Rückrufservice

Corona Testament
Corona Testament

Corona, Testament und Vollmacht

13.01.2022

Covid19-Erkrankungen nehmen vielfach und unerwartet einen schweren Verlauf und selbst Intensivmedizin kann nicht jeden Patienten retten. Die Krankheit kann innerhalb von 14 Tagen jemanden aus dem Leben reißen, der sich vorher beim täglichen Joggen wenig Gedanken um Vollmachten, Vorsorge oder gar das eigene Testament machen musste.

Viele Menschen werden durch die aktuellen Entwicklungen überrascht. Dabei gibt die Corona-Epidemie ausreichend Anlass zu prüfen, ob ausreichend Vorsorge getroffen ist.

Ein Nachteil von Aufenthalten auf Intensivstationen:  man kann seine persönlichen Dinge nicht mehr selbst regeln bzw. selbst handeln und ist auf die Mitwirkung anderer angewiesen. Rechtsanwalt Looser, Herausgeber von www.corona-rechtlich.de, weist daraufhin, dass Ehepartner oder Lebensgefährten nicht grundsätzlich für den schwer Erkrankten Entscheidungen treffen können.

Wenn entsprechende Vollmachten und Anordnungen in der Form von Generalvollmachten, Vorsorgevollmachten, Betreuungsverfügungen und Patientenverfügungen fehlen, dann geht die Sache den gesetzlich vorgeschriebenen Weg und im kompliziertesten Fall werden Vollmachten gegen den Willen der Familie per gerichtlichem Entscheid festgelegt.

Konkrete Vorsorge ist nicht kompliziert

Dabei ist konkrete Vorsorge gar nicht mal kompliziert. Eine Vollmacht kann formfrei erstellt werden und sollte nur den konkreten Willen des Vollmacht-Gebers klar definieren können. Eine Vollmacht notariell zu beglaubigen und rechtssicher zu hinterlegen erspart im Nachgang viele Probleme, z.B. bei der Anerkennung von Vollmachten bei Banken oder Grundbuchämtern und grundsätzlich bei der Wirksamkeit von Patientenverfügungen.

Rechtsanwalt Looser empfiehlt, eine Vollmacht zu erstellen und diese juristisch prüfen zu lassen – damit sind dann die wichtigsten Sachen schon mal rechtssicher geregelt. Ob und wo die Vollmacht später notariell hinterlegt wird, kann dann in einem 2. Schritt überlegt werden. Der Experte rät, grundsätzlich in einem Testament zu verfügen, was mit dem Nachlass zu geschehen hat. Looser: „Corona hat gezeigt, wie schnell ein rechtsgültiges Testament notwendig werden kann!“

Sich auf den Gesetzgeber und die Mechanismen der gesetzlichen Erfolge zu verlassen oder diese als Erbengemeinschaft nach dem Ableben des Nachlassgebers regeln zu müssen, ist der bequeme, aber sicher nicht der beste Weg.

Vollmacht und Testament auch formlos gültig

Erbrecht

Hier mehr zu diesem Rechtsgebiet erfahren oder anrufen +49 711 - 520 888 0.
Gerne können Sie uns eine Mail senden an info@bruellmann.de

Auch beim Testament gilt: Dies kann auch formlos dem Willen des Verstorbenen klar und deutlich definieren.  Allerdings sollte ein Testament professionell aufgesetzt, und dann unbedingt handschriftlich hinterlegt werden. Ein PC-Ausdruck mit Unterschrift reicht unter Umständen nicht aus. Solche Testamente müssen beglaubigt sein, um nicht angreifbar zu sein.

Looser:  „Testamente erweisen sich erst dann als unwirksam, bzw. problematisch, wenn sie von potentiellen Erben angezweifelt werden. Gerade in Corona-Zeiten, in denen Erbengemeinschaft schnell und unvorbereitet vor neuen Situationen stehen, kann es Schwierigkeiten mit der gesetzlichen Erbfolge geben.“

Abschließend: Eine Notfall-Vorsorgeplanung ist gar nicht mal so kompliziert – aber notwendig – gerade in Coronazeiten

Die Anwälte der Kanzlei BRÜLLMANN stehen für eine ausführliche erbrechtliche Beratung immer und gern zur Verfügung.

Ansprechpartner

Sekretariat: Frau Damjanovic
Tel:  0711 / 520 888 - 19
Fax: 0711 / 520 888 - 22
E-Mail: h.looser@bruellmann.de

Kontaktieren Sie uns

Ich stimme zu, dass meine Angaben aus dem Kontaktformular zur Beantwortung meiner Anfrage erhoben und verarbeitet werden. Die Daten werden nach abgeschlossener Bearbeitung Ihrer Anfrage gelöscht. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an datenschutz@bruellmann.de widerrufen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. *
Aktuelles
16.08.2022

Die Befreiung von der Erbschaftssteuer entfällt nicht rückwirkend, wenn der überlebende Ehepartner aus gesundheitlichen Gründen vor Ablauf von zehn Jahren aus dem Familienheim auszieht. Das hat der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 1. Dezember 2021 entschieden (Az.: II R 1/21).
04.08.2022

Rechtlich liegt zwischen Erbe und Vermächtnis ein großer Unterschied. Unabhängig davon, ob ein Testament vorliegt, wird der oder die Erben zum Rechtsnachfolger des Erblassers. Ein Vermächtnis muss hingegen vom Erblasser ausdrücklich angeordnet werden.
21.07.2022

Erben können ihr Erbe ausschlagen. Bei der Anfechtung der Erbausschlagung wegen Irrtums müssen Form und Frist eingehalten werden
20.07.2022

Ein Familienheim kann steuerfrei vererbt werden, wenn der Erbe es unverzüglich und für die kommenden zehn Jahre selbst zu Wohnzwecken nutzt. Liegen zwingende Gründe vor, die den Erben an der Nutzung hindern, kann eine Befreiung von der Erbschaftssteuer trotzdem möglich sein. Urteil des BFH vom 1. Dezember 2021 (Az.: II R 18/20).
04.07.2022

Kinder, die ihre Eltern intensiv gepflegt haben, können Schenkungen, die sie zu Lebzeiten bekommen haben, behalten. Das hat das Landgericht Koblenz mit Urteil vom 18. November 2021 bei einem Streit zwischen Bruder und Schwester um das Erbe entschieden (Az.: 1 O 222/18).
09.06.2022

Erbengemeinschaften müssen aufpassen. Fällt in den Nachlass eine Wohnung, kann für die Mitglieder der Erbengemeinschaft Zweitwohnungssteuer fällig werden. Das hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg mit Beschluss vom 1. April 2022 entschieden (Az.: 2 S 3636/21).