatz. Dadurch sei die Käuferin vorsätzlich sittenwidrig geschädigt worden, entschied das LG Düsseldorf mit Urteil vom 25. Mai 2022 (Az.: 16 O 345/20).
21.06.2022

Fiat Chrysler ist im Wohnmobil-Abgasskandal erneut verurteilt worden. Das Landgericht Coburg hat mit Versäumnisurteil vom 4. Mai 2022 entschieden, dass Fiat Chrysler Schadenersatz bei einem Wohnmobil des Typs Adria Matrix leisten muss (Az.: 13 O 824/21). Das Wohnmobil basiert auf einem Fiat Ducato mit 2,3 Liter-Dieselmotor.
20.06.2022

Im Abgasskandal hat das Landgericht Dortmund Fiat Chrysler mit Urteil vom 3. Mai 2022 zu Schadenersatz bei einem Wohnmobil Carado T 447 verurteilt (Az.: 3 O 542/20). Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass in dem Wohnmobil eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut ist und Fiat Chrysler als Hersteller des Motors wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung gemäß § 826 BGB Schadenersatz leisten muss.