Skoda Superb EA 288 im Abgasskandal - LG Duisburg spricht Schadenersatz zu

16.02.2021

Der VW-Abgasskandal setzt sich bei Fahrzeugen mit dem Dieselmotor EA 288 weiter fort. Das Landgericht Duisburg hat die Volkswagen AG wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung bei einem Skoda Superb 2,0 TDI mit dem Motor des Typs EA 288 mit Urteil vom 12. Januar 2021 zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 12 O 88/20).

Der Motor EA 288 ist das Nachfolgemodell des durch den VW-Dieselskandal bekannt geworden Motors EA 189. Er wird in Fahrzeugen der Konzernmarken VW, Audi, Skoda und Seat bis zwei Liter Hubraum verwendet. „Das Kapitel Abgasmanipulationen wurde mit dem EA 288 offenbar nicht beendet. Neben dem Landgericht Duisburg haben inzwischen auch zahlreiche andere Gerichte VW bei Fahrzeugen mit diesem Motor zu Schadenersatz verurteilt“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

Das Landgericht Duisburg kam zu der Überzeugung, dass in dem Skoda Superb des Klägers eine illegale Abschalteinrichtung verbaut ist. Eine Motorsteuerungs-Software erkenne, ob sich das Fahrtzeug im Prüfmodus des NEFZ befindet. Dann werde die Abgasrückführungsrate erhöht und dadurch der Stickoxid-Ausstoß gesenkt. Im normalen Fahrbetrieb sei diese Funktion allerdings nicht aktiv und der Stickoxid-Ausstoß erhöht sich. Der Kläger sei durch die Verwendung der unzulässigen Abschalteinrichtung vorsätzlich sittenwidrig geschädigt worden und habe Anspruch auf Schadenersatz, so das Gericht.

Der Europäische Gerichtshof hat in seinem bemerkenswerten Urteil vom 17.12.2020 festgestellt, dass Abschalteinrichtungen inklusive der Thermofenster bei der Abgasrückführung unzulässig sind. Der EuGH führte aus,  dass Funktionen, die die Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems verändern und im realen Fahrbetrieb zu einem höheren Emissionsausstoß führen, grundsätzlich unzulässig sind. Ausnahmen seien nur zum unmittelbaren Schutz des Motors vor plötzlichen Schäden, die zu einer konkreten Gefahr während der Fahrt führen, zulässig.

„Dadurch gerät VW im Abgasskandal weiter unter Druck. Die Chancen auf Schadenersatz bei Fahrzeugen mit dem Motor EA 288 sind nach dem EuGH-Urteil noch weiter gestiegen“, so Rechtsanwalt Gisevius.

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17.06.2021

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15.06.2021

Nun wird auch für BMW die Luft im Abgasskandal dünner. Mit Urteil vom 28. Mai 2021 hat das OLG Köln entschieden, dass ein Kläger schlüssig und hinreichend substantiiert vorgetragen hat, dass BMW eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet habe. Daher könne ein Anspruch des Klägers auf Schadenersatz bestehen, so das OLG Köln (Az.: 19 U 134/29).
14.06.2021

Im Abgasskandal geraten nun auch die französischen Autobauer Renault und Peugeot unter Druck. Nach Medienberichten hat die französische Justiz Ermittlungsverfahren wegen Betrugs gegen die Autohersteller eröffnet.
10.06.2021

Fiat Chrysler Automobiles, inzwischen Stellantis, ist im Abgasskandal von einem weiteren Gericht zu Schadenersatz verurteilt worden. Das Landgericht Gera entschied mit Versäumnisurteil vom 31. Mai 2021, dass Fiat Schadenersatz bei einem Wohnmobil leisten muss (Az.: 7 O 103/21).
09.06.2021

Die Audi AG muss im Abgasskandal einen Audi Q7 3.0 Liter TDI zurücknehmen und den Kaufpreis abzüglich einer Nutzungsentschädigung erstatten. Das hat das Landgericht Berlin mit Urteil vom 23. April 2021 entschieden (Az.: 3 O 550/20). Der Kläger hatte den Audi Q7 im Mai 2017 als Gebrauchtwagen gekauft. In dem Fahrzeug kommt ein Drei-Liter-Dieselmotor mit der Abgasnorm Euro 6 zum Einsatz. Das Modell wurde vom Kraftfahrt-Bundesamt zurückgerufen. 
08.06.2021

Schadenersatzansprüche können im VW-Abgasskandal nach wie vor geltend gemacht werden. Geschädigte Autokäufer haben immer noch Anspruch auf den sog. Restschadenersatz. Diesen Anspruch hat nun auch das Landgericht Rottweil mit Urteil vom 10. Mai 2021 bestätigt (Az.: 2 O 525/20).