Zahlungsverzögerungen bei Exporo - Projekte Marburg I und Marburg II insolvent

11.02.2020

Exporo öffnete Kleinanlegern die Tür zum Immobilienmarkt. Schon mit vergleichsweise geringen Geldbeträgen können sie bei Exporo einsteigen und sich an Immobilienprojekten beteiligen. Dabei winken satte Renditen von beispielsweise 5 oder 6 Prozent.

Bei der Crowdinvesting-Plattform schien es bislang vor allem eine Richtung zu geben – nach oben. Doch zuletzt tauchten die ersten Risse im vermeintlichen Betongold auf. Zins- und Tilgungszahlungen erfolgten nicht wie geplant und bei den Projekten Portfolio Marburg I und Portfolio Marburg II müssen die Anleger nach den  Insolvenzanträgen um ihr Geld fürchten. „Das zeigt wie hoch das Risiko für die Anleger ist. Ihnen kann der Totalverlust ihres investierten Geldes drohen“, sagt Rechtsanwalt Hansjörg Looser, BRÜLLMANN Rechtsanwälte, aus Stuttgart.

Probleme gibt es nicht nur bei den Projekten Marburg I und Marburg II. Wie das Portal finanz-szene.de im Januar 2020 berichtet, knirscht es inzwischen auch bei anderen Exporo-Projekten, bei denen Zins- und Tilgungszahlungen ausgeblieben sind. So endete beispielsweise beim Projekt „Student & Living Greifwald“ die Laufzeit am 31. Oktober2019, zu einer Auszahlung an die Anleger sei es aber nicht gekommen. Offenbar ist eine Anschlussfinanzierung nötig, die noch nicht abgeschlossen ist. Zumindest bis Mitte Januar soll laut finanz-szene.de noch kein Geld  an die Anleger geflossen sein.

Auch beim „Pflegezentrum Aldingen“ sollte die Rückzahlung an die Anleger spätestens Ende Oktober 2019 erfolgen. Auch hier gibt es offenbar wegen einer Anschlussfinanzierung Verzögerungen.

Am heftigsten trifft es jedoch die Anleger, die in die inzwischen insolventen Projekte Marburg I und Marburg II insgesamt rund vier Millionen Euro investiert haben. Hier geht es nicht nur um eine Insolvenz, sondern mutmaßlich auch um Betrug. Einer der Projektpartner wurde Ende 2019 zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.

Exporo sieht sich in den Fällen ähnlich wie die Banken als Opfer. Bei Exporo habe man auf die Gutachten der Kreditinstitute vertraut, berichtet gruenderszene.de. „Das wirft aber auch Fragen nach der Risikobewertung bei Exporo auf. Die beiden Projekte wurden in die Risikoklassen A und B eingestuft und damit in die zweit- und drittbeste Kategorie“, so Rechtsanwalt Looser.

Ein weiteres Problem für die Anleger ist, dass sie häufig Nachrangdarlehen gewähren. Das bedeutet, dass ihre Forderungen im Insolvenzverfahren nachrangig behandelt werden, d.h. sie müssen sich hinter den anderen Gläubigern anstellen. Ob und wieviel die Anleger nach der Insolvenz von ihrem Geld wiedersehen werden, ist daher völlig offen. Mit finanziellen Verlusten muss aber gerechnet werden.

„Anleger müssen über ihre Risiken und insbesondere ihr Totalverlust-Risiko aufgeklärt werden. Wurden die Risiken verschwiegen oder nur unzureichend dargestellt, können Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden“, so Rechtsanwalte Looser.

Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer rechtlichen Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an.

Ansprechpartner

Sekretariat: Frau Damjanovic
Tel:  0711 / 520 888 - 19
Fax: 0711 / 520 888 - 22
E-Mail: h.looser@bruellmann.de

Kontaktieren Sie uns

Ich stimme zu, dass meine Angaben aus dem Kontaktformular zur Beantwortung meiner Anfrage erhoben und verarbeitet werden. Die Daten werden nach abgeschlossener Bearbeitung Ihrer Anfrage gelöscht. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an datenschutz@bruellmann.de widerrufen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. *
Aktuelles
27.11.2020

Die Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin hat weiteren Adcada-Gesellschaften mit Bescheid vom 16. November 2020 die Einstellung und Abwicklung ihres unerlaubt betrieben Einlagengeschäft aufgegeben.Betroffen sind die Adcada International AG, Adcada Immobilien AG PCC sowie die Adcada.healthcare GmbH.
16.11.2020

Das Insolvenzverfahren über die Adcada GmbH ist wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung am 11. November 2020 regulär am Amtsgericht Rostock eröffnet worden (60 IN 352/20). Gläubiger können nun ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter schriftlich anmelden. Das Gericht hat dafür eine Frist bis zum 23. Dezember 2020 gesetzt.
12.11.2020

Es muss nicht immer gleich ein großer Anlageskandal à la Wirecard hinter einer gefloppten Kapitalanlage stecken. Auch mit anderen Geldanlagen erleben Anleger eine Bauchlandung und statt Rendite drohen ihnen Verluste. In vielen Fällen können Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden. Dabei sind aber Verjährungsfristen zu beachten.
09.11.2020

Halten sich die Banken bei den Widerrufsinformationen nicht an die Mustervorlage des Gesetzgebers, ist der Widerruf von Darlehen möglich. Das hat nun der BGH mit Urteil vom 27. September 2020 bestätigt (Az.: XI ZR 525/19).
06.11.2020

Das Amtsgericht Düsseldorf hat das Insolvenzverfahren über die AvP Deutschland GmbH am 1. November 2020 regulär eröffnet (Az.: 502 IN 96/20). Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens bedeutet für die Gläubiger, dass sie ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anmelden können.
04.11.2020

Die Opalenburg Vermögensverwaltung AG muss einer Anlegerin ihre Beteiligung an Opalenburg-Fonds zurückzahlen und von allen weiteren Zahlungsverpflichtungen befreien. Das hat das Landgericht Stuttgart mit Urteil vom 29. Oktober 2020 entschieden (Az.: 12 O 49/19).