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VW Touareg im Abgasskandal - Schadenersatz durchsetzen

10.05.2021

Der Abgasskandal ist auch am VW Touareg nicht spurlos vorüber gegangen. Im Dezember 2017 hatte das Kraftfahrt-Bundesamt den Rückruf für den VW Touareg 3.0 Liter Diesel und der Abgasnorm Euro 6 bekannt gegeben. Bei dem SUV mussten unzulässige Abschalteinrichtungen entfernt werden.

In dem VW Touareg ist zwar nicht der durch die Abgasmanipulationen bekannt gewordene Dieselmotor EA 189 verbaut, sondern der größere von der Konzerntochter Audi entwickelte und hergestellte 3-Liter-Dieselmotor.  Schadenersatzansprüche können aber auch beim VW Touareg durchgesetzt werden. „Zahlreiche Gerichte haben geschädigten Touareg-Käufern bereits Schadenersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zugesprochen“, sagt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

So haben zuletzt beispielsweise die Landgerichte Osnabrück (Az.: 4 O 3396/20), Frankfurt (Az.: 2-07 O 340/20) oder Aachen (Az.: 8 O 350/20) entschieden, dass die geschädigten Touareg-Käufer Anspruch auf Schadenersatz haben.

Mit dem OLG Oldenburg hat auch ein Oberlandesgericht einem Halter eines VW Touareg Schadenersatz zugesprochen. Auch in dem 3-Liter-Motor werde eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet. Diese sei vergleichbar mit der illegalen Abschalteinrichtung in dem kleineren Motor des Typs EA 189 und sei rechtlich genauso zu behandeln, so das OLG Oldenburg. Beim EA 189 hatte der BGH bereits im Mai 2020 entschieden, dass VW sich durch die Verwendung der unzulässigen Abschalteinrichtung wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung schadenersatzpflichtig gemacht habe.

„Die Urteile zeigen, dass auch beim VW Touareg gute Chancen bestehen, Schadenersatzansprüche durchzusetzen. Allerdings sollte die Verjährung der Ansprüche im Blick behalten werden“, so Rechtsanwalt Gisevius. Da viele Touareg-Halter den Rückruf im Laufe des Jahres 2018 erhalten haben, kann es aufgrund der kenntnisabhängigen dreijährigen Verjährungsfrist zur Verjährung der Ansprüche Ende 2021 kommen.

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Aktuelles
12.05.2022

Der Abgasskandal hat auch zahlreiche Audi-Modelle mit 3-Liter-Dieselmotor erfasst. Die betroffenen Halter haben gute Aussichten, Schadenersatzansprüche durchzusetzen. Das zeigt auch ein Urteil des OLG Karlsruhe vom 17. Februar 2022 (Az.: 8 U 451/21). Das OLG hat entschieden, dass der Käufer eines Audi A6 Anspruch auf Schadenersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Täuschung hat.
06.05.2022

Fiat Chrysler Automobiles ist im Wohnmobil Abgasskandal ein weiteres Mal zu Schadenersatz verurteilt worden. Das Landgericht Dessau sprach mit Urteil vom 14. April 2022 dem Käufer eines Wohnmobils des Herstellers Knaus, das auf einem Fiat Ducato aufbaut, Schadenersatz zu (Az. 4 O 315/21).
02.05.2022

Fiat Chrysler ist im Abgasskandal um Wohnmobile auf Basis eines Fiat Ducato erneut zu Schadenersatz verurteilt worden. Das Landgericht Stuttgart kam mit Urteil vom 14. April 2022 zu der Überzeugung, dass Fiat in dem Motor eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet hat und gemäß § 823 BGB zu Schadenersatz verpflichtet ist (Az.: 20 O 147/21).
29.04.2022

Das Landgericht Hamburg hat Mercedes im Abgasskandal mit Urteil vom 19. April 2022 zu Schadenersatz verurteilt (Az.: 317 O 154/20). Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass im Mercedes C 220 Diesel des Klägers eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut ist und Mercedes sich schadenersatzpflichtig gemacht hat.
28.04.2022

Suzuki steht unter Verdacht, unzulässige Abschalteinrichtungen bei Dieselfahrzeugen verwendet zu haben. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ließ deshalb am 27. April 2022 Geschäftsräume von Suzuki im südhessischen Bensheim untersuchen.
26.04.2022

Eine Entscheidung des OLG Köln dürfte ein Meilenstein für die Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen im Wohnmobil-Abgasskandal sein: Das OLG Köln kündigte mit Beschluss vom 24. Februar 2022 an (Az.: 28 U 55/21), die Berufung von Fiat Chrysler Automobiles (FCA) gegen ein Urteil des Landgerichts Aachen zurückzuweisen.