UDI Nachrangdarlehen: UDI Energie Festzins III und VII müssen abgwewickelt werden

14.05.2021

Für Anleger in UDI-Nachrangdarlehen gibt es die nächste Hiobsbotschaft: Die BaFin hat mit Bescheid vom 10. Mai 2021 der UDI Energie Festzins III GmbH & Co. KG und der UDI Energie Festzins VII GmbH & Co. KG die Einstellung und Abwicklung ihrer unerlaubt betriebenen Einlagengeschäfte angeordnet.

Schon am 18. Februar 2021 hatte die BaFin die gleiche Anordnung für die UDI Energie Festzins VI getroffen. Die Gesellschaft hat inzwischen Insolvenz angemeldet. „Es ist zu befürchten, dass die Gesellschaften UDI Energie Festzins III und UDI Energie Festzins VII ebenfalls die Insolvenz droht. Den Anlegern drohen erhebliche finanzielle Verluste bis hin zum Totalverlust“, sagt Rechtsanwältin Eva Birkmann, Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht bei BRÜLLMANN Rechtsanwälte.

Die BaFin hat die Abwicklung angeordnet, weil die betroffenen UDI-Gesellschaften auf der Grundlage von Darlehensverträgen gewerbsmäßig unbedingt rückzahlbare Anlegergelder angenommen haben. Damit haben sie das Einlagengeschäft betrieben, ohne die dafür erforderliche Erlaubnis der BaFin zu haben. Die BaFin-Bescheide sind sofort vollziehbar aber noch nicht bestandskräftig.

Praktisch bedeutet die Abwicklungsanordnung der BaFin, dass die UDI-Gesellschaften die angenommenen Gelder unverzüglich und vollständig an die Anleger zurückzahlen müssen. „Ob die Gesellschaften UDI Energie Festzins III und VII dazu in der Lage sind, muss angezweifelt werden. Der Insolvenzantrag der Gesellschaften könnte folgen“, so Rechtsanwältin Birkmann. Hintergrund für die Abwicklung der UDI-Gesellschaften ist der, dass die BaFin die vereinbarten Nachrangklauseln wohl für unwirksam erachtet.  „Das ist dann im Insolvenzverfahren ein Vorteil, weil die Forderungen der Gläubiger dann nicht mehr nachrangig, sondern erstrangig behandelt werden“, erklärt Rechtsanwältin Birkmann.

Mit der Rückabwicklungsanordnung hat die BaFin zusätzlich einen wichtigen Hinweis veröffentlicht. Sie weist darauf hin, dass ihrer Kenntnis nach, die Anleger der UDI-Gesellschaften angeschrieben werden und einer Abtretung ihrer Forderungen zustimmen. Die BaFin empfiehlt den Anlegern sich anwaltlich beraten zu lassen, bevor sie so einer Vereinbarung zustimmen.

„Die BaFin bezieht sich auf Angebote, die derzeit offenbar den Anlegern von UDI-Nachrangdarlehen gemacht werden. Darin sollen sie einem Schuldenschnitt zustimmen und auf einen großen Teil ihrer Forderungen verzichten. Für die Anleger wäre dies mit erheblichen finanziellen Verlusten verbunden. Auch die BaFin sieht die Angebote offenbar sehr kritisch und hat sich zu diesem ungewöhnlichen Hinweis entschlossen“, so Rechtsanwältin Birkmann.

Für die Anleger der UDI-Nachrangdarlehen ist die Situation kritisch, ihnen drohen erhebliche finanzielle Verluste. Sie haben aber auch die Möglichkeit, Schadenersatzansprüche prüfen zu lassen. Ansprüche können entstanden sein, wenn die Anlagevermittler bzw. Anlageberater nicht ordnungsgemäß über die bestehenden Risiken der Geldanlage und insbesondere über das Totalverlustrisiko aufgeklärt haben. Forderungen können auch gegen die verantwortlichen Personen der UDI-Gesellschaften beispielsweise wegen Verstoßes gegen das Kreditwesengesetz entstanden sein.

Die Kanzlei BRÜLLMANN bietet Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihrer Möglichkeiten. Sprechen Sie uns an.

Mehr Informationen: https://bruellmann.de/bank-und-kapitalmarktrecht

Ansprechpartner

Sekretariat: Frau Polski
Tel:  0711 / 520 888 - 18
Fax: 0711 / 520 888 - 23
E-Mail: e.birkmann@bruellmann.de

Kontaktieren Sie uns

Ich stimme zu, dass meine Angaben aus dem Kontaktformular zur Beantwortung meiner Anfrage erhoben und verarbeitet werden. Die Daten werden nach abgeschlossener Bearbeitung Ihrer Anfrage gelöscht. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an datenschutz@bruellmann.de widerrufen. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. *
Aktuelles
10.09.2021

Der Europäische Gerichtshof hat mit Urteil vom 9. September 2021 ein dickes Ausrufezeichen zum Widerruf von Kreditverträgen gesetzt und die Rechte der Verbraucher erheblich gestärkt. Der EuGH machte deutlich, dass die Angaben der Banken, insbesondere zur Höhe des Verzugszinses oder zur Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung oft unzureichend sind und der Widerruf daher auch noch Jahre nach Abschluss des Kreditvertrags möglich ist (Az.: C-33/20, C-155/20, C-187/20).
07.09.2021

Die Insolvenz verschiedener UDI-Gesellschaften hatte sich in den vergangenen Wochen und Monaten schon abgezeichnet, jetzt ist sie eingetreten. Das Amtsgericht Leipzig hat am 31. August bzw. 1. September 2021 die regulären Insolvenzverfahren eröffnet.
30.08.2021

Das Landgericht Konstanz hat mit Urteil vom 30. Juli 2021 entschieden, dass der Widerruf eines Autokredits bei der Bank11 wirksam erfolgt ist (Az.: B 2 O 447/20).
10.08.2021

Der Europäische Gerichtshof könnte ein dickes Ausrufezeichen zum Widerruf von Autokrediten setzen, dass den Banken gar nicht schmecken dürfte. Am 9. September 2021 setzt sich der EuGH gleich in drei Fällen mit dem Widerruf von Autokreditverträgen auseinander (Az.: C-33/20, C-155/20, C-187/20).
02.07.2021

Wie aus einer aktuellen Entscheidung des BGH hervorgeht, fehlt es den Banken an der rechtlichen Grundlage für den Anspruch auf eine Vorfälligkeitsentschädigung, wenn die Berechnungsmethode nicht ordnungsgemäß dargestellt wurde (Az.: XI ZR 320/20). Es bestehen daher gute Chancen, eine Vorfälligkeitsentschädigung zurückzufordern.
23.06.2021

Das OLG Stuttgart hat mit Urteil vom 18, Mai 2021 bestätigt, dass der Widerruf eines Kreditvertrags mit der Opel Bank wirksam erfolgt ist (Az.: 6 U 133/20). Der Widerruf des Autokredits kann eine gute Möglichkeit sein, um auch aus dem Kaufvertrag für das Fahrzeug auszusteigen.